Georg Karl von Fechenbach (1749-1808)
Der letzte Fürstbischof von Würzburg
Georg Karl von Fechenbach war der letzte Fürstbischof des Hochstifts Würzburg und wurde zugleich der erste Bischof ohne weltliche Macht. Seine Amtsperiode fiel in eine Zeit großer Veränderungen, denen er mit Würde zu begegnen versuchte. Sein Regierungsstil galt als ”nüchtern, hausväterlich und beharrlich” (Klaus Wittstadt).
Georg Karl Ignaz Freiherr von Fechenbach zu Laudenbach gehörte er zu einem Zweig der Familie, der bereits viele Offiziere und geistliche Würdenträger hervorgebracht hatte. Er wurde am 20. Februar 1749 geboren – als fünftes von siebzehn Kindern des kurmainzischen Hof- und Regierungsrates Christoph Hartmann von Fechenbach und seiner Frau Sophie Leopoldine Freiin von Buseck.
Bereits mit neun Jahren war er Domizellar in Würzburg, zwei Jahre später in Mainz und Trier. Er studierte in Würzburg und Mainz und promovierte nach Studienreisen durch Frankreich und Italien in Rom 1768 zum Doktor beider Rechte und 1769 zum Doktor der Theologie. 1777 wurde er Mitglied des Mainzer Domkapitels, 1779 zum Priester geweiht und ein Jahr später in das Domkapitel Würzburg aufgenommen.
Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal übertrug ihm die Leitung der Schulkommission, die Förderung des Fabrikwesens und machte ihn zum Rektor der Universität. Als Erthal 1795 starb, bemühte sich Fechenbach um seine Nachfolge, wobei er auf die Hilfe des kaiserlichen Hofes rechnen konnte. Am 12. März 1795 wählte ihn das Würzburger Domkapitel, während Bamberg ihm eine klare Abfuhr erteilte. Die unter Schönborn und Erthal vereinten Bistümer kamen so wieder in verschiedene Hände. In Würzburg wurde er nach der päpstlichen Bestätigung am 21. Juni 1795 konsekriert.
Fechenbach führte Erthals Bistumspolitik – konservativ gemäßigter – fort . Auch er förderte das Schulwesen und die Landwirtschaft. Aus seiner kurzen Amtszeit stammt etwa die Wiedereinführung von Fruchtmagazinen oder das Verbot für Staatsdiener, Handel zu treiben. Wie Erthal widmete auch er sich der Armenfürsorge.
In der Außenpolitik ging Fechenbach jedoch notgedrungen einen härteren Weg als sein Vorgänger. Als treuer Anhänger des Kaisers stellte er sich den Auflösungserscheinungen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen entgegen, die aus dem revolutionären Frankreich herüberschwappten. Er gab die Neutralität des Bistums auf - mit dem Ergebnis, dass das Hochstift 1795 und 1800 von französischen Truppen besetzt wurde.
1795 vereinbarte Preußen mit Frankreich die Abtretung der linksrheinischen Gebiete. Die deutschen Fürsten sollten für diesen Verlust mit kirchlichen Besitzungen entschädigt werden. Dies bedeutete die Säkularisation, die mit dem Reichsdeputations-Hauptschluss am 25. Februar 1803 ihren Abschluss fand. Am 28. November 1802 musste Fechenbach unter dem militärischen Druck Bayerns als Landesherr zurücktreten. Als Ersatz für die Abtretung der Pfalz an Frankreich ging Würzburg mit anderen Kleinstaaten an Bayern. Neben Würzburg verschwanden weitere 21 Bistümer und Erzbistümer, sowie über 40 reichsunmittelbare Klöster und Stifte von der Landkarte.
Nach seinem Rücktritt widmete sich Fechenbach ausschließlich seinem Bischofsamt. 1805 übernahm er nach dem Tod von Erzbischof Buseck auch die Leitung des Erzbistums Bamberg. Zusammen mit Weihbischof Gregor von Zirkel versuchte er in der Zeit eines hart geführten Kirchenkampfes und der sich anschließenden kirchlichen Restauration die Überreste der katholischen Kirche in Bayern zu bewahren. Bis zu seinem Tod stritt er mit den weltlichen Herrschern um den Anspruch auf die Verleihung von Pfarrstellen, gegen staatliche Eingriffe in die kirchliche Verwaltung, das Sakramentenrecht und den Entzug der Priesterseminare.
Doch die Welt war nicht mehr dieselbe, die er bei seiner Bischofsweihe vorgefunden hatte. Fechenbach zog sich mehr und mehr auf Schloss Werneck zurück, das man ihm noch überlassen hatte. Am 9. April 1808 starb Georg Karl von Fechenbach in Bamberg an einem Schlaganfall. Im Bamberger Dom wurde er beigesetzt. Der Würzburger Bischofsstuhl blieb nach seinem Tod für zehn Jahre unbesetzt bis ein königlicher Erlass Friedrich von Groß zu Trockau als seinen Nachfolger bestimmte.
Jerzy Staus |