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Burk(h)ard - der  erste Bischof

Die Vorgeschichte des Bistums

Die von 686 bis 689 dauernde Tätigkeit des irischen Wanderbischofs Kilian und seiner Gefährten Colonat und Totnan konfrontierte das Frankenland ertsmals ernsthaft mit der Botschaft Jesu Christi. Erst Bonifatius jedoch hat das mit heidnischen Elementen durchsetzte und jeglicher Organisation entbehrende Christentum in den Mainlanden gefestigt. Sein Werk ist die romverbundene Landeskirche.

Papst Gregor II. erteilte ihm am 15. Mai 719 einen allgemeinen Missionsauftrag. Am 30. November 722, nach der Bischofsweihe, wurde Bonifatius mit der Missionierung Hessens, Thüringens und Ostfrankens beauftragt. Mit Hilfe Karlmanns errichtete er 742 für die drei Stämme des ehemaligen Thüringerreiches drei Bischofssitze: Buraburg für Hessen, Erfurt für Thüringen und Würzburg für Franken. Nur Würzburg erwies sich als lebensfähig.

Karlmann überließ dem neuen Bistum unter anderem 25 Kirchen und das Marienkloster zu Karlburg. Im Sommer oder Herbst 742 berichtete Bonifatius dem Papst von der Weihe der drei Bischöfe und der Gründung der drei Bistümer. Für sie erfolgte die Bestätigung am 1. April 743.

Bedeutung

Wie Bonifatius war auch Burkard von vornehmer Herkunft. Seine Heimat war wahrscheinlich das westliche Südengland. Auch er war wie Bonifatius Benediktiner. 742 wurde Burkard in Würzburg zum Bischof geweiht. Ihm wurde von Bonifatius die Marienkirche auf dem Marienberg als erste Bischofskirche zugewiesen. Als eigenen Sitz des Domklerus gründete Burkard auf dem linken Mainufer an der Stelle des späteren Klosters St. Burkard das Benediktinerkloster St. Andreas.

Im Geiste seines Lehrers Bonifatius übernahm Burkard das ihm übertragene Hirtenamt der neuen Diözese Würzburg. Bereits am 21. April 743 nahm er an dem von Karlmann und Bonifatius einberufenen Concilium Germanicum teil, der ersten Synode auf dem Boden der späteren deutschen Kirche. Ziel dieser Synode war es, »das Gesetz Gottes und die kirchliche Ordnung, die in den Tagen der früheren Fürsten in Auflösung und Verfall gerieten, wiederherzustellen«.

Burkard war besonders um den Ausbau seiner Diözese bemüht. Als die Gebeine der Märtyrer Kilian, Kolonat und Totnan wieder gefunden wurden, ließ sie Burkard im Oktober 752 zunächst in seine Kathedrale, die Marienkirche auf dem Marienberg, bringen. Burkard starb am 2. Februar 753 in Würzburg.

Die Heiligkeit Burkards stand bei seinen Zeitgenossen außer Zweifel. Nach zwei Jahrhunderten erkannte auch die Kirche Burkard jene Verehrung zu, die das Volk ihm schon seit seinem Tode erwiesen hatte. Das Fest des heiligen Burkard wurde durch das ganze Mittelalter im Bistum Würzburg wie die anderen Hochfeste gefeiert. Als Volksbrauch bildete sich das Backen eines eigenen Brotes - Burkardusweck - in Form eines Ringes heraus.

nach: Klaus Wittstadt, Würzburger Bischöfe, echter 1979

Biographie

Burkhard (oder Burchard) wurde um 700 in Südwestengland geboren. Zeugnis über sein Leben geben zwei unzuverlässige, legendenhafte Vitae, die erste entstanden vor 855, die zweite gegen Mitte des 12. Jahrhunderts.

Burkhard war Benediktiner und enger Mitarbeiter von Wynfrith Bonifatius. Als Bonifatius im Zuge der Neuorganisation der thüringisch-ostfränkischen Kirche auf das Festland reiste, begleitete ihn Burkhard. Bonifatius gründete die drei Bistümer Buraburg, Erfurt und Würzburg und weihte Burkhard im Sommer des Jahres 741 (742?) zum ersten Bischof von Würzburg. 743 bestätigte Papst Zacharias die Weihe und im gleichen Jahr nahm Burkhard bereits am Concilium Germanicum, der ersten deutschen Synode sowie an der Synode zu Estinnes im Hennegau teil. 747 besuchte er die Reichssynode und überbrachte 748 als Gesandter des Bonifatius dem Papst in Rom die von den fränkischen Bischöfen unterzeichnete Obödienzerklärung (Gehorsams- und Treuebekenntnis). Mit dem Abt Fulrad von Saint Denis reiste er 749 (750/751?) erneut nach Rom, um im Auftrag Pippins des Kurzen mit Zacharias die fränkische Königsfrage zu erörtern.

In Würzburg gründete Burkhard 750 das Kloster Stankt Andreas und erbaute den Salvatordom an der Martyrienstätte des heiligen Kilian. Dorthin wurden auf sein Geheiß 752 die Gebeine des Märtyrers Kilian und seiner Gefährten überführt. 751 soll Burkhard sein Bischofsamt niedergelegt haben und sich in eine Tropfsteinhöhle bei Hohenburg am Main zurückgezogen haben. Er könnte jedoch auch Bischof geblieben und 753 (754 ?) in Würzburg gestorben sein.

Anderen Darstellungen zufolge soll Burkhard mainabwärts gezogen sein, um ein weiteres Kloster zu gründen und in Hohenstein den Tod gefunden haben. Unwahrscheinlicher ist die Darstellung von Burkhards Tod im Apenneninnengebirge während einer Wallfahrt nach Rom.

Sein Nachfolger, Bischof Megingoz, ließ Burkhard im Dom bei den Gebeinen der Frankenapostel bestatten. Am 14. Oktober 986 brachte Bischof Hugo Burkhards Gebeine in das Andreaskloster. 1955 wurde das Grab in der Sankt Burkarduskirche wiederentdeckt. Die Reliquien ruhen heute in einem vom Würzburger Goldschmied Theo Sebald geschaffenen Reliquienschrein auf einem Seitenaltar der Kirche.

Wie seinem Lehrer Bonifatius ging es Burkhard darum, den Glauben der fast wieder zu Heiden gewordenen Franken neu zu beleben, zu stärken und zu vertiefen. Dem diente die Errichtung einer straffen Organisation und die enge Bindung an den römischen Bischof.

Festtag: 14. Oktober (Tag der Überführung der Gebeine in das Sankt Andreaskloster)
Helfer gegen Gelenkbeschwerden und Rheumatismus (vgl. Kilian) sowie Stein- und Nierenleiden und Lendenschmerz

Jerzy Staus

Literatur:

H. Roeder, Saints and their attributes, London 1955, Seite 204. - Basilius Senger, Burkhard von Würzburg. Die Heiligen in ihrer Zeit, hg. Peter Manns, I, 1966(2. Auflage), Seite 401f.