Schlosskapelle Werneck
In Neumanns Werk galt die Schlosskapelle Werneck lange Zeit als singulär. Nach Erich Schneider war Balthasar Neumanns Ausgangspunkt jedoch der verworfene Plan für die Würzburger Hofkirche.
1741 legt Neumann das Fundament für den nordöstlichen Hofpavillon des Schlosses Werneck. In ihm sollte er eine Kapelle einrichten. Der Pavillon besitzt zwei Geschoße und einen quer rechteckigen Grundriss. Die Front zum Hof ist abgeschrägt.
In diesem Pavillon formt der Baumeister eine Rotunde auf ovalem Grundriss. Hierzu stellt er zungenartig Pfeiler ein und überspielt die Abschrägung durch eine in zwei Pfeiler aufgelöste Zwischenmauer. Auf den Pfeilern wölbt er eine ovale Kuppel und schiebt zwischen den Pfeilern kleine Halbkuppeln ein. Um das große Oval legt sich so ein Kranz von nischenartigen schlanken Nebenräumen. Die Nischen sind in Aufbau und Bedeutung unterschieden. Die tieferen Ecknischen erscheinen selbst wie Rotunden, da sie eine weite Kurve über dem Kreisgrundriss schlagen. Das Licht fällt einmal direkt durch die Fenster des Raumkranzes ein, dann wieder gleitet es sanft über die Seitenflächen der Pfeiler. Räumliche Umhüllung bedeutet für Neumann auch Umhüllung durch Licht.
Die vorherrschende Farbe der Kapelle ist weiß. Das geplante farbige Kuppelgemälde wurde nicht ausgeführt. Der von Antonio Bossi gestaltete Stuck zeigt als Hauptmotiv auf den Pfeilern eine Kolossalordnung kompositer Hermenpilaster. Sie geben vor, das Hauptgewölbe zu tragen.
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