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Pastoralrefenten im Bistum Würzburg  > 

Projekt Frodo-Jugend

Vernetzung und neue Impulse für die Jugendarbeit im Lebensraum

(Frodo-Jugend_1.JPG; 408 kB)
Jugendliche, die sich kirchlich engagieren und religiös interessiert sind, leben auf dem Land oft ziemlich isoliert. Sie finden in ihrem Ort oft wenig Gleichgesinnte. Ihre Bedürfnisse nach jugendgemäßen Formen des Glaubens, nach Austausch und Gemeinschaft mit Gleichaltrigen können sie nur nur in einem größeren Horizont als dem eigenen Kirchturm befriedigen. Sie brauchen auf irgendeine Weise Vernetzung mit anderen Jugendlichen, die mit ihnen auf ähnlicher Wellenlänge liegen.
Eine mögliche Antwort auf diese Situation möchte ich aus meinem Arbeitsbereich vorstellen: Die Kooperation mehrerer Pfarreien eines Lebensraumes in der Frodo-Jugend, strukturell unterstützt durch die Gründung des BDKJ Fränkischer Odenwald. Ziel dieses Projekts ist die Ermöglichung und Iniitierung von Vernetzung, Austausch, Gemeinschaftsbildung und gegenseitige Unterstützung im Glauben und Leben.

Nun zur konkreten Situation und den bisher gegangenen Schritten auf dieses Ziel hin:
Die Pfarreien(gemeinschaften) Amorbach, Kirchzell, Schneeberg und Weilbach umfassen 17 vor allem kleinere Ortschaften zwischen 3000 und 25 Einwohnern im Fränkischen Odenwald. Sie bilden für Jugendliche einen Lebensraum, da die meisten von ihnen die weiterführenden Schulen in Amorbach besuchen. Jugendarbeit gibt es in allen vier Hauptorten der Pfarreien(gemeinschaften). In Amorbach besteht das Zeltlagerteam der Kolpingjugend und die Ministranten, in Kirchzell die KjG (Katholische Junge Gemeinde), in die die Ministranten inzwischen integriert sind, in Schneeberg und Weilbach jeweils Ministrantenarbeit. Auch in den meisten der kleinen Orte gibt es Ministrantinnen und Ministranten.
Bei einem gemeinsamen Treffen mit etwa 30 Jugendlichen im Oktober 2006, zu dem alle Verantwortlichen in der Jugendarbeit eingeladen waren, nutzten die Jugendlichen diesen bereitgestellten Raum aus eigenem Antrieb zur Vernetzung. Sie entwickelten ihre Ideen, wie sie mit den Jugendlichen aus den anderen Pfarreien zusammenarbeiten und voneinander profitieren wollten. Die meisten ihrer Ideen haben sie bis heute in die Tat umgesetzt.

1. Wichtig war ihnen eine funktionierende Kommunikation untereinander.
(Frodo-Jugend_3.JPG; 101 kB)
Um untereinander kommunizieren zu können, tauschten sie ihre Kontaktdaten aus. Über alle gemeinsamen Aktivitäten und die Aktivitäten in den einzelnen Pfarreien informiert seither ein Newsletter, den ich monatlich verschicke. Dadurch werden auch Terminkollisionen wie Jugendgottesdienste in zwei benachbarten Pfarreien am gleichen Sonntag vermieden. Seit August 2007 existiert die Homepage www.frodo-jugend.de, auf der die aktuellen Veranstaltungen, Informationen und Bildergalerien von gemeinsamen Aktionen zu finden sind. Alle 6 Wochen treffen sich je zwei Jugendliche aus den beteiligten Pfarreien(gemeinschaften) zur Jugendrunde, um sich gegenseitig über ihre Aktivitäten zu informieren, voneinander zu lernen und gemeinsame Veranstaltungen zu planen.

2. Durch gemeinsame Veranstaltungen sollte gegenseitiges Kennenlernen und die Erfahrung einer größeren Gemeinschaft ermöglicht werden.
Das erste bis heute laufende Projekt dazu ist „Zu Gast in...“. Im Wechsel laden die Jugendlichen der beteiligten Pfarreien die anderen zu einem Jugendgottesdienst in ihre Pfarrkirche mit anschließendem offenem Treffen im Pfarrheim (After-Pray-Party). Den Gottesdienst zelebriert meist der Amorbacher Kaplan Michael Kubatko. Es spielen die Weilbacher Ministrantenband „Gegenwind“ und die im letzten Jahr neu entstandene KjG-Band Kirchzell. Während in den Jugendgottesdiensten zuvor, manchmal nur die Jugendlichen dabei waren, die im Vorbereitungsteam waren, sind - durch die gegenseitige Einladung - in den Kirchenbänken seither recht viele Jugendliche zu finden. Jugendliche erleben, dass sie mit ihrem Glauben nicht alleine sind.
Bei einem Wochenende mit erlebnispädagogischen Methoden im Oktober 2007 stärkten die Verantwortlichen der Jugendarbeit aus den beteiligten Pfarreien(gemeinschaften) ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und bauten Vorurteile ab. Ein ähnliches Wochenende ist für September 2008 in der Fränkischen Schweiz geplant.
80 Kinder und Jugendliche trafen sich zu einem Jugendtag unter dem Motto „Pirates of the Mud“ im Mai 2007.
über 100 Ministrantinnen und Ministranten spielten im Oktober 2007 Fußball um den Frodo-Cup. Hier gelang es erstmals, auch die Kinder und Jugendlichen aus den kleinen Ortschaften zu erreichen. Eine Wiederauflage dieses Turniers ist für Oktober 2008 geplant.
Seit Januar 2008 treffen sich Jugendliche zu „talk about“ jeden 2. Sonntag im Monat, um sich von einer Bibelstelle zum Austausch über Glaubensfragen inspirieren zu lassen.
Im Juli 2008 sollen bei einem „Frodo-Jugend-Tag“ Jugendliche auf der Gotthardsruine zeitgleich mit dem Weltjugendtag in Sidney eine Vigil feiern und unter freiem Himmel übernachten.

3. Strukturen sollen die Zusammenarbeit ermöglichen
(Frodo-Jugend_5.JPG; 680 kB)
Schon beim ersten Zusammentreffen war klar, dass Strukturen nötig sind, um sich abzusprechen, die Veranstaltungen finanzieren und Material für die Jugendarbeit anschaffen zu können.
Dazu entstand der BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) Fränkischer Odenwald, kurz: BDKJ Frodo. Diesem Dachverband können sich unter bestimmten Voraussetzungen alle Gruppierungen anschließen, die in den beteiligten Pfarreien(gemeinschaften) kirchliche Jugendarbeit machen. Bisher sind die GruppenleiterInnen der Weilbacher Ministranten, die Omi-Runde der Schneeberger Ministranten und die KjG Kirchzell beigetreten.
Ein vierköpfiger Vorstand wurde gewählt, so dass die Jugendlichen selbst über ihre Belange und das zur Verfügung stehende Geld entscheiden können. Die beteiligten Pfarreien unterstützen den BDKJ Frodo mit einer Sockelfinanzierung. Der BDKJ Frodo kann Material anschaffen, das von allen genutzt werden kann, und tritt als Veranstalter von gemeinsamen Aktivitäten auf. Über ihn staatliche und kirchliche Zuschüsse beantragt werden.
Dass Gruppierungen Mitglied im BDKJ Frodo werden können, die keine BDKJ-Mitgliedsverbände sind, hat der BDKJ-Diözesanverband als Modellprojekt genehmigt.

Wer sich einen tieferen Einblick verschaffen will, kann gerne mal auf www.frodo-jugend.de  vorbei schauen. Für Nachfragen und Kritik bin ich dankbar.

Marcus Schuck

marcus.schuck@bistum-wuerzburg.de