Der selige Märtyrerpriester Georg Häfner (1900-1942)
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© Quelle: Diözesanarchiv Würzburg  |
| Der selige Märtyrerpriester Georg Häfner. |
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Frieden und Versöhnung sind die Botschaft des seligen Märtyrerpriesters Georg Häfner. „Keinem Menschen wollen wir fluchen, keinem etwas nachtragen, mit allen wollen wir gut sein“, schrieb Häfner aus der Gestapo-Untersuchungshaft. Für Bischof Dr. Friedhelm Hofmann ist Häfner „Anwalt für das wirkliche Leben“. Er habe seine Beziehung zu Christus Tag für Tag vertieft und sei ein exemplarischer Zeuge der Glaubenstreue in der schweren Zeit des Nationalsozialismus, so Bischof Hofmann in seiner Predigt im Festgottesdienst zur Seligsprechung Häfners am 15. Mai 2011 im Würzburger Kiliansdom. Nach Auffassung des Kirchenhistorikers Professor Klaus Wittstadt besteht das Vorbildhafte Pfarrer Häfners vor allem darin, „dass er den Glauben an die Erlösung zeigt.“Georg Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg als Sohn eines städtischen Arbeiters in der Unteren Bockgasse (in der Nähe des heutigen Georg-Häfner-Platzes) geboren. 1918 legte er das Kriegsabitur ab und wurde zum Heer einberufen. Sein Theologiestudium begann er 1919. 1920 schloss Häfner sich dem Dritten Orden vom Berge Karmel an, von dem er den Namen Aloysius vom Heiligsten Sakrament empfing. Am 13. April 1924 weihte ihn der Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck in der Würzburger Michaelskirche zum Priester. Seine Kaplansjahre verbrachte er von 1924 bis 1928 in Motten, Goldbach, Mürsbach und Altglashütten. Am 12. November 1934 übernahm er die Pfarrstelle von Oberschwarzach. Pfarrer Häfner lebte bescheiden und zurückgezogen, konzentriert auf Gebet und Opfer. Passend daher das Motto der Seligsprechung: „einfach. gläubig. konsequent“. Häfners unbeirrtes und mutiges Eintreten für die Kirche führte nach Denunziationen zur Inhaftierung („Schutzhaft“) durch das NS-Regime. Bereits als Kaplan von Altglashütten erregte er wegen seiner kritischen Haltung den Argwohn der Nationalsozialisten. Er wurde angezeigt und verfolgt, konnte sich jedoch in Maria Ehrenberg verstecken. Als Pfarrer von Oberschwarzach machte er sich verdächtig, weil er den Hitlergruß verweigerte. 1938 wurde er mit einem Schulverbot belegt und hielt von da an den Beicht-, Erstkommunion- und Firmunterricht heimlich ab. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich sein Vorgehen im Fall des Forstwarts Michael Wünsch. Dem exkommunizierten Parteigenossen ließ Häfner auf dem Sterbebett eine Erklärung unterschreiben, in der dieser seine zweite, standesamtlich geschlossene Ehe vor Gott und seinem Gewissen als ungültig erklärte. Im Oktober 1941 wurde der unliebsame Priester deswegen von der Gestapo verhaftet. Offiziell warf man ihm vor, er habe die Bevölkerung aufgehetzt, das priesterliche Amt missbraucht und damit die „innere Front“ geschwächt. Generalvikar Dr. Franz Miltenberger ersuchte unverzüglich um Häfners Freilassung, der jedoch sechs Wochen später ins KZ Dachau gebracht wurde. Bei seiner Ankunft sei Häfner bereits blutig geschlagen worden, berichtete der Alslebener Pfarrer August Eisenmann. Doch Georg Häfner, den Mitgefangene als sensiblen, tieffrommen Mann schilderten, klagte nie. Er habe sein Schicksal als Kreuzweg in der Nachfolge Christi gesehen. Das Gebet stand im Mittelpunkt seiner letzten Monate. Der Mithäftling Oberpfarrer Franz Geiger beschrieb Häfner als sehr stillen, frommen, bescheidenen Priester, der ergeben sein Kreuz getragen habe. „Nie hat man ein ungutes Wort von ihm gehört. Er betete sehr viel und war in sich gekehrt. Er war von uns Priestern geachtet und wurde allen zum Vorbild“.
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© Quelle: POW  |
| Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (mitte) beim Festgottesdienst zur Seligsprechung Georg Häfners am 15. Mai 2011. Im Hintergrund: Das Häfnerporträt des Künstlers Helmut Booz. |
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"Nur in der Schule des Heilands ist die Liebe zu lernen, die auch vor dem Feind nicht halt macht", schrieb Häfner noch aus dem KZ. "Im August 1942 traten bei Pfarrer Häfner deutlich die Anzeichen von Unterernährung auf. Es erfasste ihn das Hungergespenst. Füße, Hände, Kopf zeigten die bekannten Schwellungen", erinnerte sich der Münsterschwarzacher Benediktinerpater Sales Hess. „Wahrscheinlich ist, nachdem er mit Wasser behaftet war, Phlegmone entstanden. Nach drei Tagen war er eine Leiche. Er ist wohl ganz einsam gestorben“ berichtete Pfarrer August Eisenmann. Georg Häfner stirbt am 20.August 1942 um 7.20 Uhr an den Folgen von Misshandlung, Unterernährung und Krankheit. Noch ein halbes Jahr vor seinem Tod schrieb er: "Trost, Kraft und alles finden wir im Gebet und in der Hingabe an Gott".Häfners Urne wurde am 18. September 1942 im Priestergrab auf dem Würzburger Hauptfriedhof unter großer Beteiligung der Zivilbevölkerung und des Klerus beigesetzt. Vierzig Jahre später, im Jahr 1982, wurde die Urne in die Kiliansgruft der Neumünsterkirche überführt. Den Seligsprechungsprozess leitete das Bistum Würzburg im Jahr1985 ein. Das Bischöfliche Erhebungsverfahren wurde 1992 eröffnet und endete im Mai 2002. Initiator des Seligsprechungsprozesses war die KZ-Priestergemeinschaft Dachau und der Priesterverein der Diözese Würzburg. Postulator des Prozesses wurde Domdekan Monsignore Günter Putz, Bischöflicher Beauftragter für das Erhebungsverfahren Dr. Dr. Adam Zirkel. Franziskanerpater Dr. Marijan Franc Cafuta war Promotor iustitiae. 900 Seiten Aktenmaterial hat Cafuta zusammengestellt, darunter 16 Briefe des KZ-Gefangenen, Gestapo-Dokumente, Protokolle über Vernehmungen von Weggefährten, Zeugnisse der Verehrung Häfners und Berichte über Gebetserhörungen. In der Kilianiwallfahrtswoche 2009 konnte Bischof Hofmann verkünden, dass Papst Benedikt XVI. Pfarrer Häfner offiziell als Märtyrer anerkannt hat. Die Seligsprechung fand am 15. Mai 2011, dem Sonntag der Geistlichen Berufe, in Würzburg statt. Bei einem festlichen Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom verlas der Päpstliche Delegat Angelo Kardinal Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, das Dekret von Papst Benedikt XVI. über die Aufnahme Häfners unter die Seligen der Kirche. Im Herbst 2011 soll am Würzburger Kardinal-Döpfner-Platz die Georg Häfner-Gedenkstätte eröffnen. Dort ist geplant, auch das drei mal zwei Meter große Häfner Porträt, das im Gottesdienst zur Seligsprechung erstmals zu sehen war, auszustellen. Es stammt vom Künstler Helmut Booz und war wesentlicher Bestandteil der Seligsprechungsfeier. Direkt nach dem Verlesen des Apostolischen Schreibens, das die offizielle Anerkennung Georg Häfners als Seligen zum Inhalt hatte, wurde das Porträt feierlich enthüllt. Der Bildhauer Karlheinz Oswald schuf zur Seligsprechung Häfners eine 150 Kilogramm schwere Stahlfigur des Priesters. Mit 1,76 Meter steht sie in Lebensgröße am Urnengrab in der Kiliansgruft der Neumünsterkirche. „Stahl gilt als modernes Material, gleichzeitig aber auch als Zeichen der Vergänglichkeit, was Häfners Schicksal andeuten will“, beschreibt Oswald seine Intention. Bereits seit 1997 existiert eine Bronzebüste von Georg Häfner. Der Bildhauer Rainer Stoltz fertigte sie damals nach einem Foto an, das Häfner bei der Festnahme durch die Gestapo im Jahr 1942 zeigt. Die Büste steht inzwischen in der Gedenkstätte in der Pfarrkirche in Oberschwarzach.
http://www.georg-haefner.de
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