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Kirchen von Balthasar Neumann im Bistum Würzburg

Balthasar Neumann (1687 bis 1753).
Mit der Residenz und ihrem kühnen Treppenhaus, der Hofkirche, der Schönbornkapelle am Kiliansdom, dem Käppele am Nikolausberg und der früheren Dominikaner- und heutigen Augustinerkirche prägt Neumann das Gesicht der Bischofsstadt am Main wie kein anderer Baumeister.

Er plante Domherrenhöfe wie den Marmelsteiner Hof, das Kaufhaus am Würzburger Markt, den Maschikuliturm der Festung Marienberg und setzt sein erstes Wohnhaus in die Burkarderstraße. Von seiner Kanzel am Hof Oberfrankfurt in der Franziskanergasse aus beobachtet er den Baufortschritt an der Residenz. Er entwirft Straßenzüge und plant das neue Gesicht der Stadt.

Doch Neumann gestaltet nicht nur das Zentrum des Hochstifts, er schmückt das weite Land vom Steigerwald bis in den Ochsenfurter Gau mit seinen Bauten. Prächtige Gotteshäuser entstehen, wobei der Baumeister stets den finanziellen Rahmen der Pfarreien berücksichtigen muss. Wie vielfältig sein Schaffen im Bistum war, lässt sich beispielhaft an der Region "Oberes Werntal" verdeutlichen, in der sich allein fünf Kirchen Neumanns finden. Es sind dies die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Zeuzleben,  St. Jakobus der Ältere in Schraudenbach, St. Cyrakus in Schwemmelsbach, St. Michael in Euerbach und St. Martin in Eltingshausen.

Kirchen und Klöster von Balthasar Neumann sind:

 

Lebenslauf

Der im böhmischen Eger 1687 geborene Neumann ist Handwerker von der Pike auf. Er lernt den Beruf des Glocken- und Geschützgießers, wird eingeweiht in das Wissen über Ernst- und Lustfeuerwerkerei und übers Brunnenmachen. Seine Wanderjahre führen ihn in die berühmte Gießhütte des Ignaz Kopp in Würzburg. Er lernt Geometrie, Feldmesserei und Architektur. 1713 entwickelt er den Proportionalzirkel „Instrumentum Architecturae“, mit dem sich Säulen konstruieren lassen. Sein Brot verdient er als Mitglied der hochfürstlich-würzburgischen Schloß-Leibkompanie. Von 1714 bis 1741 arbeitet er sich dort bis zum Oberst der fränkischen Kreisartillerie hoch. Die Heirat mit der Würzburger Geheimratstochter Maria Eva Engelberta Schild verschafft ihm Beziehungen zu den höfischen Beamten. 1728 wird er Baudirektor des Würzburger Domkapitels, ein Jahr später Baudirektor für das gesamte militärische, kirchliche und zivile Bauwesen der Hochstifte Würzburg und Bamberg und für die Privatschlösser des Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn. Hinzu kommen Straßen-, Brücken- und Wasserbau. Eine beispiellose Karriere, nur möglich durch seine harte Selbstdisziplin und abhängig vom Mäzenatentum der Würzburger Fürstbischöfe, vor allem aus dem Hause Schönborn. Sein Hauptförderer ist Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn, der von 1729 bis 1746 herrscht.

Balthasar Neumann stirbt in der Frühe des 19. August 1753. Vermutlich litt er an Magenkrebs. Von einem schweren Leibsleiden ist die Rede. Nach „Christ-heldenmüthigst ausgestandener langwüriger Leibsschwachheit“, schreibt seine Witwe an Abt Aurelius Braisch von Neresheim, sei er am 19. August 1753 gestorben. Gestärkt mit den heiligen Sakramenten der Kirche. Mit militärischen Ehren wird sein Leichnam am 22. August 1753 in Würzburgs Bürgerkirche, in der Marienkapelle am Marktplatz beigesetzt. Vor dem Gotteshaus gibt das Bataillon Feuer, von der Festung Marienberg donnern die Geschosse beim Einsenken des Sarges. Der ganze Leichenkondukt sei sehr schön gewesen, alle Gassen und Häuser mit Menschen angefüllt, die diesen Verstorbenen betrauerten, weiß der Chronist Pfarrer Andreas Geißler zu berichten.

Heute erinnert eine schlichte Gedenktafel in der Bürgerkirche am Würzburger Markt an den großen Stadtplaner, Schlossarchitekten und Kirchenbaumeister.