20. Mai 2012  
  Christi Himmelfahrt: Hochaltar in der Pfarrkirche St. Wolfgang in Wolfsmünster  
  Vergrößern Bild: Peter Rüb  
 
 

Bischofswort

Gerade haben wir die Himmelfahrt Jesu, seine Rückkehr zum Vater, gefeiert. Seine Botschaft aber bleibt. Es ist eine Botschaft der Freude und der Liebe. Christus bittet seinen himmlischen Vater um die Einheit all derer, die er in seine Kirche berufen hat. Nur gemeinsam können wir glaubhaft die Liebesbotschaft Christi verkünden und leben.
Die Apostel wählten aus zwei Zeugen der Auferstehung Jesu als Ersatz für Judas einen weiteren aus, der aber letztlich von Gott erwählt sein sollte. Es ist Matthias, der Apostel, dessen Leib in Trier ruht. Auch wir sind von Gott erwählt und durch die Taufe Kinder Gottes.

+ Bischof Dr. Friedhelm Hofmann

 
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  Namenstag:   Bernhardin, Elfriede, Hendrina  
  Zum Tagesheiligen Lesung Evangelium Joh 17,6a.11b–19
 
Bernhardin von Siena

Ordensmann, Volksprediger
* 8. (?) September 1380 in Massa Marittima bei Carrara in Italien
† 20. Mai 1444 in L'Aquila in den Abruzzen in Italien

Bernhardin entstammte der adligen Sieneser Familie der Albizzeschi, Sohn des Tollo di Dino di Bando und der Nera di Bindo degli Avveduti. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wurde er von seiner Tante Diana bis 1391 in Massa aufgezogen und kam dann zu seinem Onkel Cristoforo degli Albizzeschi nach Siena. Hier studierte er kanonisches Recht, blieb aber ohne Anschluss. Beim Ausbruch der Pest von 1397 pflegte er Kranke, dann trat er 1402 als Minderbruder in den Franziskaner-Observantenorden, den radikaleren Zweig der Gemeinschaft, ein. Zunächst lebte er mit einigen Brüdern im Kloster Colombaio auf dem Monte Amiata nahe Siena, ab 1405 zog er als Volksprediger durch Mittel- und Norditalien; 1410 bis 1413 war er in Padua, in dieser Zeit wurde er selbst von der Pest befallen, überwand aber die Krankheit.
1413 übernahm er den Pförtnerdienst im Kloster in Fiesole. 1415 wurde er Leiter der Ordensobservanz für Umbrien und die Toskana. Ab 1417 wanderte er wieder als Bußprediger lehrend durch Italien; seine Erfolge erregte den Neid von Gegnern, wegen der von ihm angeregten Verehrung des Namens Jesu, für die er das Symbol "IHS" geschaffen hatte initiierten sie 1423 einen Häresieprozess. In Perugia hielt er 1425 eine berühmte Predigt, dort wird er noch heute besonders verehrt. 1426 wurde er von Papst Martin V. zur Verhandlung nach Rom berufen und freigesprochen; der Papst wollt ihn nun zum Bischof von Siena berufen, was Bernhardin ablehnte. 1427 hielt er dennoch in dieser Stadt seine wohl schönsten Predigten auf der Piazza del Campo, die 45 Tage lang mitgeschrieben wurden und überliefert sind.
Zahlreiche Wunder und Heilungen werden ihm zugeschrieben. Bei einer seiner Predigten sei der Namenszug Christi in einer Strahlensonne über seinem Haupt gesehen worden; die Buchstaben IHS - ursprünglich die griechischen Buchstaben für Jesus - werden ausgelegt als "Jesus - Hominum - Salvator" oder in deutschen Darstellungen als "Jesus - Heiland - Seligmacher"; Ignatius von Loyola wählte rund 100 Jahre später dieses Zeichen zum Wappen des Jesuitenordens.
Bernhardin reiste nach Arezzo, 1428 nach Mailand, 1429 nach Venedig, um dort zu predigen. Wieder erkrankte er schwer, konnte aber geheilt weiterreisen nach Umbrien und in die Romagna. Und erneut wurde er der Häresie bezichtigt; Papst Eugen IV., sprach ihn 1432 abermals von der Anklage frei und bot ihm nun das Amt des Bischofs von Ferrara an, das Bernhardin wieder ablehnte. Nocheinmal wegen Häresie angeklagt, diesmal vor König Siegmund, wurde er wiederum rehabilitiert, gewann sogar die Freundschaft des Herrschers und begleitete ihn 1433 zur Kaiserkrönung nach Rom. Seine Predigtreisen führten ihn nun in die Marken, 1434 nach Siena, in die Lombardei und nach Ligurien. 1435 lehnte er den Bischofssitz von Urbino ab. Trotz vieler Polemik in der Auseinandersetzung mit Brüdern des eigenen Ordens, der schwer unter seiner Spaltung litt, führte Bernhardin seine Politik der Versöhnung mit dem anderen, weniger strengen Ordenszweig der Konventualen fort. Sein Orden ernannte ihn 1438 zum Generalvikar, doch er legte 1442 diese Würde nieder. Hauptarbeit war ihm weiter die Predigttätigkeit, in den letzten Jahren seines Lebens in den Marken, in Umbrien, in der Toskana, in Rom, in der Lombardei, im Veneto und in der Emilia; auf einer solchen Reisen starb er.
Bernhardins wirkte Frieden stiftend in italienischen Städtekriegen und wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Sein Ruhm beruht aber vor allem auf seinen Predigten in der Sprache des Volkes, die von seinen Hörern gesammelt und überliefert wurden. Sie beschäftigen sich mit dem familiären, sozialen und politischen Leben jener Zeit und waren auch den ersten humanistischen Strömungen gegenüber aufgeschlossen, sie überzeugten durch ihre Klarheit und ihren gesunden Menschenverstand, waren reich an Beispielen, kräftigen Tönen und witzigen Aussprüchen. Auf Lateinisch schrieb er Fastenpredigten: "De vita christiana", "vom christlichen Leben" 1425 - 1430; "De christiana religione", "von der christlichen Religion" 1430 - 1436; "De evangelio aeterno", "vom zeitlosen Evangelium" 1430 - 1437; "De Beata Virgine", "Über die selige Jungfrau" 1430 - 1440; "De spiritu sancto et de inspirationibus", "vom heiligen Geist und dessen Wirken" 1442 - 1444. Daneben stehen seine Werke, in denen er die religiösen, ethischen und mystischen Lehren Franziskanerordens zusammenfasste.

Kanonisation: Bernhardin wurde schon 1450 von Papst Nikolaus V. heilig gesprochen.

Patron von Massa Marittima; der Wollweber und Werbetreibenden; gegen Heiserkeit, Brust- und Lungenkrankheiten, Blutungen

1. Lesung Apg 1,15–17.20a.c–26

In diesen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder - etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen - und sagte:
Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen.
Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst.
Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Amt soll ein anderer erhalten!
Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging,
angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und (in den Himmel) aufgenommen wurde, - einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.
Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias.
Dann beteten sie: Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast,
diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war.
Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.



2. Lesung 1 Joh 4,11–16

Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.
Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.
Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben.
Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt.
Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott.
Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen.
Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.


Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

 
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