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Heiligste Dreifaltigkeitskirche Gaibach

Katholische Pfarrkirche Stadt Volkach, Landkreis Kitzingen

Die Kirche Heiligste Dreifaltigkeit ist eine Stiftung des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborns. Zunächst dachte der Fürstbischof nur an eine umfassende Renovierung und Erweiterung der bestehenden Echter-Kirche von 1610. Dann aber machte eine Schenkung des Kardinals Damian Hugo von Schönborn einen Neubau möglich. 1740 legte Balthasar Neumann dazu die ersten Baupläne vor, drei Jahre später wurde der Grundstein gesetzt. Ende 1744 hatte Neumann den Rohbau des Kirchenschiffs vollendet, im April 1745 den Kirchturm hochgezogen. Bereits im September des gleichen Jahres wurde die Kirche geweiht. Renovierungen fanden 1880, 1958 und 1977-1979 statt.

Die Außengestaltung der Kirche ist betont schlicht gehalten. Fassade und Turmfreigeschoß sind aus gelblich-grünem, ockerfarben gefasstem Steigerwald-Sandstein gearbeitet. Die Mauern sind bis auf Ostturm und Westfassade nur durch ockergelbe Lisenen, helle Putzfelder und durch die Anordnung der schlanken Rundbogenfenster gegliedert. Durch eine Pilastergliederung hat Neumann die Schauseite dreigeteilt und die Mitte mit dem Portal hervorgehoben. Im Innern verbindet er das Langhaus in einer interessanten Variante mit dem aufwendig gegliederten Zentralraum: An das zweijochige Langhaus mit tiefen Fensterabseiten fügt sich eine querovale Rotunde mit drei Abseiten auf bohnenförmigen Grundriss an. Ein Zwischenjoch vermittelt zwischen Langhaus und Rotunde. Die Mantelmauer dieser Rotunde ist bis auf vier Pfeiler aufgezehrt durch drei in das Gewölbe eingeschnittene Abseiten und das Zwischenjoch im Westen. Die Rotunde ist nur noch am Gewölbe und den entsprechend ihrem Grundriss gekehlten Pfeilern ablesbar. Während die drei Abseiten sich an die Kuppel der Mittelrotunde anschmiegen, erscheint das vermittelnde Zwischenjoch zum Langhaus hin fast wie eine vierte Abseite, die in dessen Breite aufgebrochen wurde. Das Besondere der Raumwirkung beruht auf Neumanns Fähigkeit, komplizierte, aus der Verknüpfung trigonometrischer Gebilde entwickelte Raumsysteme erlebbar zu machen.

Innenausstattung: Durch den Tod des Fürstbischofs beginnen die Arbeiten an der Innenausstattung erst 1744. 1747/48 gestaltete der Stukkateur der Würzburger Residenz, Antonio Bossi, drei Altarretabeln aus Stuckmarmor sowie die vergoldeten Stuckornamente der Kirche. Der Hochaltar zeigt über einem schwarzen Sockel eine über Eck gestellte Travée mit blau marmorierten Säulen. Der Architrav ist unter dem Einfluss der Schöpfungen Johann Michael Feichtmayers aufgebrochen und trägt eine Gloriole mit dem Auge Gottes, umgeben von Putten. Die beiden Säulen werden begleitet von Statuen der heiligen Karl Borromäus und Friedrich, Bischof von Utrecht. Franz Lippolds 1748 entstandenes Altarbild stellt eine Huldigung der vornehmsten Mitglieder des Hauses Schönborn in Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit dar. Die Seitenaltäre zieren Werke von Franz Anton Zeiller und G. Bernhard Goez sowie eines unbekannten Meisters in der Art van Dycks. Die Orgel von 1747/48 ist eines der besterhaltenen Werke des Würzburger Hoforgelmachers Johann Seuffert. Rainer Wirl gestaltete den Mittelteil des Prospekts der Orgel, das Gehäuse Martin Gutmann. Wirl schuf auch die Schnitzarbeiten der Kanzel sowie jene der Muschelwerksaufsätze der Beichtstühle. Der Kanzelkorpus stammt mutmaßlich von Johann Georg Neßtfell, die Beschläge des Portals mutmaßlich vom Würzburger Hofschlosser Johann Georg Oegg.

Nach Erich Schneider