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Adalbero (um 1010 –1090)

Bischof von Würzburg, Graf von Lambach-Wels

 

Adalbero war der Sohn des Grafen Arnold II. von Lambach in Oberösterreich und der ostfränkischen Gräfin Reginlint. Er wurde um 1010 in Lambach an der Traun geboren. Nach seinen Studien in der Würzburger Domschule trat Adalbero in den Dienst von König Heinrich III. Dieser ernannte ihn 1045 zum Nachfolger des heiligen Bruno auf dem Würzburger Bischofsstuhl.

 

Bischof Adalbero ließ den von Bruno begonnenen Dombau fortsetzen und ergriff die Initiative zur Errichtung der Neumünsterkirche (1058-1063). Bahnbrechende Leistungen schreiben ihm die Forscher bei der Reform des kirchlichen Lebens zu. Mit den benediktinischen Reformern in Cluny, Gorze und Hirsau hatte er enge Kontakte. Aus Gorze holte er den Mönch Egbert, der als Erneuerer der Abtei Münsterschwarzach weit gespannte Wirksamkeit entfaltete. Bis Harsefeld bei Stade im Norden und Lambach und Melk im Süden breitete sich der Einfluss der Münsterschwarzacher Reformer aus. Ein solcher Art reformiertes Benediktinerkloster gründete Adalbero auch auf der Stammburg seiner Familie in Lambach. 1057 besetzte Adalbero das Würzburger Kollegiatsstift Sankt Peter, Paul und Stephan mit Münsterschwarzacher Benediktinern.

 

Nach dem Tod Heinrichs III. intensivierte Adalbero sein Engagement auf Reichs- und Hoftagen sowie Synoden und profilierte sich als Ratgeber und Schlichter. 1066 traute er in Würzburg Heinrich IV. mit seiner Gemahlin Bertha von Susa. Gemeinsam mit anderen Fürsten vermittelte er 1075 den Frieden von Speyer.

 

Im kurz darauf ausbrechenden Investiturstreit schlug sich Adalbero mit allen Konsequenzen auf die Seite von Papst Gregor VII. und bezog damit Position gegen König Heinrich IV. Gregor wandte sich gegen die Praxis, dass die Bischöfe vom Landesherrn und nicht vom Papst eingesetzt wurden. Die Synode von Worms sprach sich jedoch mit Heinrich gegen Gregors Ideen einer Universalkirche aus und erklärte den Papst für abgesetzt. Gregor seinerseits verhängte über König Heinrich den Kirchenbann, worauf dieser den berühmten „Gang nach Canossa“ antreten musste. Mit der Aussöhnung der Kontrahenten in Canossa war das vormalige Abhängikeitsverhältnis der Bischöfe vom König erneut festgeschrieben.

 

Mit anderen Fürsten rief Adalbero daraufhin 1077 Herzog Rudolf von Rheinfelden zum neuen König aus. Doch die Würzburger Bürger waren König Heinrich treu geblieben und verhinderten Adalberos Rückkehr in die Stadt. Dreimal ernannte Heinrich IV. daraufhin einen Gegenbischof für Würzburg. Vermittlungsangebote lehnte Adalbero ab: Man könne ihn zwar töten, nicht aber beugen, beteuerte er. Im Frühjahr 1085 wurde er von der Mainzer Synode für abgesetzt erklärt und musste in die Verbannung gehen.

 

1086 führte ihn Gegenkönig Rudolf nach Würzburg zurück, wo er aber bald erneut vertrieben wurde. Adalbero arbeitete, dem Papst treu, weiter, war Mitbegründer der Abtei Zwiefalten in Schwaben und engagierte sich in seinem Kloster in Lambach. Am 6. Oktober 1090 starb er in Lambach und wurde in der von ihm selbst in Auftrag gegebenen und geweihten Abteikirche bestattet. Bald nach seinem Tod wurde er in seiner oberösterreichischen Heimat als Heiliger verehrt, in Münsterschwarzach ist seine Verehrung seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen.

 

1883 bestätigte Papst Leo Adalbero offiziell als Heiligen für die Weltkirche. In der Würzburger Neumünsterkirche befindet sich ein 1948 von Josef Amberg gestalteter Glasschrein, der als Reliquie einen Oberschenkelknochen Adalberos enthält. Außerdem erinnert in Würzburg die neuromanische Sankt Adalberokirche an den Heiligen.

 

Jerzy Staus

 

Literatur:

Scheele, Paul-Werner. Die Herrlichkeit des Herrn. Würzburg: Echter-Verlag 1989.