Rede des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, bei der Akademischen Feier anlässlich der Jahresvollversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung am 28. Oktober 2006 in Würzburg
Es gilt das gesprochene Wort.
Zu unserer 27. Vollversammlung begrüße ich Sie sehr herzlich. Hinter uns liegt ein für die Augustinus-Forschung ereignis- und erfolgreiches Vereinsjahr. Im April 2006 ist endlich die Anbindung des Zentrums für Augustinus-Forschung als ein An-Institut an die hiesige Julius-Maximilians-Universität geglückt. Der Vorsitzende, Dr. Adolf Bauer, wird uns darüber noch eingehend informieren. Anbindung an die UniversitätFesthalten möchte ich zweierlei: Der neue Status als „An-Institut“ unterstreicht nicht nur den hervorragenden wissenschaftlichen Anspruch des ZAF. Die Verbindung mit der Würzburger Universität bedeutet auch die dauerhafte Absicherung unseres Zentrums und der dort geleisteten Forschungsarbeiten. Jetzt beginnt die Zeit des gegenseitigen wirklichen Kennenlernens. Und ich bin sicher, dass sich im Dreieck von Würzburger Theologie und Philosophie sowie der Augustinus-Forschung am ZAF viele interessante Verknüpfungen ergeben werden. Eine Reihe von Wissenschaftlern der Universität Würzburg hat ihr Interesse dafür ja schon deutlich gezeigt, u.a. aus der Kirchengeschichte, der Alten Geschichte, der Klassischen Philologie, verschiedenen Bereichen der Theologie und der Philosophie sowie der Pädagogik. Kontakte zum Vatikan ausbauenDas alles zeigt und unterstreicht: Augustinus ist von universalem Einfluss. Für seine Gedanken setzen profane weltliche Territorien keine Grenzen. So kann auch effiziente Augustinus-Forschung nur im internationalen Kontext realisiert werden. Angesichts der Organisation der katholischen Kirche laufen die entscheidenden Fäden dafür im Vatikan zusammen. Alleine schon unter diesem Gesichtspunkt ist es ein guter, ein viel versprechender Gedanke, die partnerschaftlichen Beziehungen dorthin zu pflegen und auszubauen. Das selbe gilt natürlich auch für das Ostkirchliche Institut der bayerisch-deutschen Augustiner-Provinz, das ebenfalls als An-Institut an der Universität Würzburg organisiert ist. Für beide Institutionen stellt es sicher eine Bereicherung dar, wenn die Kontakte zum Vatikan und dort zur Lateran-Universität intensiviert werden können. Wenn eine Initiative dafür vom ZAF ausgeht und dabei Impulse in die Würzburger Universität hinein getragen werden können, soll mich das freuen. Weitere HöhepunkteDas vergangene Jahr hatte für unsere Gesellschaft weitere Höhepunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen: Augustinus-StudientagAm 24. Juni fand schon zum vierten Mal der vom ZAF – diesmal bereits als An-Institut – veranstaltete Augustinus-Studientag statt. Er befasste sich mit dem Thema „Augustinus und die Politik“. Nicht nur aus der hiesigen Universität beteiligten sich namhafte Referenten, sondern auch von auswärts: U.a. konnten wir aus Rom Robert Dodaro gewinnen, den Präsidenten des dortigen Augustinus-Institutes. Augustinus-LexikonSchließlich präsentierte Dr.Urs Breitenstein am 7. Juli den Doppelfaszikel 3-4 von Band 3 des Augustinus-Lexikons, unseres opus maximum. Nach einer Editionstätigkeit von rund 25 Jahren hat das Lexikon jetzt die Hälfte seines Umfangs erreicht. Für Professor Mayer bedeutete diese Zeit Jahre harter Arbeit, der Sorge, aber auch der Freude und Genugtuung. Mit ihm gemeinsam sind wir froh über die zunehmend hohe Reputation, die das Projekt in der Fachwelt genießt. Und ihm persönlich sind wir für seinen nimmermüden wissenschaftlichen und organisatorischen Einsatz dankbar. Gerne unterstützen wir in unserer Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung ihn und sein Zentrum auch weiterhin bei seiner Arbeit. Ankündigung des FestvortragsDer anschließende Festvortrag trägt den Titel „Freund und Feind bei Augustin“. Der Kirchenvater gilt nicht nur als großer Seelsorger und als namhafter Theologe, sondern auch als einer der größten Apologeten der Kirche, deren Lehre er aufs Wirksamste verteidigte. Er fasste die Ethik und die Moral der Kirche ganz im Anschluss an das Neue Testament in der Verpflichtung zur Gottes- und Nächstenliebe zusammen. Papst Benedikt XVI. beruft sich in seiner Enzyklika „Deus caritas est – Gott ist Liebe“ zu Recht wiederholt auf Augustin. Auf die Festrede von Herrn Professor Rebenich, Althistoriker der Universität Bern, sind wir daher sehr gespannt. Ganz herzlich darf ich ihn hier bei uns begrüßen und nun um sein Wort bitten.
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