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Schüler-Zeit

 

Evelyne darf Geige spielen lernen

„Schüler-Zeit“-Projekt der Schulpastoral der Goethe-Mittelschule und der Pfarrei Sankt Adalbero erfüllt Träume – Instrument gestiftet


Würzburg (POW) Konzentriert zieht Evelyne Engert den Bogen über die Geigensaite. Der von der Schwingung erzeugte Ton erfüllt den Raum. Die Augen der Elfjährigen strahlen. Ein großer Wunsch geht für sie in Erfüllung. Endlich darf die Schülerin der Goethe-Mittelschule in Würzburg das Geigenspiel lernen. Und zwar, weil die Musikstudentin Anna Mavrommatis sie kostenlos unterrichtet.


Lange hatte Evelyne davon geträumt, das Streichinstrument spielen zu dürfen. Doch Musikunterricht ist teuer. Der Wunsch schien unerreichbar. Bis Ehrenamtliche des Projekts „Schüler-Zeit“ eine Lösung fanden. Schüler-Zeit ist ein gemeinsames Projekt der Schulpastoral der Goethe-Mittelschule und der Pfarrei Sankt Adalbero. Theresa Hahlbrock, Studentin und Ehrenamtliche des Projekts, fragte ihre Mitbewohnerin Anna Mavrommatis, Geigenstudentin aus Griechenland, ob sie die kleine Evelyne unentgeltlich unterrichten wolle. Die Musikerin verabredete sich im Oktober 2011 mit Evelyne. Die Chemie stimmte, und seitdem treffen sich beide jede Woche eine Stunde zum Geigenunterricht.

Evelyne und Anna mit der neuen Geige

Evelyne hatte zwar eine kleine Geige von ihrem Vater geschenkt bekommen, aber ein Bogen fehlte. Der ehrenamtliche Schülerbegleiter Frank Körner schaffte Abhilfe: Er besorgte einen passenden Bogen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass Evelyns Geige zu klein für das Mädchen war. Spontan entschloss sich Familie Helbig aus der Pfarrei Stift Haug in Würzburg, eine neue Geige für die Schülerin zu kaufen. Die engagierte Familie, die jedes Jahr zu Weihnachten für wohltätige Zwecke spendet, wollte dieses Mal gezielt Evelyne unterstützen.


Jetzt kann Evelyne beim Unterricht und beim Üben zu Hause richtig durchstarten. „Meine Tochter ist insgesamt viel selbstbewusster geworden. Sie traut sich jetzt viel mehr zu. Darüber bin ich sehr dankbar“, freut sich Evelynes Mutter. Die kleine Geige hat nun Evelynes jüngerer Bruder übernommen. Auch er will Geige lernen.


Seit fast fünf Jahren unterstützen 25 ehrenamtliche Lernpaten einzelne Schülerinnen und Schüler der Max-Dauthendey-Grundschule und der Goethe-Mittelschule unentgeltlich eine Stunde pro Woche. Sie helfen bei den Hausaufgaben und beim Lernen. Sie haben außerdem offene Ohren für schulische und private Fragen. Die Ehrenamtlichen treffen sich regelmäßig zum Austausch und zur Reflexion unter der Leitung der Pastoralreferentin Claudia Walter und Helga Neudert, Religionslehrerin und Beauftragte für Schulpastoral an der Goethe-Mittelschule.


(5111/1341; E-Mail voraus)
Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Veröffentlicht: 16.12.2011
pow@bistum-wuerzburg.de

 

 

 

6.12. 2008, Mainpost und Volksblatt, Würzburg

Ehrenamt als Gewinn für alle

Bei Informationsveranstaltung stellen sich Organisationen vor

Von unserem Mitarbeiter Gideon Zoryiku

Würzburg  Ehrenamtliches Engagement ist ein grundlegender Bestandteil einer Gesellschaft, daher kann diese auf aktive Bürger nicht verzichten. Auf diesen Nenner haben die Organisatoren einer Informationsveranstaltung am Freitag in der Stadtbücherei die Bedeutung des bürgerlichen Engagements gebracht. Anlass war der "Internationale Tag des Ehrenamtes". Er stand unter dem Motto "Generationen - miteinander".

Ehrenamtliches Engagement ist nach Auffassung von Sozialreferent Robert Scheller ein Gewinn für alle: Die Freiwilligen profitierten persönlich von ihrer unentgeltlichen Tätigkeit, weil diese ihren Horizont erweitere. "Und ein solches Engagement macht eine Stadt wie Würzburg lebenswert." Mit Blick auf das diesjährige Motto betonte Scheller, es habe sich in Würzburg in den vergangenen Jahren eine Menge getan.

Ergänzend fügte Ursula Wichtermann, Leiterin des Selbsthilfebüros der Stadt, hinzu: Freiwilliges Engagement biete die Chance, die sozialen Kompetenzen zu erweitern und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. (...)

Den Tag des Ehrenamtes nutzten die Vertreter der beteiligten Projekte, um sich vorzustellenen. (...)

Im Schuljahr 2005/2006 wurde das Projjekt "Generationentreff" der Klasse 9a der Goethe-Volksschule ins Leben gerufen, in dessen Rahmen die Schüler regelmäßig Kontakte zu Senioren der Seniorenwohnanlage am Hubland pflegten. Da das Projekt bei allen Beteiligten gut ankam, wurde es im darauf folgenden Schuljahr mit Siebtklässlern fortgesetzt. Bis heute wird es von Schülern der 9. Klasse weitergeführt. Dabei bekommen die Schüler einen festen Besuchspartner, damit sich beide aufeinander einstellen können.

Unentgeltlich

Bei "Schüler-Zeit" unterstützt eine Gruppe von 25 Ehrenamtlichen jeweils einen Schüler der Goethe-Hauptschule oder der Max-Dauthendey-Grundschule eine Stunde pro Woche. Die ehrenamtlichen Schülerbegleiter geben Schülern die Hand: bei den Hausaufgaben, wecken Freude beim Lesen und Rechnen, machen Mut für schulische Belange und haben ein offenes Ohr für alltägliche Fragen und Sorgen. Bei einem weiteren Projekt engagieren sich Schüler der 8. und 9. Klasse der Goethe-Hauptschule regelmäßig eine bis zwei Stunden unentgeltlich am Nachmittag in der Pfarrei St. Adalbero.

 

19.3. 2008, Mainpost und Volksblatt, Würzburg,

Irene Konrad:

Gelungenes Projekt "Schüler-Zeit"

Hauptschüler helfen den Ritaschwestern: Nachhilfe in der Arbeit am PC

Ein Projekt zwischen Schülern der Klasse 8 b der Goethe-Hauptschule und der Pfarrei St. Adalbero kommt auch den Ritaschwestern zugute. Es heißt „Schüler-Zeit“. Mädchen und Jungs der 8. Klasse, sie sind alle um die 14 Jahre alt, engagieren sich ehrenamtlich auf verschiedenen Gebieten. Dafür bekommen sie von ihrer Klassleiterin Elisabeth Haberzettl am Ende des Schuljahres ein Zertifikat mit ins Zeugnis.

Vier Schülerinnen und fünf Schüler aus ihrer Klasse haben sich auf diese Idee von Religionslehrerin Helga Neudert und Pastoralreferentin Claudia Walter von Stankt Adalbero eingelassen. Sie gehen mit Hunden spazieren, helfen bei den Hausaufgaben oder statten Kindergärten Besuche ab. Philipp Werner und Tim Thein haben sich entschieden, Ritaschwestern Nachhilfe in der Arbeit am PC zu geben. Lena Latzel, Simge Ak, Scarlett Ercan und Sebastiano Herr dagegen helfen im Alten- und Pflegeheim Haus Clara mit.

Strenge Lehrmeister

Seit Ende Januar 2008 bis zum Ende des laufenden Schuljahres kommen die Hauptschüler zu den Ritaschwestern. Philipp und Tim macht es unglaublich Spaß, Schwester Julietta und Schwester Josepha das Schreiben am PC zu lernen. Sie können es fast nicht glauben, dass sich manche Menschen noch kaum damit beschäftigt haben und dass es PCs mit so wenig Speicherplatz überhaupt noch gibt. Schwester Juliettas Computer etwa ist mit 15 Jahren älter als die Schüler selbst. Er hat einen Arbeitsspeicher mit nur 1,01 GB. Philipps Computer hat 40 GB Arbeitsspeicher und eine externe Festplatte vergrößert ihn um 320 GB. „Heutzutage gibt es schon oft Computer mit 500 GB“ rechnet Philipp vor.

Er und sein Freund Tim sind strenge Lehrmeister. Schwester Josepha etwa muss von Anfang an mit zehn Fingern schreiben und die Tasten ordentlich bedienen. „So ist es einfach richtig, sie soll es gleich so lernen“, sagt Tim. Schwester Josepha bekommt auch Hausaufgaben auf. „Das ist aber gut und korrekt“, meint sie und erklärt: „Wenn ich nicht zurecht komme, kann ich in der nächsten Woche gleich nachfragen, was ich falsch gemacht habe“.

Zeitgleich mit den beiden Jungs am Computer beschäftigen sich Lena, Simge, Scarlett und Sebastiano mit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Haus Clara. Die 94-jährige Elisabeth Willacker erzählte den Mädchen beispielsweise von ihren Erlebnissen bei der Zerstörung Würzburgs und in der Nachkriegszeit. „Drei Jahre habe ich nichts von meinem Mann gehört, aber ich war immer davon überzeugt, dass er noch lebt“, schilderte sie den Mädchen ihren Gefühlszustand von damals. Und dann erzählte sie von der Freude, als ihr Mann im November 1949 aus Kriegsdienst und Gefangenschaft wieder heim gekommen ist. „Wir hatten damals zu siebt nur ein einziges Zimmer. Aber wir waren glücklich, dass wir zusammen waren und keine Flieger mehr gehört haben“, so Frau Willacker.

Hilfreich und wichtig

In Haus Clara unterhalten sie sich die Hauptschüler nicht nur mit den Seniorinnen und Senioren über deren Leben. Sie machen auch mit ihnen Brettspiele, gehen gemeinsam in den Garten oder fahren eine Bewohnerin mit ihrem Rollstuhl spazieren..Mögen Philipp, Tim, Lena, Simge, Scarlett und Sebastiano die Aufgaben leicht erscheinen, sie sind für die Ritaschwestern doch eine große Hilfe. Und die jungen Leute selbst erfahren dadurch: „Ich kann etwas, ich werde gebraucht, ich bin wichtig“. Das Engagement der Jugendlichen ist deshalb überaus lobenswert. „Wir haben noch einige Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten“, sagt Klassenleiterin Frau Haberzettl. Sie sollen bald in die Praxis umgesetzt werden.


 

16.01.2008, Mainpost Würzburg :


Risikokinder in guter Obhut

Ehrenamtliches und außergewöhnliches Projekt
(Regina Urbon)

Aus ihrem christlichen und gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein heraus engagieren sich in der Sanderau rund 20 Helfer und betreuen Kinder ehrenamtlich. „Alt hilft jung“ – unter diesem ungewöhnlichen Motto hat die Lehrerin im Ruhestand Marianne Müller ein Projekt initiiert, das Kinder weiterbringen soll.

Die ehemalige stellvertretende Schulleiterin hatte es satt, immer wieder von so genannten „Risiko-kindern“ zu lesen und zu hören, ohne dass unmittelbare Hilfe zu erkennen war. Dass Kinder aus armen Familien weniger Chancen haben, wollte sie nicht weiter einfach hinnehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass es im unmittelbaren Umfeld sehr viele Schüler gibt, die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Gerade auch in Zuwandererfamilien schaffen es Eltern oft nur sehr bedingt, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und sie zu motivieren – sind doch die Eltern selbst oft unsicher.

Senioren helfen – so war es gedacht. Marianne Müller suchte im Herbst 2006 über den Pfarrbrief von St. Andreas (Sanderau) nach Helfern und erhielt im Pfarrgemeinderat auch Hilfe für ein entsprechendes Flugblatt, das unter anderem in der Anker-Apotheke auslag. Hier entdeckten es einige Studenten, die sich angesprochen fühlten und sich dem Projekt anschlossen. Weitere ehemalige Lehrer, teils Schulrektoren im Ruhestand, sind jetzt mit dabei.

Ebenso gehören inzwischen eine Lehrerin im Mutterschutz und ein Manager im Ruhestand als Schüler-begleiter dazu. Alle bemühen sich um Kinder, denen von ihren Lehrkräften nachdrücklich Hilfe empfohlen wird. Räume stehen teils in den Schulen, aber auch bei den Rita-Schwestern in der Friedrich-Spee-Straße zur Verfügung.

Marianne Müller hat selbst schon einen guten Erfolg vorzuweisen. Sie betreute über dreieinhalb Jahre einen Jungen, der ab der 7. Hauptschulklasse einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden in ihre Obhut kam. Nach der zehnten Klasse schaffte der junge Mann die Mittlere Reife.

Selbstachtung aufbauen
Seit Pfingsten betreut die frühere Lehrerin ein Mädchen, das inzwischen wesentlich aufgeschlossener sei und in der Schule gut mitarbeite, erzählt Marianne Müller. Wenn auch die Noten der Kleinen noch nicht besser geworden seien, so gibt die engagierte Sanderauerin nicht auf: alles brauche seine Zeit. Bei der Betreuung geht es nämlich zuerst um Vertrauen und die Sorge ums Kind.

Das Projekt „Schülerbetreuung – Schülerbegleitung“ wurde inzwischen der Aktion „Eine Stunde Zeit“ der Nachbarpfarreien St. Adalbero/St. Stefan angegliedert. In St. Adalbero koordinieren Helga Neudert und Pastoralreferentin Claudia Walter die Einsätze. Über das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales sind die Helfer versichert.

Weitere Helfer werden dringend gebraucht. Information: Tel. (09 31) 7 36 19 (nur werktags).

 

 

10.1.2008:

Friedrich-Ebert-Stiftung ehrt Initiative „Würzburger Schüler-Zeit“


Berlin/Würzburg (POW) Im Namen aller ehrenamtlichen Würzburger Schülerbegleiter hat Judit Kiss den Engagementpreis 2007 der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin entgegengenommen. Mit dem 1. Preis wird das Engagement von 25 Ehrenamtlichen gewürdigt. Diese bringen sich im Rahmen der Initiative „Eine Stunde Zeit" ein. Sowohl Studenten als auch Rentner kümmern sich im Rahmen des Projekts individuell um Kinder und Jugendliche aus den Würzburger Stadtteilen Sanderau und Frauenland. Die Einsätze werden von Claudia Walter, Pastoralreferentin von Sankt Adalbero, und Helga Neudert, Religionslehrerin und zuständig für Schulpastoral an der Goethe-Hauptschule, koordiniert und begleitet.

(0208/0061)
Veröffentlicht: 10.01.2008 pow@bistum-wuerzburg.de

 

 


14.12.2007:


Gemeinsam stark für Schüler


Ehrenamtliche Schülerbegleitung profitiert von Vernetzung von Schulpastoral und Pfarrei


Würzburg (POW) Eine positive Zwischenbilanz haben die Verantwortlichen des Projekts „Schülerbegleitung“ nach neun Monaten gezogen. Die Würzburger Initiative gelingt nicht zuletzt dank der engen Vernetzung von Pfarrei und Schulpastoral: Eine Gruppe von Ehrenamtlichen engagiert sich für Schüler der Max-Dauthendey-Grundschule und den dort angegliederten Ganztags-Schülerhort, sowie für Schüler der Goethe-Hauptschule.

Geleitet von der Devise „Schüler von heute werden in Zukunft Verantwortung in Gesellschaft und Kirche zu übernehmen haben. Daher gilt es, gerade junge Menschen zu fördern und zu stärken“, hat Marianne Müller, Konrektorin a. D., es zu ihrem Herzensanliegen gemacht, sich für die Belange junger Menschen einzusetzen. Sie initiierte das Hilfsangebot für Schüler. Die Pfarrei Sankt Adalbero gliederte die Initiative zunächst in ihr bestehendes Angebot „Eine Stunde Zeit“ ein.

Es fanden sich innerhalb weniger Wochen 25 engagierte Ehrenamtliche, von der Pädagogikstudentin bis zum pensionierten Manager. An ein bis zwei Stunden pro Woche geben sie Schülern individuelle Hilfestellung bei den Hausaufgaben und haben ein offenes Ohr für schulische und persönliche Anliegen. Claudia Walter, Pastoralreferentin von Sankt Adalbero, und Helga Neudert, Religionslehrerin und zuständig für Schulpastoral an der Goethe-Hauptschule, freuen sich über das große ehrenamtliche Engagement. Sie koordinieren die Einsätze, schulen und betreuen die Schülerbegleiter. Für die Zusammenkünfte der Ehrenamtlichen stellen die Ritaschwestern in der Sanderau Räume zur Verfügung.

Kurz vor Weihnachten darf sich das Projektteam über ein besonderes Weihnachtsgeschenk freuen: Der Verein „Sanderau, ein starkes Stück Würzburg e. V.“ spendete aus dem Erlös des 5. Bürgerfestes 700 Euro für die „Schülerbegleitung“. Kontaktadresse: schueler-zeit@gmx.de, Telefon 0170/8667745.

(5107/1711; E-Mail voraus)

Veröffentlicht: 14.12.2007 pow@bistum-wuerzburg.de