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Wahre Freiheit finden und heil werden

Große Feier zum 1650. Geburtstag von Augustinus -

Festgottesdienst mit Karl Kardinal Lehmann -

25 Jahre Gesellschaft zur Förderung der Augustinusforschung -

Feierstunde mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann als Gast

Würzburg (POW)

'Kein anderer Kirchenvater spielt in philosophisch-theologischen Debatten eine ähnliche Rolle, keiner wird heute noch so häufig und intensiv gelesen', würdigte Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner Predigt den heiligen Augustinus.
"Kein anderer Kirchenvater spielt in philosophisch-theologischen Debatten eine ähnliche Rolle, keiner wird heute noch so häufig und intensiv gelesen", würdigte Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner Predigt den heiligen Augustinus.
Als bedeutenden Theologen und Philosophen von einmaligem Rang hat Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Mainz, den heiligen Augustinus gewürdigt. "Kein anderer Kirchenvater spielt in philosophisch-theologischen Debatten eine ähnliche Rolle, keiner wird heute noch so häufig und intensiv gelesen", sagte der Kardinal beim Gottesdienst anlässlich des 1650. Geburtstages des Kirchenvaters in der dicht gefüllten Würzburger Augustinerkirche. Bei der anschließenden Jahresvollversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung im Matthias-Ehrenfried-Haus verdeutlichte Benediktinerabt em. Dr. Odilo Lechner die Wegweisungen, die Augustinus den Menschen des 21. Jahrhunderts gibt, allen voran die Gewissheit, dass Wahrheit sich suchen lässt.

In seinem großen Buch der "Bekenntnisse" hat Augustinus laut Kardinal Lehmann in einer bis dahin unerhörten Weise die personale Prägung menschlichen Lebens entdeckt. Diese sei vor allem da zu erkennen, wo sich der Autor um den Einzelnen vor Gott, um ethische und rechtliche Dimensionen menschlichen Tuns kümmere. "Dadurch wird der Mensch viel mehr als bisher unmittelbar vor Gott selbst gestellt, ihm geradezu ausgesetzt." Das gleichsam nackte Stehen vor Gott hebe den Menschen in seiner Einmaligkeit hervor und führe beim Menschen zu einer tieferen Selbsterkenntnis. Augustinus geht so weit, zu sagen: Gott und die Seele möchte ich kennen lernen, nichts mehr, überhaupt nichts mehr. "Darauf kommt es an: die wahre Freiheit zu finden und dadurch heil zu werden", sagte der Kardinal.

Auch wenn sie stattliche 1600 Jahre alt sind, seien die Erkenntnisse des Augustinus nicht von
Augustinus hat auch im 21. Jahrhundert noch viel zu sagen, erklärte Benediktinerabt em. Dr. Odilo Lechner in seinem Festvortrag.
Augustinus hat auch im 21. Jahrhundert noch viel zu sagen, erklärte Benediktinerabt em. Dr. Odilo Lechner in seinem Festvortrag.
gestern. "Um die Würde des Menschen in allen Dimensionen wirksam zu achten, zum Beispiel wenn es um die bioethische Diskussion über den Beginn des Lebens oder auch um die Erlaubtheit der Folter geht, bedarf es des Nachvollzugs und der Wiederholung der Erfahrung des heiligen Augustinus zwischen Gott und dem menschlichen Ich. Davon bin ich fest überzeugt." Es sei durchaus möglich, dass die Augen des Glaubens Strukturen des Menschen entdeckten, die sich der tiefen Erschließungskraft des Glaubens verdankten, aber in ihrer Substanz durchaus mit Mitteln menschlicher Vernunft erkennbar seien. "Darum bekommen Person und Menschenwürde ihren hohen Rang."

Die Größe des Menschen von Gott offenbare zugleich auch dessen Verlorenheit ohne ihn. "Dann verfällt der Mensch sich selbst, seinen Lastern und verschiedenen Ausformungen der Sucht. Augustinus habe viel von dem selbst erlebt, blieb aber nicht bei den einzelnen Fehlern und Irrwegen stecken. "Er deckt den tiefsten Grund dieser Verlorenheit auf, indem er die bis dahin noch schwach entwickelte Lehre von der Erb- und Ursünde radikal vertieft."

"Europa muss einer Neuorientierung entgegen sehen. Der Pluralismus ist das größte Übel, weil er alles gelten lässt", sagte Dr. Thomas Goppel, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung und bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, bei der Vollversammlung, an der auch der Würzburger
Bei der Messe mit Karl Kardinal Lehmann (Mitte) konzelebrierte auch der Würzburger Weihbischof Helmut Bauer (links).
Bei der Messe mit Karl Kardinal Lehmann (Mitte) konzelebrierte auch der Würzburger Weihbischof Helmut Bauer (links).
Bischof Dr. Friedhelm Hofmann teilnahm. Goppel würdigte Professor em. Dr. Cornelius Petrus Mayer als "Leitstern und Brandungsfels" der Augustinusforschung und gratulierte ihm zum 75. Geburtstag. In den 25 Jahren des Bestehens der Gesellschaft habe Mayer die Homepage www.augustinus.de, die CD-ROM mit allen Augustinustexten (CAG) und das Augustinus-Lexikon zu internationalen Größen gemacht. Professor Mayer widmete zum Abschluss der Versammlung dem Vorsitzenden Goppel die zweite Auflage des CAG und Dr. Adolf Bauer, dem stellvertretenden Vorsitzenden, das von Professor Dr. Winfried Böhm herausgegebene Buch über Augustinus. Für die musikalische Gestaltung des
Feierten in Würzburg den 1650. Geburtstag des heiligen Augustinus und das 25-jährige Bestehen der Gesellschaft zur Förderung der Augustinusforschung (von links): Dr. Adolf Bauer, Augustiner-Provinzial Pater Raimund Klinke, Benediktiner-Abt em. Dr. Odilo Lechner, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Dr. Thomas Goppel und Augustinerpater Professor em. Dr. Cornelius Petrus Mayer.
Feierten in Würzburg den 1650. Geburtstag des heiligen Augustinus und das 25-jährige Bestehen der Gesellschaft zur Förderung der Augustinusforschung (von links): Dr. Adolf Bauer, Augustiner-Provinzial Pater Raimund Klinke, Benediktiner-Abt em. Dr. Odilo Lechner, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Dr. Thomas Goppel und Augustinerpater Professor em. Dr. Cornelius Petrus Mayer.
Festgottesdienstes sorgten Chor und Orchester unter der Leitung von Caroline Prozeller sowie Organist Erwin Horn. Die Feier im Matthias-Ehrenfried-Haus umrahmte Chopin-Preisträgerin Sana Villeruscha am Piano.(4704/1569) mh