Den ganzen Menschen erfassen
Franz-Oberthür-Schulstiftung der Diözese Würzburg– Rund eine Million Euro Grundstockvermögen – Bischof Scheele: Ideelle und finanzielle Unterstützung kirchlicher Schulen – 36 katholische Schulen im Bistum Würzburg
Die Franz-Oberthür-Schulstiftung der Diözese Würzburg ist mit einem Grundstockvermögen von rund einer Million Euro ausgestattet. Bei der Vorstellung der Stiftung im Jahr 2001 machte Bischof Dr. Paul-Werner Scheele deutlich, dass sich die Kirche der ganzheitlichen Menschenbildung verpflichtet fühle. Im Schulbereich bestehe aber die Gefahr, dass die Ausbildung die Bildung in den Hintergrund dränge. „Es geht nicht nur um Wissensvermittlung. Primär geht es darum, den Menschen zur Fülle des Lebens zu verhelfen, ihm eine umfassende Bildung zu ermöglichen und auf das Gemeinwohl hin zu erziehen."
Einen Beitrag hierzu leiste die neu errichtete Stiftung. Sie solle zum einen helfen, die Bedeutung und Leistung der Schulen im Bewusstsein der Menschen wach zu halten. Zum anderen solle sie aber auch kirchliche Schulen finanziell unterstützen. Im Bedarfsfall könne sie auch Mittel zur Übernahme katholischer Schulen durch die Diözese bereitstellen. „Hier sind uns aber enge Grenzen gesetzt", sagte der Bischof.
Franz Oberthür, den von 1745 bis 1831 lebenden und für Würzburg so bedeutenden Theologieprofessor, bezeichnete er als guten Paten und rechten Patron für die Stiftung. Als eine Wurzel der Schulstiftung nannte Bischof Scheele die mehrjährige diözesane Aktion „Wir sind Kirche – Wege suchen im Gespräch". Dort sei die Bedeutung des Schulbereichs immer wieder hervorgehoben worden.
Dass nicht allein die Schulen Verantwortung für die Erziehung der Kinder trügen, darauf weise die Stiftung hin, sagte Domkapitular Günter Putz. Die Franz-Oberthür-Schulstiftung ist nach den Worten des Schulreferenten eine Antwort auf und eine Hilfe für die Schulreform. Die Kirche könne so pädagogisch sinnvolle Projekte an den Schulen einrichten, die der Staat nicht finanziere. Als Beispiel nannte Putz die Errichtung eines Meditationsraums und einer Solaranlage für das Vinzentinum in Würzburg oder die finanzielle Unterstützung von Lehrereinkehrtagen und Supervisionen. Schule und Erziehung seien heute für die Kirche mit enormen Kosten verbunden. Doch müsse die Kirche die Jugend auf ihrem Bildungsweg begleiten, wozu die Stiftung einen Beitrag leiste. „Der Kirche ist die Schule viel wert, ihr sind die Kinder und Jugendlichen wichtig." Putz, der Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung ist, unterstrich, dass mit Spenden und Erträgen der Stiftung den kirchlichen Schulen geholfen werde.
„Wir brauchen eine Lobby für die Schule, aber auch Mittel", betonte Bischöflicher Finanzdirektor Dr. Adolf Bauer. Die rund eine Million Euro, welche die Diözese als Grundstockvermögen in die Franz-Oberthür-Stiftung gebe, seien kein Haushaltsersatz für den Schulbereich, sondern eine zusätzliche Unterstützung. Menschen hätten mit dieser Stiftung die Möglichkeit, gezielt für den Schulbereich zu spenden. Bauer wies darauf hin, dass die Bischöfliche Finanzkammer die Stiftung gebührenfrei verwalte. Spenden können überwiesen werden auf das Konto der Franz-Oberthür-Schulstiftung, Liga Würzburg, Kontonummer 3001180, Bankleitzahl 75090300.
Im Bistum Würzburg gibt es insgesamt 36 katholische Schulen, die teils von Ordensgemeinschaften, teils von der Diözese getragen werden. Neben einer guten Ausbildung legen sie ihren Schwerpunkt besonders auf die Vermittlung des Glaubens, auf eine an christlichen Wertmaßstäben orientierte Persönlichkeitsbildung und auf die Erziehung zu sozialem Engagement. In katholischer Trägerschaft sind im Bistum Würzburg zwei Grund- und Hauptschulen, sechs Realschulen, vier Gymnasien, zehn Sonderschulen, neun berufsbildende Schulen und fünf Schulen des Gesundheitswesens. Bundesweit ist die katholische Kirche der größte freie Träger von Schulen. Sie unterhält derzeit rund 1140 Schulen, die von rund 351.000 Schülern besucht werden.
Quelle: POW |