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Mbinga - Partnerdiözese des Bistums Würzburg  > Leben in Mbinga

Gottesdienst in Tansania


"In einem Dorf, in dem man nicht tanzt, herrscht Trauer oder Streit"
"Der Mensch kann nicht in einem Dorf leben, wo keine Musiker sind!".

Gottesdienst
   

Zwei afrikanische Sprichwörter weisen uns auf die Bedeutung von Musik und Tanz hin. Musik, Tanz und Bewegung gehören in der Kultur und Tradition Afrikas unmittelbar zusammen. Ein Fest ohne Musik und Tanz, das ist in Afrika undenkbar. Und gefeiert werden alle wichtigen Ereignisse im Leben einer Familie oder im Jahresrhythmus eines Dorfes: eine Geburt, eine Hochzeit, ein Begräbnis, die Aussaat und die Ernte. Musik, Tanz und Bewegung sind dabei von besonderer Bedeutung, denn sie verleihen den Gefühlen der Menschen ihren Ausdruck: der Freude über ein Wiedersehen oder über die Geburt eines Kindes , der Sorge um ein krankes Familienmitglied und der Trauer über den Verlust eines geliebten und geachteten Menschen.


 Viele Gemeinden kennen auch in ihrem Gottesdienst rhythmische Bewegungen, z.B., wenn sie Brot und Wein zum Altar bringen oder die Lektoren zum Lesepult begleiten, während des Gangs zur Kommunion oder bei der Eingangs- und Ausgangsprozession. Der Gesang, der Rhythmus der Trommel und das Klatschen der Hände lassen die Füße fast von selbst anfangen.

 

Ein Comboni-Missionar schreibt dazu:


"In Afrika ... Gottesdienst zu feiern ist etwas Befreiendes, etwas Frohmachendes. Gottesdienste dauern viel länger als bei uns; die große Freude, die herrscht, zeigt sich in den intensiven, mitreißenden Gesängen, in denen die Freude an Gott und seine Liebe zu uns wirklich spürbar und greifbar wird. Ein Gottesdienst ... entschädigt mich überreich für alle Mühen und Plagen des Alltags in der Mission. Alle hier in Afrika spüren dies - jeder Gottesdienst ist ein Freudenfest, so wie es eigentlich überall auf der ganzen Welt sein sollte."*

Die Erfahrungen vieler afrikanischer Christen und die Weise, ihre Gottesdienste mit Bewegung und Tanz zu gestalten, sind für viele Jugendliche auch bei uns zur Anregung geworden, Gebetsstunden und Gottesdienste durch tänzerische Elemente zu gestalten wie z.B. Heben der Hände als Zeichen des Lobpreises; Fassen der Hände zum Kreis als Zeichen der Gemeinschaft der Christen; Gehen im Kreis als Zeichen für die gemeinsamen Mitte - Jesus. Sie wollen verdeutlichen, dass wir das Lob Gottes auch durch unsere Körperhaltung ausdrücken

 

Entnommen: RU Kurier Juni 1997