Elemente und Inhalte der Feier EröffnungVorstellung des KandidatenZwei assistierende Priester geleiten den Erwählten vor den Hauptzelebranten und bitten um die Weihe zum Bischof. Das Ernennungsschreiben des Papstes wird verlesen. Seit dem 12. Jahrhundert zeigt dies die enge Verbindung des Episkopats mit dem Bischof von Rom an. Als Folge des Investiturstreits wird mit dieser Zustimmung des Papstes selbst bei Bischofswahlen in den Ortskirchen die leitende Stellung der römischen Ortskirche deutlich. WortgottesdienstErste LesungDie erste Lesung aus der Apostelgeschichte ist vom Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus genommen. Im Paulusjahr wird dieses Fest ausnahmsweise nicht von den Sonntagstexten verdrängt. Es ist ein glücklicher Umstand, dass dieses Fest des maßgeblichen Theologen und Gestalter der frühen Kirche des Völkerapostels Paulus die Bischofsweihe bestimmt. Zweite LesungDie zweite Lesung dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther, also einem Brief des Apostels selbst entnommen, verweist auf den Weihekandidaten und seinen Wahlspruch. EvangeliumAuch das Evangelium vom Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus aus dem Abschluss des Markusevangeliums passt wunderbar mit dem darin enthaltenen jesuanischen Sendungsbefehl an seine Jünger zur Bischofsweihe. HomilieDie Grundzüge der Pontifikalienansprache werden von Bischof Friedhelm in die Homilie (Predigt) integriert. Die Pontifikalienansprache beschreibt ausgehend vom jesuanischen Sendungsbefehl die Bedeutung, die Aufgaben und die persönliche und spirituelle Haltung des Bischofs. Eine solche Vorlage einer Musteransprache gehört in der liturgischen Tradition zum Formular der Weiheliturgien. Gerade die Pontifikalienansprachen der vergangenen Jahrhunderte zeigen bis heute die Bedeutung des Bischofsamtes im sich verändernden kirchlichen Kontext. WeiheKonsekratorenAnders als bei der Diakonen- und Priesterweihe sind seit dem vierten Jahrhundert drei Bischöfe zur rechtmäßigen Konsekration eines Bischofs vorgesehen. Das erste Konzil der Kirche in Nicäa 325 n.Chr. hält dies bereits fest und möchte somit garantieren, dass ein Bischof nicht nur als Vorsteher seiner Diözese sondern auch als Garant für die Einheit mit der gesamten Kirche verstanden wird. Heilig-Geist-HymnusDie Herabrufung des Heiligen Geistes ist grundlegend für jedes liturgische Beten und Segnen. Die explizite Anrufung des Heiligen Geistes gehört zu jeder Weihehandlung der Kirche. Versprechen des ErwähltenIn neun Fragen wird der Erwählte nach seiner Bereitschaft gefragt: 1.der Nachfolge der Apostel bis in den Tod treu zu bleiben. 2.das Evangelium treu zu verkündigen. 3.das Lehramt der Kirche auszufüllen und zu bewahren. 4.in der Einheit mit dem Papst und den Bischöfen der Kirche zu dienen. 5.nach Gehorsam dem Papst gegenüber. 6.in der Einheit mit den Priestern und Diakonen dem Volk Gottes zu dienen. 7.nach der Sorge um die Armen und Notleidenden. 8.nach der Sorge um die verlorenen Schafe (Hirtendienst). 9.nach dem immerwährenden Gebet. LitaneiWie der Heilige Geist im Hymnus besonders angerufen wird, so in der Litanei die Fürsprache der Heiligen. Im letzten Teil der Litanei werden die Fürbitten der Gemeinde gesungen. Besonders hervorgehoben sind die drei Fürbitten für den Erwählten, die vom Hauptkonsekrator selbst gesungen werden. HandauflegungHandauflegung und Gebet ist bereits in den neutestamentlichen Berichten (Timotheusbriefe) die Form der Amtsordination in der Kirche. Bei der Bischofsweihe ist die Handauflegung dreier Bischöfe notwendig. Doch legen alle anwesenden Bischöfe die Hände auf und machen so die Einheit des Episkopats der Kirche deutlich. Auflegen des EvangeliarsNur zur Bischofsweihe wird dem Erwählten zum Weihegebet das Evangeliar von zwei Diakonen über den Kopf gehalten. Was in der Diakonenweihe nur im Wortlaut deutlich wird „… was du verkündest, erfülle im Leben“ ist in der Bischofsweihe augenfällig. Der Bischof steht voll und ganz unter dem Evangelium, verkündet und lebt es ganz und gar authentisch. WeihegebetDie anwesenden Bischöfe beten das Weihegebet. Der epikletische Teil des Gebetes bittet um die für das Bischofsamt notwendigen Gaben: den Geist der Leitung, die Kraft zum ununterbrochenen Dienst am Volk Gottes und den Sakramenten der Kirche, die hohepriesterliche Vollmacht der Sündenvergebung, die Kompetenz Ämter zu verteilen und ein lauteres und gütiges Herz. Das Weihegebet ist seit der nachkonziliaren Liturgiereform dem ältesten liturgischen Weiheformular der christlichen Überlieferung überhaupt entnommen, der Traditio Apostolica, die an der Schwelle vom zweiten zum dritten Jahrhundert in Rom entstanden sein könnte. Salbung des HauptesDie Salbung des Hauptes ist seit dem 6. Jahrhundert üblich und eng mit den Chrisamsalbungen der Taufe, Firmung und Priesterweihe verbunden. Durch die Chrisamsalbung haben Christen Anteil an der königlichen, priesterlichen und prophetischen Würde Jesu Christi. Die alttestamentliche Königssalbung erhält hier ihre christliche Deutung und Fortführung (auch die Könige des Mittelalters wurden gesalbt). Wird in der Taufe und Firmung die Stirn mit Chrisam gesalbt und in der Priesterweihe die Hände als Zeichen für die sakramentale Vollmacht des Priesteramtes, so in der Bischofsweihe das ganze Haupt. Das Bischofsamt erweist sich als Fülle aller Aufgaben christlicher Nachfolge. Der umfassende Sendungs- und Segensauftrag des Evangeliums wird in der Hauptsalbung augenfällig. In den vergangenen Jahrhunderten wurde dem neugeweihten Bischof ein Tuch als Stirnband gebunden um das Haupt tatsächlich ganz und gar mit Öl zu bedecken. Überreichung des EvangeliarsNach der Diakonenweihe wird noch einmal in der Bischofsweihe das Evangeliar überreicht. Was im Gestus des Weihegebetes deutlich wurde findet hier seine explizite Nennung. Der Bischof ist oberster Verkünder des Evangeliums und Hüter der Lehre der Kirche. Anstecken des Ringes und Überreichen des StabesEbenfalls im siebten Jahrhundert findet wie die Salbung das Anstecken des Ringes als Treuzeichen der Braut Christi – der Kirche – und die Übergabe des Stabes als Symbol des Hirtendienstes Eingang in die Bischofsweihe. Überreichung des PectoralesDas Brustkreuz des Bischofs ist ein Amtszeichen, das aus dem Tragen von Reliqiuenkapseln entstanden ist. Reliquien machen die Glaubenstradition der Kirche deutlich und stellen den Bischof in diese Tradition. Das Brustkreuz gehört streng betrachtet nicht zu den liturgischen Zeichen und findet deshalb formlos statt. Aufsetzen der MitraDie Mitra für Bischöfe ist erst ab dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Die ursprüngliche „phrygische Mütze“ der römischen Beamten trug ursprünglich nur der Bischof von Rom, woraus sich in späterer Zeit die Tiara entwickelt hat. doch haben hier Tiara, Mitra und die Kronen der Orthodoxie ihren Ursprung gleichermaßen. So war die Mitra im Mittelalter noch mehr eine am Kopf anliegende Kappe. Friedensgruß mit UmarmungDie Liturgie der Kirche war in vergangenen Jahrhunderten mit mehreren Friedenszeichen durchsetzt als dies im gegenwärtigen Messritus der Fall ist. In den Weiheliturgien hat sich am Ende der Weihehandlung ein Friedensritus erhalten, der die mitbrüderliche Aufnahme des (der) Neugeweihten zum Ausdruck bringt. In der Diakonenweihe werden die Neugeweihten von den anwesenden Diakonen begrüßt, in der Priesterweihe von den Priestern und in der Bischofsweihe von den anwesenden Bischöfen. EucharistiefeierEntlassungTe deum und Segenszug des neuen BischofsDer neugeweihte Bischof zieht segnend durch den Dom. Hier zweigt sich die ursprüngliche Bedeutung des Segens. So war er nach dem Sendungsbefehl an die feiernde Gemeinde („Gehet hin in Frieden“) der persönliche Segenszuspruch des Bischofs für die Fortführung des Gottesdienstes im Alltag der Gläubigen.
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