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8. Juli 2005 Sehr geehrter Herr Mohr, mit Betroffenheit und Trauer habe ich vom Tod Ihrer Mutter Anneliese Mohr erfahren. Lange Jahre und bis zu ihrem Tod hat sie sich als Schriftführerin für die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung eingesetzt, gehörte damit zum engen Kreis einer Vereinigung, der vorzusitzen ich als mein vielleicht bereicherndstes Ehrennamt empfinde. Für Augustinus kommt die Zeit aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat zu bestehen. Dieses Bild der Zeit klingt nach Flüchtigkeit und Vergänglichkeit. Die ganze Kraft des Verlustes und der Vergänglichkeit erleben Sie in diesen Tagen. Trotzdem war Augustinus kein Mutloser – im Gegenteil! Wahrscheinlich deshalb, weil er ein Suchender war, stets dem Sinn des Lebens auf der Spur. Ein anderes Augustinus-Wort lautet: „Bedenke, ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.“ Das wünsche ich Ihrer Mutter, auf dem Weg, den sie nun geht, das wünsche ich auch Ihnen und den anderen Angehörigen von Herzen. Worte können den Trost nicht wirklich spenden, den wir in solchen Situationen nötig haben. Wir spüren die Lücke, die gerissen ist. Sich daran zu gewöhnen fällt schwer. Mit freundschaftlichen Gedanken reihe ich mich ein in die Schar derer, die mit Ihnen nach oben signalisieren: Da kommt eine von uns, die unermüdlich gearbeitet und gewissenhaft gelebt hat. Anneliese Mohr hat sich die „Freude der Ewigkeit“ verdient. Sie wird sie in reichem Maß erfahren und – da bin ich gewiss – nichts versäumen, was garantiert, dass die Ihren nicht mutlos werden. Darauf setzt Dr. Thomas Goppel MdL
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