30. Juli 2010  
  Oft stehen wir als Bittsteller vor Gott. In Calderons "Das große Welttheater" wird dies von der Demut verdeutlicht.  
  Vergrößern Bild: Gabriela Knoch  
 
 

Bischofswort

Geben ist seliger als Nehmen – lautet ein Sprichwort. Ja, wir teilen lieber mit vollen Händen aus, als dass wir etwas erbitten. Und doch: Wie oft stehen wir als Bittsteller vor Gott. Dafür brauchen wir uns nicht zu schämen. Ihm verdanken wir schließlich alles: Unser Leben, die Begabungen und Fähigkeiten, die Hilfs- und Vergebungsbereitschaft. Jesus sagt uns im heutigen Evangelium: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.“ Lassen wir uns nicht zweimal bitten.

+ Bischof Dr. Friedhelm Hofmann

 
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  Namenstag:   Petrus Chrysologus, Ingeborg, Beatrix  
  Zum Tagesheiligen Lesung Evangelium Mt 13,54–58
 
Petrus Chrysologus

Erzischof von Ravenna, Kirchenlehrer
* um 380/400 im damaligen Forum Cornelii beim heutigen Imola in Italien
† 3. Dezember (?) 450 daselbst
 
Petrus Chrysologus, in seiner Heimatstadt zum Priester geweiht, wurde 424 (?) Bischof von Ravenna, das während seiner Amtszeit Hauptstadt des Weströmischen Reiches war und unter ihm Erzbistum wurde. Er war eng mit Papst Leo dem Großen befreundet, am kaiserlichen Hof hatte er großen Einfluss. Petrus war ein großer Prediger, gleichermaßen gelehrt und volkstümlich, eine Tatsache, der er seinen Ehrennamen "Chrysologus", "Goldredner", verdankt. Er bemühte sich, nie länger als 15 Minuten zu reden; 183 seiner Predigten sind noch erhalten. An heißen Sommertagen machte er "Predigtferien".
 
Als Petrus den Tod nahen spürte, begab er sich zum Sterben wieder in seinen Geburtsort. Sein Grab ist im Dom in Imola.
 
Papst Benedikt XIII. verlieh Petrus 1729 den Ehrentitel Kirchenlehrer.
 
Patron gegen Fieber und Tollwut


1. Lesung Jer 26,1–9

Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort:
So spricht der Herr: Stell dich in den Vorhof des Hauses des Herrn und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen.
Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, sodass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe.
Sag also zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe,
wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört,
dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde.
Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremia diese Worte vor dem Haus des Herrn vortrug.
Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben.
Warum weissagst du im Namen des Herrn: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden? Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen.

Jesus kam in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun?
Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?
Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?
Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie.
Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.
 
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