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Dezember, zur Ökumenischen Waldweihnacht eingeladen. Was einst aus der Not der Coronapandemie heraus entstand, habe sich inzwischen zu einem festen Bestandteil des Heiligen Abends für viele Menschen entwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Rund 400 Mitfeiernde jeden Alters versammelten sich am Nachmittag des Heiligabends auf dem Gelände der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Alzenau zu diesem besonderen Freiluft-Gottesdienst. Ein großer Stern, den die Pfadfinder in eine Baumkrone gehängt hatten, wies den Besucherinnen und Besuchern den Weg. Zahlreiche Lichter tauchten den Platz in eine stimmungsvolle Atmosphäre. Besonders für die Kinder seien die Schafe eines Hörsteiner Schäfers ein Höhepunkt gewesen, gehörten sie doch zu jeder Krippenszene dazu. Unter dem Leitwort „Gott wird Mensch“ hatte das Vorbereitungsteam zahlreiche Impulse für die Wortgottesfeier zusammengestellt. Trotz eisiger Temperaturen sei es der Musikgruppe gelungen, die Mitfeiernden zu begeistern. Den feierlichen Abschluss bildete das gemeinsame Singen von „Stille Nacht“ im Dunkel des Waldes. Gestärkt durch die Weihnachtsbotschaft, dass Gott auch heute noch im menschlichen Miteinander erfahrbar wird, kehrten die Teilnehmenden zu ihren Familien zurück. Die Solidarität mit Notleidenden zeigte sich auch in einer Spendensumme von 1000 Euro, die den Weihnachtsaktionen von „Adveniat“ und „Brot für die Welt“ zugutekommt.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt">(0126/0038; E-Mail voraus)</span></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i></span><span style="font-size:10pt"><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></font></span></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Aschaffenburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69599</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 20:51:50 +0100</pubDate><title>Weihnachtsfreude für viele</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachtsfreude-fuer-viele/</link><description>Festessen für Gäste der Gemeinschaft Sant&#039;Egidio an vier Orten in Würzburg ‒ Bischof Jung feiert in der Marienkapelle mit</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, am weihnachtlichen Mittagessen in der Würzburger Marienkapelle teilgenommen, das die Gemeinschaft Sant'Egidio organisiert hat. Auch in diesem Jahr gab es im Stadtgebiet an insgesamt vier Orten dieses Angebot: außer in der Marienkapelle in den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Zellerau, im Pfarrheim von Sankt Albert in der Lindleinsmühle und in den Räumen der Gemeinschaft in der Schönthalstraße. Unter den über 400 Gästen waren einsame Personen, wie etwa alleinstehende alte Menschen, Bewohner von Seniorenheimen, Menschen mit Beeinträchtigung und Migranten, teilt die Gemeinschaft mit.</p><p>Beim Weihnachtsmahl in der Marienkapelle waren neben Bischof Jung der evangelische Dekan Dr.&nbsp;Wenrich Slenczka und Dekan Dompfarrer Stefan Gessner zu Gast und feierten in einer frohen und familiären Atmosphäre mit. Viele der Gäste werden von Sant'Egidio regelmäßig während des Jahres begleitet. Domvikar Dr. Matthias Leineweber begrüßte besonders auch zwei Gäste, die seit 43 Jahren mit der Gemeinschaft verbunden sind, seit sie Anfang der 1980er Jahre als Kinder in der Schule des Friedens betreut wurden. „Die Freundschaft von Weihnachten endet nie“, betonte er. Bischof Jung dankte allen, dass ein derartig schönes Fest am Weihnachtstag möglich werde, und wünschte allen, dass sie die Freude dieses Tages, die das Kind in der Krippe schenkt, im Alltag immer spüren können.</p><p>Insgesamt etwa 250 Helfer engagierten sich bei den Weihnachtsessen von Sant'Egidio, damit die Gäste umsorgt feiern konnten. Nach Angaben der Gemeinschaft habe sich bei den Vorbereitungen gezeigt, dass immer mehr Menschen Weihnachten allein verbringen müssten. Umso größer sei die Vorfreude der Gäste gewesen, Weihnachten gemeinsam mit anderen zu feiern&nbsp;– bei den älteren Menschen ebenso wie bei den Migrantenfamilien. Gleichzeitig habe die Gemeinschaft Sant'Egidio eine herausragende Hilfsbereitschaft erfahren: vonseiten der Sponsoren für das Festessen, von vielen Einzelpersonen, die Geschenke spendeten, und nicht zuletzt von denen, die sich an Weihnachten dafür entschieden, sich bei den Festen zu engagieren und so ein Zeichen für mehr Mitmenschlichkeit zu setzen.</p><p>Sant‘Egidio besucht an den Weihnachtstagen zudem Bewohner von vier Würzburger Altenheimen, Bewohner von Heimen für Menschen mit Behinderung sowie Personen zu Hause und überreicht ihnen Geschenke, oft im Rahmen einer kleinen Feier. Ferner organisiert die Gemeinschaft zwei Feiern für Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Würzburg und ein Fest im Obdachlosenwohnheim in der Sedanstraße. Wie Sant'Egidio erklärte, werden bei allen Feiern, an denen etwa 850 Personen von etwa 360 freiwilligen Helfern betreut werden, mit Namen versehene Geschenke überreicht.</p><p>(0126/0027; E-Mail voraus)</p><p>Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69592</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 12:00:00 +0100</pubDate><title>Das Licht Christi erstrahlen lassen</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/das-licht-christi-erstrahlen-lassen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung ruft an Weihnachten zum Einsatz für Frieden und zu umfassendem Schutz des Lebens auf</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Zum Einsatz für Frieden und Versöhnung und umfassendem Schutz des Lebens von Beginn an hat Bischof Dr. Franz Jung an Weihnachten aufgerufen. In den Mittelpunkt seiner Predigten an Heiligabend, 24. Dezember, und dem ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, im Würzburger Kiliansdom stellte er jeweils die Menschwerdung Gottes.</p><p>In der Christmette am Heiligabend rief er dazu auf, auf das kleine Kind in der Krippe zu schauen und mit ihm als Begleiter durch das Leben zu gehen. Der Eintritt durch die „Tür der Demut“ in der Geburtskirche von Betlehem lehre die Gläubigen, dass Gott selbst „vom hohen Thron abgestiegen“ sei, um den Menschen in seiner Schwachheit zu begegnen. Wer durchs Leben gehe, müsse immer wieder durch solche engen Pforten gehen – in Krankheit, bei Versöhnung oder im Teilen mit Bedürftigen. So werde das Weihnachtsfest „ganz praktisch erfahrbar“.</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/ZNrPaGhZz5g?si=QtLxX-9N-fBB0PJq" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>Am ersten Weihnachtstag führte Bischof Jung diesen Gedanken weiter. „Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem“, hob er hervor. Weihnachten erinnere daran, dass Gott in der Geschichte und im Heute gegenwärtig sei. Betlehem liege überall dort, „wo mitten in der Dunkelheit unseres Lebens das Licht Christi erstrahlt“. Es werde sichtbar, wo Menschenwürde geachtet, Friede gesucht und Verletzliche wie das ungeborene Leben sowie Alte und Schwerkranke geschützt werden. „Lasst uns nach Betlehem gehen“ bedeute daher, Christus Raum zu geben – „in unseren Häusern“ und „im eigenen Herzen“.</p><p>Das Ende des Jahres begeht Bischof Jung am Silvestertag, 31. Dezember, um 16 Uhr mit einem Pontifikalamt zum Jahresschluss im Kiliansdom.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><span style="font-style:normal">(</span><span style="font-style:normal">0126/0025; E-Mail voraus)</span></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69566</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 11:00:00 +0100</pubDate><title>„Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/wo-immer-christus-geboren-wird-ist-betlehem/</link><description>Weihnachtspredigt von Bischof Dr. Franz Jung am Hochfest der Geburt des Herrn, Donnerstag, 25. Dezember 2025, im Würzburger Kiliansdom </description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>„Lasst uns nach Betlehem gehen“</strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“, so sagen die Hirten zueinander, nachdem der Engel ihnen die freudige Nachricht von der Geburt des Messias verkündet hatte.</p><p>In dieser Aufforderung steckt die gesamte Weihnachtsbotschaft.</p><p>Das will ich im Folgenden mit Ihnen bedenken.</p><p><strong>Betlehem als der Ort, an dem der Gottessohn geboren wurde</strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ – das bedeutet zunächst: Es gibt einen Ort, den man eindeutig benennen kann und der ein für alle Mal mit der Menschwerdung Gottes verbunden ist. Das ist deshalb wichtig, weil Weihnachten von einer historischen Tatsache erzählt. Weihnachten ist kein Mythos, keine fromme Legende und auch kein Lebensgefühl, das in einer bestimmten Jahreszeit über die Menschen kommt, sondern Weihnachten sagt: Gott kommt in diese Welt. Wenn Gott Mensch wird, tritt er ein in unsere Geschichte. Dann gibt es einen Ort und eine Zeit, die man genau bestimmen kann. Genau das und nur das verbürgt das Heil. Denn Gott heiligt unsere Erde und unsere Zeit, indem er hier als Mensch geboren wird.</p><p>Bis zum heutigen Tag gehört daher die Geburtskirche in Betlehem zu den heiligsten Orten der Christenheit. Hier wird die Geburtsgrotte gezeigt, in der Maria den Retter der Welt geboren hat und ihn in Windeln gewickelt hat, genau wie es der Engel den Hirten angekündigt hatte. Bis zum heutigen Tag sagen deshalb viele Pilgerinnen und Pilger weltweit mit den Hirten: „Auf, lasst uns nach Betlehem gehen!“</p><p><strong>Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem </strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ – das kann aber auch in einem geistlichen Sinn verstanden werden. Betlehem ist der Ort, an dem Christus geboren wurde. So haben wir eben gehört. Aber umgekehrt gilt auch: Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem. Betlehem wird damit zum Symbol für eine geistliche Wirklichkeit. Und das macht es spannend. Nach Betlehem aufzubrechen, heißt dann, nach den Orten zu suchen, an denen Christus mitten unter uns geboren wird.</p><p>Wo aber liegt dann Betlehem?</p><p><strong>Betlehem ist da, wo die Nacht zum Tag wird</strong></p><p>Christus wird in der dunkelsten Nacht des Jahres geboren. Durch seine Geburt vertreibt Gott die Finsternis. Betlehem ist also immer da, wo mitten in der Dunkelheit unseres Lebens das Licht Christi erstrahlt. Heute sind wir eingeladen, unsere persönlichen dunklen Stunden des vergangenen Jahres in seinem Licht zu betrachten. Nicht dass das Bedrückende und Schwere einfach weggeblasen wäre. Aber weil Gott in das Dunkel kommt, möchte er mit uns aus dem Dunkel in sein Licht gehen. Wenn wir nach Betlehem gehen, wird aus der Nacht unseres Lebens seine Heilige Nacht.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo die Würde der Menschen gewahrt wird</strong></p><p>Weil an Weihnachten Gott unsere menschliche Natur angenommen hat, hat er damit auch unsere Würde erneuert. Betlehem ist also immer da, wo die Würde von Menschen nicht mit Füßen getreten wird, sondern geachtet wird. Das ist immer da, wo Menschen nicht reduziert werden auf eine Eigenschaft, sondern als Personen geachtet werden, z.B. in den Justizvollzugsanstalten, weil niemand auf seine Schuld festgelegt werden darf, sondern immer mehr ist als nur jemand, der sich verfehlt hat. Oder in den Unterkünften für Geflüchtete, weil Menschen auf der Flucht nicht nur Bittsteller sind, sondern auch Rechte haben, die gewahrt und geschützt werden müssen. Nach Betlehem gehen heißt dann auch, an die Menschenwürde aller zu erinnern und Verletzungen der Menschenwürde als solche zu benennen.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo der Friede Gottes anbrechen kann</strong></p><p>In der Heiligen Nacht haben die Engel über den Feldern von Betlehem den Menschen den Frieden verkündet. Christus wird immer da geboren, wo wir an diesen Frieden glauben, der uns von Gott her zugesagt wird. Weil Gott sich mit der Welt versöhnt hat, sollen wir seinen Frieden weitertragen. Eine herausfordernde Aufgabe, gerade in diesen Zeiten, in denen offenbar die Kriegstreiber die Oberhand haben. Nach Betlehem zu gehen, bedeutet dann, nach dem zu suchen, was dem Frieden dient. Nicht die Gegensätze bis zur Unversöhnlichkeit zuzuspitzen, nicht die Eskalation immer weiter voranzutreiben, nicht die Unterschiede zu betonen, sondern nach dem Verbindenden Ausschau zu halten und der Versöhnung den Weg bereiten – auch und gerade im Heiligen Land. Der Weg nach Betlehem verlangt Ausdauer und den unverbrüchlichen Glauben an den Frieden der Heiligen Nacht. So gilt gerade in diesen Tagen: Lasst uns nach Betlehem gehen auf dem Weg des Friedens.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo Menschen in ihrer Verletzlichkeit geschützt werden</strong></p><p>An Weihnachten hat Gott sich als kleines Kind verletzlich gemacht. Betlehem ist immer da, wo wir die Verletzlichsten schützen. Das gilt für das Ungeborene Leben, für das es keinen abgestuften Lebensschutz gibt, sondern das von Beginn an schützenswert ist. Das gilt aber auch für die sterbenden Menschen angesichts der Diskussion um den assistierten Suizid. Statt durch die Hand von Menschen zu sterben machen wir uns dafür stark, an der Hand von Menschen zu sterben. Weil Gott selbst unsere Verletzlichkeit geheiligt hat, heißt nach Betlehem gehen, sich für die Schwächsten stark zu machen.</p><p><strong>Betlehem und der Krippenbau in unseren Häusern</strong></p><p>Vergessen wir nicht: Unsere Häuser und Wohnungen wollen Betlehem sein. Deshalb bauen wir an Weihnachten unsere Krippen auf. Sie sind nicht nur Folklore oder ein frommer Brauch. Der Tiefe Ernst der Krippen liegt darin begründet, dass sie uns daran erinnern, dass Christus auch bei uns geboren werden möchte. Auch unser Zuhause soll Betlehem sein. Auch wir sollen heilige Familien sein. Familien, in denen Menschen um Christi willen einander annehmen. Familien, die durch die Liebe zu Christus zusammengehalten werden.</p><p>Familien, die sich freuen, dass Gott in ihrer Mitte ist und mit ihnen den Weg durchs Leben geht mit allen Höhen und Tiefen. Ja, lasst uns nach Betlehem gehen, um an unseren Krippen betend zu verweilen. Lasst uns so immer mehr Betlehem werden.</p><p><strong>Betlehem als Inbegriff für die Eucharistie</strong></p><p>Der hebräische Ortsname „Bethlehem“ heißt übersetzt „Haus des Brotes“. Schon seit den frühesten Zeiten wurde deshalb Betlehem zum Symbol für die Kirche. Denn die Kirche ist das „Haus des Brotes“. In der Mitte der Kirche feiern wir im Sakrament der Eucharistie immer neu die Vergegenwärtigung unserer Erlösung. Wie in Betlehem zum ersten Mal der „Leib Christi“ gesehen wurde, so sehen wir den „Leib Christi“ in der Feier der Eucharistie. Christus wird mit „Leib“ und „Blut“ unter uns gegenwärtig. In der Kommunion haben wir Gemeinschaft mit ihm. Wir werden „durch ihn und mit ihm und in ihm“ zu Schwestern und Brüder im Glauben.</p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ heißt also immer auch, lasst uns miteinander Eucharistie feiern. Denn an Weihnachten will Christus in uns geboren werden. Mit ihm sollen wir zu neuen Menschen werden, die „von oben geboren sind“, wie es der Evangelist Johannes sagt. Denn nur neue Menschen können die Welt im weihnachtlichen Sinne verwandeln.</p><p><strong>Hören wir also niemals auf, nach Betlehem zu gehen!</strong></p><p>Hören wir also niemals auf, nach Betlehem zu gehen. Muntern wir uns mit den Hirten immer neu gegenseitig auf, nach Betlehem aufzubrechen. Denn Weihnachten wird erst dann vollendet sein, wenn die ganze Welt sich an seiner Krippe einfindet, um ihn anzubeten. Amen.</p>

]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69591</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 09:05:00 +0100</pubDate><title>Am Straßenrand Weihnachten gefeiert</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/am-strassenrand-weihnachten-gefeiert-1/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung bei Andacht mit wohnsitz- und obdachlosen Menschen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Für wohnsitz- und obdachlose Menschen hat Bischof Dr. Franz Jung an Heiligabend, 24. Dezember, eine Andacht gefeiert. Sie stand unter der Überschrift „Weihnachten am Straßenrand“ und fand auf dem Gehweg vor der Würzburger Wärmestube in der Rüdigerstraße statt. Über 75 Frauen und Männer, unter ihnen auch Ehrenamtliche und weitere Interessierte, waren zur Mittagszeit an die Wärmestube gekommen.</p><p>Untermalt von den weihnachtlichen Klängen der Laurentius-Musikanten begann die Feier. Paul Lehrieder, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des die Feier ausrichtenden Fördervereins der Wärmestube, dankte Bischof Jung, dass er sich alljährlich Zeit für die inzwischen zur Tradition gewordene Weihnachtsandacht nehme. Damit signalisiere der Bischof, dass auch die Gäste der Wärmestube zur Stadtgesellschaft gehörten.</p><p>Barbara Stehmann, die die Andacht mit vorbereitet hatte, sprach über den Begriff Straßenrand. Man könne äußerlich, aber auch innerlich am Rand stehen, sich nicht zugehörig fühlen, sagte die Religionspädagogin. Dazu brachten Besuchende der Wärmestube vor der am Gehweg aufgestellten Krippe Gedanken zu Ruhelosigkeit, Heimatlosigkeit und Anstrengung zum Ausdruck, etwa: „Manchmal habe ich das Gefühl, nicht genug zu bekommen: Geld, Essen und vor allem Liebe.“</p><p>Anschließend trug Andrea Dehler, Leiterin der Würzburger Wärmestube, das Weihnachtsevangelium (Lukas 2,1-20) vor. Der Chor der Wärmestube, der die Feier ebenfalls musikalisch begleitete, sang das Lied „Stern über Bethlehem“. Bischof Jung betonte im Hinblick auf das Evangelium, dass die Geburt Christi zuerst den Hirten, und nicht etwa den Königen, verkündet worden sei.</p><p>Christus habe als „guter Hirte“ von Anfang an die Menschen am Straßenrand gesucht und sie in die Mitte geholt. Als Beispiele nannte Bischof Jung den blinden Bartimäus und den Zöllner Zachäus. „Für Gott ist niemand verloren. Weihnachten ist dann, wenn wir füreinander zu Hirtinnen und Hirten werden“, sagte er. So wie es etwa in der Wärmestube oder auch bei der Bahnhofsmission geschehe.</p><p>Stehmann machte danach deutlich: Der „frohen Botschaft können wir trauen“. Es benötige aber auch eine gewisse „Einübung im Alltag“. Gäste der Wärmestube hatten dazu Textkarten mit Wörtern vorbereitet – beispielsweise Trösten, Geben oder Miteinander – und legten sie vor der Krippe ab. Der Bischof sprach zum Ende der Andacht den Segen und sagte: „Bleiben Sie alle behütet in seinem weihnachtlichen Frieden.“</p><p>Der Bischof dankte allen an der Vorbereitung der Feier Beteiligten. Sein besonderer Dank galt Bernhard Christof, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Wärmestube. Dieser war bis zu seinem Renteneintritt vor Kurzem beim Caritasverband für die Diözese Würzburg auch im Bereich Wohnungslosenhilfe tätig. Christof trage „das Herz am rechten Fleck“, sagte der Bischof und hob das wertvolle Engagement hervor.</p><p>Zum Ausklang der Feier bei einer warmen Mahlzeit und Getränken in den Räumen der Wärmestube verteilte Lehrieder mit dem Bischof noch Geschenkbeutel an die Anwesenden. Durch Spenden von Firmen und Privatleuten waren die mit viel Nützlichem gefüllt wie Duschgel, Socken oder Konserven. Und Plätzchen waren an Heiligabend natürlich auch enthalten.</p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><i>hela (Caritas)</i></span></p><p class="western"><span style="font-style:normal"><span style="line-height:100%">(0126/0026; E-Mail voraus)</span></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u>: Fotos abrufbar im Internet </i></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69565</guid><pubDate>Wed, 24 Dec 2025 23:30:00 +0100</pubDate><title>„Schau auf das kleine Kind“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/schau-auf-das-kleine-kind/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung in der Christmette an Heiligabend, 24. Dezember 2025, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>Enge Pforte der Geburtskirche in Betlehem</strong></p><p>Im nun zu Ende gehenden Heiligen Jahr war die Heilige Pforte im Petersdom in Rom das Ziel aller Pilgerinnen und Pilger. Auch an Weihnachten geht es um eine Heilige Pforte. Allerdings nicht in Rom, sondern in Betlehem. Ich meine mit dieser heiligen Pforte den Eingang zur Geburtskirche in Betlehem – Sie sehen sie auf ihrem Liedblatt abgedruckt. Wer schon einmal da war, wird sich gewiss an sie erinnern. Warum?</p><p>Ganz einfach. Weil die Geburtskirche im Gegensatz zu unseren Kathedralen und Domen kein prächtiges Portal aufweist. Ganz im Gegenteil. Wer die Geburtskirche betreten möchte, muss sich bücken. Er muss aufpassen, dass er sich nicht den Kopf anstößt, so eng und klein ist die Tür.</p><p><strong>Die kleine Pforte als „Tür der Demut“</strong></p><p>Dass die Tür so klein ist, hat zunächst ganz praktische Gründe. Wer genau hinschaut, sieht nämlich, dass die einst größere Tür zugemauert wurde. Man wollte verhindern, dass Unbefugte sich Zutritt verschaffen zu diesem heiligen Ort.</p><p>Überdies sagt die Überlieferung, dass auch die Könige gewohnt waren, hoch zu Ross in die Kirche einzureiten. Dem wollte man ein für alle Mal einen Riegel vorschieben. Wer die Geburtskirche betreten will, muss runter vom hohen Ross – im wahrsten Sinne des Wortes. Er muss sich üben in Demut. Deshalb heißt die kleine Tür zur Geburtskirche auch die „Tür der Demut“.</p><p><strong>Die enge Pforte des Mutterschoßes zur Menschwerdung Gottes</strong></p><p>Die Bezeichnung „Tür der Demut“ bezieht sich aber nicht nur auf die Besucher der Kirche. Die Tür der Demut passt nämlich ausgezeichnet zur Geburtskirche. Denn sie wird zum Symbol für die Menschwerdung Gottes. Denn an Weihnachten feiern wir, dass Gott sich klein gemacht hat. Der Schöpfer und Herr der Welt wählt die enge Pforte des Mutterschoßes, um als kleines Kind in diese Welt zu kommen.</p><p>„Entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering“, so singt die Kirche an Weihnachten im Lied „Lobt Gott ihr Christen alle gleich“ (GL 247). Der unfassbare Gott macht sich fassbar. Dazu muss er all seine Herrlichkeit und Größe ablegen, um den Menschen als Mensch zu begegnen in der Form eines hilflosen Kindes.</p><p>Gott sieht nicht länger vom hohen Thron auf die Menschen herab, sondern steigt selbst ab vom hohen Thron, um unser Leben mit uns zu teilen. Er kommt nicht als Herrscher, sondern als Diener und Knecht. Das ist die umstürzende und zugleich froh machende Botschaft von Weihnachten.</p><p><strong>Das Betreten der Geburtskirche als Eintreten in das Geheimnis der Menschwerdung</strong></p><p>So wird das Betreten der Geburtskirche zu einem „mystagogischen Ereignis“, wie man so schön sagt. Das heißt beim Eintreten muss man sich klein machen. Und in diesem Sich-Klein-Machen lernt man, was es heißt, dass Gott Mensch geworden ist.</p><p>Im Durchschreiten der „Tür der Demut“ übt man die Demut selbst ein. Man tritt gewissermaßen ein in das Geheimnis von Weihnachten. So wird Weihnachten ganz praktisch erfahrbar.</p><p><strong>Als Christen müssen wir diesen Eintritt ins Weihnachtsgeheimnis immer neu üben</strong></p><p>Diese praktische Lehrstunde in Sachen Weihnachten ist dringend notwendig. Denn es ist im Leben oft gar nicht so einfach, durch die „Tür der Demut“ zu gehen.</p><ul><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn Du deine eigene Schwäche erkennen und annehmen musst in Krankheit und Alter, weil es nicht mehr geht wie früher und eine radikale Umkehr im Leben ansteht – dann schau auf das kleine Kind, in dem Gott unsere menschliche Schwachheit angenommen hat, um sie mit seiner Gottheit zu verbinden</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn Du unversöhnt bist und nachtragend – dann schau auf das Kind, in dem Gott die Sünde der Welt hinwegnimmt und uns die Versöhnung mit sich und untereinander anbietet</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du über deinen Schatten springen und deine Bequemlichkeit ablegen musst – dann schau auf das Kind, in dem Gott die Mühen unseres Lebens mit uns teilt, damit Neues werden kann und nicht einfach alles beim Alten bleibt</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du angefragt bist mit den Bedürftigen zu teilen – dann schau auf das Kind, in dem Gott arm wird, um uns durch seine Armut reich zu machen und uns Anteil zu geben an seiner Liebe</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du deine Vorurteile über andere ablegen musst – dann schau auf das kleine Kind, in dem wir den Sohn Gottes erkennen dürfen wie der Engel sagt, durch den wir alle „eine neue Schöpfung sind“ (2Kor 5,17), von Gott her neu, weil von Gott geliebt</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du deine Angst überwinden musst – dann schau auf das Kind, in dem uns das Licht in der dunkelsten Nacht aufgestrahlt ist, das uns leuchtet auch in der Finsternis (Joh 1,5)</li></ul><p><strong>Die engen Pforten können zu Heiligen Pforten werden</strong></p><p>Es gibt viele enge Pforten im Leben. An Weihnachten sind wir eingeladen, mit dem Kind diese Pforten zu durchschreiten. Nicht umsonst wird Jesus später im Evangelium sagen: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!“ (Lk 13,24) Wer das wagt, für den wird so manche enge Pforte tatsächlich zur Heiligen Pforte, weil er im Glauben über sich hinausgewachsen ist und gemerkt hat, dass das enge Tor notwendig war auf dem eigenen Lebensweg, um neu zu werden.</p><p><strong>Die Tür der Demut ist die Tür der Kinder Gottes</strong></p><p>Die „Tür der Demut“ ist gerade mal 1,20 m hoch. Das Idealmaß für Kinder. Auch das wird an Weihnachten zum hochsymbolischen Maß. Mit dem Sohn Gottes können nur die Kinder Gottes durch diese Tür ein und ausgehen. Es sind die, von denen es im Johannesevangelium heißt, dass sie „nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,13). Es sind die, die in dem Kind zu neuen Menschen geworden sind. Sie haben keine Angst vor der engen Tür, sondern an der Hand des Kindes gehen sie durch diese enge Tür ins Leben.</p><p><strong>Das Ende des Prologs der Benedikt-Regel</strong></p><p>Im Vorwort zur Regel des Heiligen Benedikt heißt es am Ende:</p><p>„Sollte es (…) aus wohlüberlegtem Grund etwas strenger zugehen, um Fehler zu bessern und die Liebe zu bewahren, dann lass dich nicht sofort von Angst verwirren und fliehe nicht vom Weg des Heils; er kann am Anfang nicht anders sein als eng.</p><p>Wer aber (…) im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“</p><p>Wie schön! Und ermutigend! Wie immer kann der Weg des Heils und der Heilung am Anfang nicht anders als eng sein. Denn aller Anfang ist schwer. Wer aber im Blick auf Weihnachten an der Hand dieses Kindes im Glauben voranschreitet, dem wird das Herz weit und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes. Genau das wünsche ich Ihnen am heutigen Weihnachtsfest: Dass ihr Herz weit wird. Dass sie mit dem Kind das unsagbare Glück der Liebe erfahren.</p><p>Denn wenn das Herz weit wird und die Liebe zu ihrem Recht kommt, dann können wir einstimmen in den Lobgesang der Engel:</p><p><em>„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade.“ </em></p><p>Ihnen allen von Herzen frohe und gesegnete Weihnachtstage. Amen.</p><p></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69574</guid><pubDate>Tue, 23 Dec 2025 16:39:43 +0100</pubDate><title>Bei „Stille Nacht“ wird’s emotional</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/bei-stille-nacht-wirds-emotional/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert mit Gefangenen und Bediensteten in der Justizvollzugsanstalt Würzburg einen weihnachtlichen Gottesdienst</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Verlegen reibt sich bei den Klängen von „Stille Nacht“ der eine oder die andere übers Gesicht: Insgesamt rund 240 weibliche und männliche Gefangene der Justizvollzugsanstalt (JVA) Würzburg haben sich am Dienstagnachmittag, 23. Dezember, in der Hauskapelle versammelt, um mit Bischof Dr. Franz Jung und Bediensteten und Ehrenamtlichen der JVA einen der zwei ökumenischen weihnachtlichen Gottesdienste zu feiern.</p><p>Es sind vermutlich die belastendsten Tage im Jahr für die aktuell rund 540 Frauen und Männer in der JVA Würzburg: Während andere zuhause bei ihren Familien um den Christbaum versammelt feiern, sitzen sie an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen oft einsam hinter verschlossenen Türen in ihren Zellen. Ein kleiner Lichtblick ist die ökumenische Christvesper.</p><p>„Viele Gefangene sind in diesen Tagen besonders bedrückt, vor allem diejenigen, die diese Zeit zum ersten Mal in der JVA erleben“, beschreibt die katholische Gefängnisseelsorgerin Pastoralreferentin Doris Schäfer die Stimmung hinter Gittern an Weihnachten. Familie und Freunde könnten in dieser Zeit nur eingeschränkt zu Besuch zugelassen werden. Weil zudem die JVA-Betriebe wegen der Feiertage geschlossen seien, entstehe viel Leerlauf. „Wir bieten besonders gutes Essen an. Es gibt Wild, Braten und Geflügel“, sagt JVA-Chef Leitender Regierungsdirektor Ullrich Mann.</p><p>Zu Beginn des Weihnachtsgottesdienstes am Tag vor Heiligabend begrüßt Schäfer alle, die zum Gottesdienst in die JVA-Kapelle gekommen sind, besonders Bischof Jung. Zwei Vertreter der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) aus Würzburg-Lengfeld bringen das Friedenslicht von Betlehem an die Krippe.</p><p>In seiner Predigt nach dem Weihnachtsevangelium spricht Bischof Jung über das „Friedensangebot Gottes an uns Menschen“. Ausgangspunkt seiner Predigt ist das Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“. Darin heißt es unter anderem: „Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.“ Der Bischof schlägt einen Bogen zwischen den verschlossenen Gefängnistüren und den inneren Schlössern des Lebens – Schuld, Angst und Verzweiflung. Weihnachten, sagt der Bischof, sei das Zeichen, dass Gott selbst die Himmelstür öffne und Frieden anbiete. Jesus komme besonders zu denen, die sich eingeschlossen fühlen. Mit ihm könne Versöhnung beginnen – mit sich selbst, mit anderen und mit Gott.</p><p>Die Fürbitten bringen zur Sprache, was die Menschen hinter Gittern bewegt: Sie beten unter anderem für Menschen, die von ihrer Familie getrennt sind, die einsam und ausgegrenzt sind, für die Opfer von Krieg und Vertreibung, für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft.</p><p>Musikalisch engagieren sich zahlreiche Frauen und Männer für den weihnachtlichen Gottesdienst. Zum Beispiel der Frauenchor der JVA unter der Leitung von Julia Apel und der CVJM-Posaunenchor Würzburg unter Leitung von Bernhard Hönig. Zwei weibliche Häftlinge gestalten ein szenisches Spiel, das die Gefühlslage der Gefangenen verdeutlicht. Die evangelische Pfarrerin Astrid Zeilinger und Pastoralreferent Georg Ruhsert tragen das Weihnachtsevangelium vor. Rund 60 Ehrenamtliche, die sich in der Würzburger JVA engagieren, feiern die Vesper mit. Prominente Gäste sind unter anderem die Landtagsabgeordneten Volker Halbleib und Dr.&nbsp;Andrea Behr.</p><p>JVA-Chef Mann wünscht den Gefangenen am Ende des Gottesdienstes ein frohes Weihnachtsfest. „Es ist nicht einfach, Weihnachten ohne Freunde und Familie verbringen zu müssen. Kümmern Sie sich bitte umeinander, wenn Sie merken, jemand braucht Trost. Und denken Sie bitte auch daran, dass auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lieber an Weihnachten bei ihren Familien wären, aber ihren Dienst tun. Lassen Sie uns gemeinsam ein friedvolles Fest feiern.“</p><p>Bevor nach dem Segen „Stille Nacht“ erklingt, dankt Gefängisseelsorgerin Schäfer dem Bischof, der die ermutigende Botschaft der Weihnacht zum Abschluss des Heiligen Jahres den Gefangenen nahegebracht habe. Als Ausdruck des Danks überreicht sie ihm ein Buch mit Gedanken, Gebeten und Liedern von Gefangenen aus ganz Deutschland. Es ist zum „Jahr der Hoffnung“ als Gemeinschaftsprojekt der deutschen Gefängnisseelsorge enstanden. Das Original hat sie vor wenigen Tagen bei einer Generalaudienz in Rom gemeinsam mit Weihbischof em. Ulrich Boom dem Papst überreicht.</p><p>Danach warten wieder die Zellen auf die Gefangenen. Bischof Jung verabschiedet sie am Ausgang der Kapelle. „Frohe Weihnachten!“, wünscht der Bischof jedem Häftling und überreicht jeweils eine Weihnachtskarte.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>Markus Hauck (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(0126/0022; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Reportagen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69492</guid><pubDate>Fri, 19 Dec 2025 11:51:14 +0100</pubDate><title>„Auf das Wesentliche an Weihnachten konzentrieren“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/auf-das-wesentliche-an-weihnachten-konzentrieren/</link><description>Karmelitenpater Dr. Ulrich Dobhan über Weihnachten im Karmelitenkloster Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Viele Menschen feiern Weihnachten im Kreis ihrer Familie. Doch wie gestaltet sich das Weihnachtsfest in einem Kloster? Im POW-Interview erzählt Pater Dr. Ulrich Dobhan (81), Prior des Würzburger Karmelitenklosters, vom Heiligen Abend im Kloster und was das Weihnachtsfest für ihn bedeutet.</p><p><em>POW: Pater Dobhan, wie gestalten Sie im Kloster den Heiligen Abend?</em></p><p>Pater Dr. Ulrich Dobhan: Am Heiligen Abend feiern wir eine kleine Vesper mit dem Weihnachtsevangelium um unsere Krippe herum. Dann erzählt jeder davon, wie Weihnachten daheim gefeiert wurde oder was ihm zu der Weihnachtsgeschichte einfällt. Wir sind sieben Ordensbrüder, einer davon kommt aus dem Kongo, einer aus Indien und einer hat einen kroatischen Hintergrund. Die Geschichten und Bräuche sind also recht vielfältig. Die Weihnachtslieder sind zum Beispiel etwas lebendiger und emotionaler. Wir singen aber auch die Klassiker wie „Stille Nacht“. In der Kirche und im Essenssaal stehen Christbäume, die von unserem Küster geschmückt werden. Es herrscht einfach eine feierliche Stimmung. Es ist aber auch wichtig, dass jeder von uns nach dem Abendessen Zeit für sich und ein bisschen Ruhe hat. Nach den Feiertagen besuchen manche ihre Familie, um dort noch einmal zu feiern.</p><p><em>POW: Wie haben Sie in Ihrer Kindheit Weihnachten gefeiert?</em></p><p>Dobhan: Wir sind natürlich in die Christmette gegangen. Damals mussten wir zwei Kilometer durch den Schnee stapfen, um in die Kirche zu gehen. Zuhause haben wir mit der Familie den Rosenkranz gebetet, während meine Mutter im guten Zimmer die Geschenke vorbereitet hat. Meine Schwester und ich haben Klavier gespielt und es wurde gemeinsam gesungen. Und dann gab es die Bescherung. Viel Geschenke gab es damals nicht, es war ja die Nachkriegszeit. Aber handgestrickte Strümpfe oder Pullover waren immer nützlich. Meine Mutter hat immer viele Plätzchen gebacken, fast 20 Sorten. Die Nuss- und Kokosmakronen waren meine liebsten.</p><p><em>POW: Gibt es im Kloster auch eine kleine Bescherung?</em></p><p>Dobhan: Es gibt eine Kleinigkeit für jeden. Aber wir schenken uns nicht viel, weil wir das auch nicht wollen. Wir brauchen nichts, und ich glaube, die meisten Menschen brauchen eigentlich auch nichts. Es scheint mir eher wie eine Last oder ein Zwang, sich etwas schenken zu müssen. Wir machen das bewusst anders und ich bin froh, dass es so ist. Wir sitzen zusammen, essen etwas Leckeres, trinken einen Wein oder ein Bier, und das reicht auch. Ich würde mir wünschen, dass sich die Menschen wieder auf das Wesentliche an Weihnachten konzentrieren. Ich gönne es aber auch allen, die sich etwas schenken wollen.</p><p><em>POW: Was ist für Sie das Wesentliche an Weihnachten?</em></p><p>Dobhan: Das ist natürlich das Weihnachtsgeschehen. Dass Gott Mensch geworden ist und ich zu Gott „Du“ sagen kann. Gott hat sich verletzlich gemacht. Er liegt in seiner Krippe, friert und weint. Man kann sich ihm nähern und muss keine Angst haben. Viele können sich das nicht vorstellen. Aber das ist vielleicht auch gut so. Wenn man sich vorstellen könnte, dass Gott Mensch geworden ist, dann wäre es vergänglich wie alles, was ich mir vorstellen kann.</p><p class="text-right">Interview: Paul Frigger (POW)</p><p>(0126/0011; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69491</guid><pubDate>Fri, 19 Dec 2025 11:37:14 +0100</pubDate><title>Wo Weihnachtspost aus aller Welt ankommt</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/wo-weihnachtspost-aus-aller-welt-ankommt/</link><description>Die Weihnachtspostfiliale Himmelstadt bearbeitet seit 1986 die Post für das Christkind – Rosemarie Schotte ist seit über 30 Jahren Leiterin</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Himmelstadt </strong>(POW) Auch dieses Jahr stapeln sich in der Weihnachtspostfiliale im Himmelstädter Rathaus (Landkreis Main-Spessart) die gelben Postkisten mit dem Logo der Deutschen Post. Darin die vielen Antwortbriefe des Christkindes, die darauf warten, verschickt zu werden. Auf den Umschlägen der Stempel der „Weihnachts-Postfiliale“. In einer Ecke finden sich neben geschmückten Christbäumen Weihnachtswichtel, die so aussehen, als ob sie gerade Plätzchen backen und Geschenke verpacken. In der Mitte ein langer Tisch mit sechs gelben Postkisten. Darin Briefe, die vorsortiert werden. Manche mit bunten, weihnachtlichen Zeichnungen, andere mit viel Text in geschwungener Schrift. Der Empfänger aber ist immer gleich: das Christkind und die Weihnachtspostfiliale in Himmelstadt.</p><p>„Wenn mich jemand fragt, warum da Weihnachtswichtel sind und keine Engel, sage ich immer: Die Engel müssen sich noch auf den Heiligen Abend vorbereiten“, sagt Rosemarie Schotte mit einem Lächeln. Die 85-Jährige leitet die Weihnachtspostfiliale in Himmelstadt schon mehr als 30 Jahre. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Bei ihrer ersten Teilnahme 1993 war das Postamt des Christkindes noch im Keller des alten Rathauses. Den Briefen musste noch das Rückporto hinzugefügt werden. Doch schon damals hatte die Weihnachtspostfiliale eine große Popularität mit ungefähr 15.000 eingesendeten Briefen, erinnert sich Schotte.</p><p>###GALERIE###</p><p>Mittlerweile sind es zwischen 70.000 und 80.000 Briefe, die sie und ihr knapp 40-köpfiges Team in der Adventszeit erhalten. Dabei bearbeitet ihr Team den Großteil der Briefe und Schotte jene, die über materielle Wünsche hinausgehen und eine persönliche Antwort benötigen. Neben Schicksalen wie Tod oder schwerer Krankheit seien es auch die Sorgen um Krieg oder Einsamkeit, die in den Briefen beschrieben werden. „Es ist nicht so, dass ich denke: Jetzt schreibst du mal was Nettes und gut ist. Die Arbeit berührt mich und geht mir nahe“, sagt Schotte. Die Weihnachtspostfiliale erreichen auch Briefe aus Brasilien, China, Japan, Indien, Australien, den Philippinen und dem europäischen Ausland. Die Briefe aus den ärmeren Gegenden, wie zum Beispiel in Brasilien, behandeln vor allem die dort herrschende Armut. „Da geht es darum, den Kindern zu zeigen, dass sie gesehen werden und das Christkind über sie wacht.“</p><p>Für ihre ehrenamtliche Arbeit wurde Schotte bereits von Ministerpräsident Markus Söder ausgezeichnet. Dankbarkeit für ihre Arbeit verspüre sie aber auch, wenn sie nach Weihnachten Dankesbriefe erhalte. Vor allem wenn Eltern oder Großeltern davon berichten, wie sehr sich ein Kind über den Brief vom Christkind gefreut habe.</p><p>Obwohl es immer sehr anstrengend sei, bereite es ihr noch immer Freude, die Weihnachtspostfiliale im Auftrag des Christkindes zu leiten. „Wenn es Zeit für die Weihnachtspostfiliale ist, geht es mir immer gut. Ich finde es immer wieder schön, eine Antwort auf schwierige Themen zu geben, welche die Menschen vielleicht aufmuntert und ihnen Freude und Zuversicht schenkt“, sagt Schotte. Sie merke immer wieder, wie belohnend die Arbeit auch für ihre Mithelfer sei. Aufhören möchte Schotte noch nicht. „Solange ich noch dazu in der Lage bin, möchte ich es machen. Ich meine: Soll ich mich einfach nur vor den Fernseher hocken?“</p><p>Wenn sie die Briefe durchlese, müsse sie manchmal an Weihnachten in ihrer Kindheit denken. „Bei meinem Opa gab es immer einen Teller mit ein bisschen Schokolade, einem Apfel und einer Apfelsine. Ich weiß noch, wie ich unter dem Wohnzimmertisch saß und einfach nur diesen Teller angeschaut habe. Der Geruch der Apfelsinen liegt mir heute noch in der Nase.“</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(0126/0010; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:&nbsp;</strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62904</guid><pubDate>Wed, 25 Dec 2024 21:07:38 +0100</pubDate><title>Weihnachten für alle erlebbar machen</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachten-fuer-alle-erlebbar-machen/</link><description>Gemeinschaft Sant’Egidio veranstaltet Festessen für Bedürftige – Bischof Dr. Franz Jung nimmt an Veranstaltung in der Marienkapelle teil – Insgesamt mehr als 400 Gäste und rund 250 Helfer</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Wie seit Jahren Brauch, hat auch in diesem Jahr die Gemeinschaft Sant’Egidio Weihnachten mit einsamen und armen Menschen gefeiert. An vier Orten in Würzburg fand am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, mittags ein Weihnachtsessen statt: In den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Zellerau, im Pfarrheim von Sankt Albert in der Lindleinsmühle, in der Marienkapelle und in den Räumen der Gemeinschaft in der Schönthalstraße. In der Marienkapelle nahmen in diesem Jahr auch einige Bewohner von Seniorenheimen am Weihnachtsessen teil.</p><p>Bischof Dr. Franz Jung kam direkt nach dem Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom in die Kirche am Unteren Markt, um den rund 100&nbsp;Gästen, die von etwa 50 Helferinnen und Helfern bewirtet wurden, Gesellschaft zu leisten und ihnen persönlich ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Unter den Gästen waren einsame Personen, die die Gemeinschaft schon lange begleitet, aber auch Menschen mit Beeinträchtigung und ältere Migranten. Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgte das Bläserensemble des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Würzburg mit weihnachtlichen Weisen.</p><p>Insgesamt wurden nach Angaben von Sant'Egidio über 400 Gäste bei den vier Weihnachtsessen bewirtet, rund 250 Menschen im Hintergrund ermöglichten die gemeinsamen Feiern. Einige Organisationen, die sich ebenfalls um arme oder einsame Menschen kümmern, hatten die Gemeinschaft in diesem Jahr für einzelne Personen um eine Einladung gebeten. „Es fällt auf, dass viele Menschen an Weihnachten allein sind. Gleichzeitig ist aber auch eine enorme Hilfsbereitschaft von Menschen zu erleben, die an Weihnachten helfen wollen“, erklärte Susanne Bühl von der Gemeinschaft Sant'Egidio.</p><p>Mitglieder von Sant'Egidio besuchten ferner am 24., 25. und 26. Dezember Bewohner von drei Würzburger Altenheimen, Bewohner von Heimen für Menschen mit Behinderung sowie Personen zu Hause und überreichten ihnen Geschenke, oft im Rahmen einer kleinen Feier. Im Obdachlosenwohnheim in der Sedanstraße fand zudem in Zusammenarbeit mit einigen Organisationen am 24. Dezember ein Weihnachtsessen statt. Ferner organisierte die Gemeinschaft zwei Feiern für Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Würzburg. Bei allen Feiern erhielten die Gäste persönliche Geschenke in mit den Namen versehenen Taschen.</p><p>###GALERIE###</p><p class="text-right"><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:&quot;Times New Roman&quot;,serif"><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">mh (POW)</span></span></i></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:&quot;Times New Roman&quot;,serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">(0125/0031; E-Mail voraus)</span></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:&quot;Times New Roman&quot;,serif"><b><i><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Hinweis für Redaktionen:</span></span></u></i></b><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"> Fotos abrufbar im Internet</span></span></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62896</guid><pubDate>Wed, 25 Dec 2024 12:44:29 +0100</pubDate><title>Weihnachten feiern – gerade wegen schlechter Nachrichten</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachten-feiern-gerade-wegen-schlechter-nachrichten/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung: An Weihnachten geschieht ein wunderbarer Tausch – Aufruf zum Einsatz für Kranke, Schwache und Menschen am Rande – Feierliche Gottesdienste im Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Wir müssen Weihnachten feiern, weil es so viele schlechte Nachrichten gibt. Gott ist genau in diese Welt gekommen, um uns von innen her das Licht zu schenken, das niemand auszulöschen vermag.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung in seiner Predigt am Hochfest der Geburt des Herrn, 25.&nbsp;Dezember, im Würzburger Kiliansdom gesagt.</p><p>Das schönste Lob, das man Christen an Weihnachten machen könnte, sei der Satz: „Wahrhaftig, sie sind wie ausgetauscht.“ An Weihnachten vollziehe sich ein wunderbarer Tausch, der Orte, Rollen und Güter umfasse. „Gott nimmt unser menschliches Leben an in seinem Sohn. Im Gegenzug erhalten wir Menschen dafür Anteil an seinem göttlichen Leben.“ Gott vollziehe diesen Tausch, bei dem er sein Vermögen verschleudere, weil er an die Menschen glaube. Das sei für die Menschen die Einladung, ihre Armut gegen Gottes Reichtum, ihre Schuld gegen seine Vergebung, ihre Ohnmacht gegen seinen Beistand, ihr Leiden gegen Gottes Zuspruch seiner heilenden Nähe, ihre Hoffnungslosigkeit gegen seine unverbrüchliche Hoffnung zu tauschen, betonte der Bischof.</p><p>Wer auf diese Weise mit Gott tausche, enttäusche die Menschen nicht länger und glaube zugleich daran, dass ihm nichts mehr unmöglich ist, auch wenn es noch so aussichtslos erscheine. „Denn das Maß ist nicht mehr der endliche Mensch, das Maß ist Gott selbst.“ Ein weihnachtlicher Mensch glaube an den Frieden, auch wenn der Krieg tobt, setze sich für die Würde der Schwachen und Entrechteten ein, auch wenn diese scheinbar keine Chance haben. „Er vertraut der Kraft der Wahrheit, auch wenn die Unwahrheit alles verdreht, und sieht die Möglichkeit, diese Welt zu verändern, auch wenn es scheint, als wäre es sinnlos, einen neuen Versuch zur Veränderung zu starten.“</p><p>An Heiligabend verlas Weihbischof Paul Reder die Predigt von Bischof Jung, da dieser wegen einer Erkältung seine Stimme verloren hatte. In dieser Predigt hob der Bischof hervor, dass Gott sich im Menschen Jesus Christus mit den Menschen untrennbar verbunden habe. „Es ist eine Gnade, die uns Menschen groß macht, uns zu Gott erhöht, uns über unsere menschlichen Möglichkeiten hinaus mit Gott verbindet.“ Paulus betone, dass die Menschen sich von ihrer Gottlosigkeit lossagen dürfen, weil Christus die Zusage Gottes an die Menschen ist. „In Christus will er unser aller Vater werden, uns zu seinen Kindern machen. Ja, er will, dass in Christus alle Menschen gerettet werden.“ Um neue Menschen zu werden, ermuntere Paulus die Gläubigen, „besonnen, gerecht und fromm“ zu leben. Besonnen zu sein, bedeutet nach den Worten des Bischofs unter anderem, das Ausmaß der Dunkelheit wahrzunehmen, an das die Menschen sich gewöhnt hätten, und zugleich voll Dankbarkeit an der Krippe die Nähe Gottes zu spüren. Es gelte außerdem, darüber nachzudenken, was jeder persönlich im Leben ändern müsse, wenn wirklich wahr sei, was in der Krippe sichtbar werde. „Weihnachten will eine Welt, die wie von Sinnen erscheint, wieder im Sinne Gottes zur Umkehr rufen.“</p><p>Mit der Mahnung, „gerecht“ zu leben, meine Paulus, das Kind in der Krippe zum Maßstab des Handelns zu machen. „Gerecht sind deshalb die, die andere nicht beschämen und vorführen. Die sich vielmehr dafür einsetzen, die Würde des Menschen zu wahren, und gerade die Verletzlichen und Schwachen in besonderer Weise schützen.“ Dazu gehörten Menschen auf der Flucht, am Rande der Gesellschaft, das ungeborene Leben und die kranken und alten Menschen, erklärte Bischof Jung. „Fromm“ im Sinne des Apostels Paulus meine, das Licht der Geburt Jesu Christi im Herzen nicht ausgehen zu lassen. „Heute Nacht pflanzt er den Eifer in unser Herz, um das Gute zu tun.“</p><p>In der Christmette sangen die Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller die „Turmbläsermesse“ von Fridolin Limbacher sowie weihnachtliche Motetten und Liedsätze, unter anderem von David Willcocks, John Rutter und George Woodward. Die Dombläser begleiteten den Gesang instrumental. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel. Am ersten Weihnachtsfeiertag begleiteten der Domchor, die Solisten Mechtild Söffler (Sopran), Kea Niedoba (Alt), Marcel Hubner (Tenor) und Simon Tischler (Bass) sowie die Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth die Pontifikalmesse mit der „Missa Sancti Nicolai, Hob. XXII:6“ von Joseph Haydn sowie weihnachtlichen Liedsätzen.</p><p>Am Silvestertag, 31. Dezember, eröffnet Bischof Jung im Bistum Würzburg das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr 2025. Die Feier beginnt um 15.45 Uhr mit einem Impuls im Würzburger Neumünster. Angeführt vom sogenannten „Synodenkreuz“ ziehen die Gläubigen dann in den Kiliansdom, um dort um 16 Uhr miteinander das Pontifikalamt zum Jahresschluss zu feiern.</p><p>###GALERIE###</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0125/0016; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62848</guid><pubDate>Wed, 25 Dec 2024 11:00:00 +0100</pubDate><title>„Ein wahrhaft wunderbarer Tausch“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/ein-wahrhaft-wunderbarer-tausch/</link><description>Weihnachtspredigt von Bischof Dr. Franz Jung am Hochfest der Geburt des Herrn, Mittwoch, 25. Dezember 2024, im Würzburger Kiliansdom </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der wunderbare Tausch als Zusammenfassung des Festgeheimnisses</strong></p><p>„O admirabile commercium …“ – „O wunderbarer Tausch! Der den Menschen erschuf, nimmt menschliches Leben an und wird aus der Jungfrau geboren. Von keinem Mann gezeugt, kommt er in die Welt und schenkt uns sein göttliches Leben.“</p><p>So singt die Kirche in einer der schönsten Antiphonen der Weihnachtszeit. Das Geheimnis von Weihnachten wird zusammengefasst im Bild des Tausches. Ein wahrhaft wunderbarer Tausch. Denn getauscht wird nicht unter uns Menschen, sondern getauscht wird zwischen Gott und Mensch. Gott nimmt unser menschliches Leben an in seinem Sohn. Im Gegenzug erhalten wir Menschen dafür Anteil an seinem göttlichen Leben.</p><p><strong>Wunderbarer oder nicht eher wunderlicher, weil ungleicher Tausch?</strong></p><p>Ein wunderbarer Tausch? Oder nicht doch eher ein wunderlicher Tausch? Denn dieser Tausch ist so ganz anders als Tauschgeschäfte unter uns Menschen. Wenn wir tauschen, achten wir peinlich genau darauf, etwas Gleichwertiges zu bekommen. Denn nur dann ist es ja ein wirklicher Tausch. Wäre es anders, handelte es sich um ein Verlustgeschäft. Jeder Kaufmann, der nicht darauf achtete, eine gleichwertige Gegenleistung zu erhalten, würde sich strafbar machen. Er liefe Gefahr, verklagt zu werden, weil er das Vermögen des Unternehmens verschleudert.</p><p><strong>Gott glaubt an den Nutzen des Tausches und an den Menschen</strong></p><p>Aber an Weihnachten geschieht genau das: Gott bietet uns etwas ungleich Höherwertigeres an als wir ihm im Gegenzug dazu bieten könnten. Er verschleudert sein Vermögen. Aber warum sollte er das tun? Das hat doch nur dann einen Sinn, wenn er sich von dieser Investition einen ungleich höheren Nutzen verspräche. Genau das ist der Fall. Gott glaubt an uns Menschen. Er beschenkt uns mit seinen Gaben, weil nur so der Mensch seine ursprüngliche Würde wiedererlangt.</p><p><strong>Gott tauscht, ohne zu täuschen</strong></p><p>Das könnte einen argwöhnisch machen. Da stimmt doch etwas nicht? Eine so große Gabe ohne vergleichbare Gegengabe? Keine Angst. Gott will tauschen, ohne zu täuschen. Denn er handelt aus Liebe, und Liebe gibt es ohne Hintergedanken. Gott liebt fröhliche Geber und ist selbst ein fröhlicher Geber (2 Kor 9,7). Nur eines erhofft er, dass sein Geschenk nicht bedeutet, „Perlen vor die Säue zu werfen oder das Heilige den Hunden zu geben“ (Mt 7,6), wie es so drastisch in der Bergpredigt heißt. Er hofft, dass wir verstehen, wie sehr er an Weihnachten in Vorleistung tritt.</p><p><strong>Der Tausch in Christus ist umfassend, er umfasst Orte, Rollen und Güter</strong></p><p>Dabei ist der Tausch umfassend.</p><ul><li>In Christus tauscht Gott die Orte. Anstelle eines Palastes wählt er die Krippe (Lk 2,7). Denn er, der reich war, wird um unseretwillen arm, dass wir in ihm reich werden (2 Kor 8,9). Nur so brauchen wir uns unserer Armut nicht zu schämen. Nur so können wir ihn in den Armen erkennen.</li><li>In seinem Tod tauscht er das Grab mit Josef von Arimathäa (Mt 27,60). Er liegt im neuen Grab des Josef, um das Grab zum Ort des Lebens zu machen. So zeigt er, dass unsere Gräber Orte der Auferstehung sind. Dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern Durchgang wird zum neuen Leben.</li><li>In Christus tauscht Gott die Rollen. Bei seinem Prozess wird er ausgetauscht gegen den Mörder Barabbas (Mt 27,26). Denn er nimmt unsere Schuld auf sich, um uns Menschen mit Gott zu versöhnen. Nur so können wir unsere Schuld bekennen und in ihm Vergebung erlangen.</li><li>In seiner Passion nimmt er unsere Leiden auf sich, um uns durch seine Wunden zu heilen (1 Petr 2,24). Denn nur so müssen wir uns unserer Gebrechlichkeit und unserer Leiden nicht schämen, sondern uns in seinen Wunden bergen und in ihm Trost finden.</li><li>In Christus tauscht Gott die Güter. Er tauscht unsere Ungeduld ein mit seiner unendlichen Geduld (Lk 13,8), damit wir nie verzweifeln, sondern immer wissen, dass wir umkehren können.</li><li>Er tauscht unsere Hartherzigkeit ein gegen seine Barmherzigkeit (Lk 6,36), damit wir unsere Fehler zugeben können und gut mit den Grenzen der anderen umgehen lernen.</li></ul><p>O wunderbarer Tausch, möchte man da ausrufen, und man kann nur staunen.</p><p><strong>Auch wir müssen zum ungleichen Tauschen bereit sein</strong></p><p>Der wunderbare Tausch bringt es mit sich, dass wir dem Herrn nichts Gleichwertiges anzubieten haben. Aber das braucht es auch nicht. Nur eines ist notwendig (Lk 10,42): Wir müssen bereit sein, unsererseits mit ihm zu tauschen.</p><p>Im Verweilen und im stillen Gebet an der Krippe dürfen wir ihm unsere Gaben darbringen, auch wenn sie uns noch so erbärmlich erscheinen:</p><ul><li>Tausche deine Armut ein gegen seinen Reichtum.</li><li>Tausche deine Schuld ein gegen seine Vergebung.</li><li>Tausche deine Ohnmacht ein gegen seinen Beistand.</li><li>Tausche deine Bitterkeit ein gegen die Süßigkeit des neuen Lebens aus dem Geist.</li><li>Tausche deine Leiden ein gegen den Zuspruch seiner heilenden Nähe.</li><li>Tausche deine Verzagtheit ein gegen seine Zusage der Erneuerung dieser Welt.</li><li>Tausche deine Hoffnungslosigkeit ein gegen seine unverbrüchliche Hoffnung.</li></ul><p>O wunderbarer Tausch! Nutzen wir heute die Möglichkeit dieses Tausches. Denn nur so können wir mit Christus an Weihnachten als neue Menschen geboren werden.</p><p><strong>Wer mit Gott getauscht hat, enttäuscht nicht länger</strong></p><p>Wer mit Gott getauscht hat, enttäuscht die Menschen nicht länger. Wer mit Gott getauscht hat, glaubt daran, dass ihm nichts mehr unmöglich ist, auch wenn es noch so aussichtslos scheint. Denn das Maß ist nicht mehr der endliche Mensch. Das Maß ist nicht mehr „die Realität“ oder das, was wir dafür halten mögen. Das Maß ist Gott selbst. Auf ihn zu vertrauen ist die Ehre, die wir ihm heute schulden. Ja: „Ehre sei Gott in der Höhe!“</p><p>Wer dem Herrn in der Höhe die Ehre gibt, wer mit ihm getauscht hat, der macht „die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest“ (Jes 35,3):</p><ul><li>Der glaubt an den weihnachtlichen Frieden, auch wenn der Krieg tobt.</li><li>Der setzt sich ein für die Würde der Schwachen und Entrechteten, auch wenn sie scheinbar keine Chance haben.</li><li>Der vertraut der Kraft der Wahrheit, auch wenn die Unwahrheit alles verdreht.</li><li>Der sieht die Möglichkeit, diese Welt zu verändern, auch wenn es scheint, als wäre es sinnlos, einen neuen Versuch zur Veränderung zu starten.</li></ul><p>Ja, wer mit Gott getauscht hat, enttäuscht die Menschen nicht länger.</p><p><strong>Die Eucharistie als der sakramentale Tausch</strong></p><p>Betlehem heißt übersetzt „Haus des Brotes“. Was in Betlehem geschah, geschieht jetzt auch in der Kirche, die in der Feier der Eucharistie zum „Haus des Brotes“ wird. Im Sakrament der Eucharistie begehen wir den wunderbaren Tausch. Wir bringen dem Herrn unsere irdischen Gaben von Brot und Wein. Der Herr verwandelt sie in der Kraft seines Geistes in seinen Leib und sein Blut. Lassen wir uns in der Kommunion vom Herrn mit seinem neuen Leben beschenken und von innen her verwandeln. Denn das wäre das schönste Lob, das man uns Christen an Weihnachten machen könnte, wenn die Leute über uns sagten: „Wahrhaftig, sie sind wie ausgetauscht!“ Amen.</p>

]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62846</guid><pubDate>Tue, 24 Dec 2024 23:30:00 +0100</pubDate><title>„Weihnachten bringt uns zur Besinnung“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachten-bringt-uns-zur-besinnung/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung in der Christmette an Heiligabend, 24. Dezember 2024, von Weihbischof Paul Reder im Würzburger Kiliansdom vorgetragen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>Gnade Gottes ist kein Abstraktum, sondern ein konkreter Mensch</strong></p><p>„Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.“ Mit diesem Satz aus dem Titusbrief, der zweiten Lesung, beschreibt der Apostel Paulus das Geheimnis von Weihnachten. Was so abstrakt klingt, „die Gnade Gottes“, ist in Wirklichkeit ganz konkret. Denn die Gnade Gottes ist ein Mensch, ist DER Mensch Jesus Christus. In ihm hat sich Gott mit uns Menschen untrennbar verbunden. In ihm ist unsere menschliche Natur mit Gott geeint. Was kein Mensch jemals aus eigener Kraft oder eigener Anstrengung erreichen könnte, das schenkt uns Gott aus Liebe: Er gibt uns Anteil an seinem göttlichen Leben.</p><p><strong>Die Gnade erhebt uns Menschen zu Gott</strong></p><p>Aus Gnade, weil sich das keiner verdienen kann und weil wir es auch nicht verdient haben in all unserer Fehlbarkeit. Nein, Gott lässt Gnade walten. Aber es ist keine herablassende Gnade, die mitleidig von oben auf uns Menschlein herabschaut und uns klein macht oder uns unsere Bedeutungslosigkeit vor Augen führt, sondern umgekehrt. Es ist eine Gnade, die uns Menschen groß macht, uns zu Gott erhöht, uns über unsere menschlichen Möglichkeiten hinaus mit Gott verbindet. Uns Menschen heißt alle Menschen. Denn die Menschwerdung Gottes schließt niemanden aus.</p><p><strong>Gott glaubt in seiner Gnade an den Menschen auch im Dunkel der Welt</strong></p><p>In der längsten Nacht des Jahres ist uns Gottes Gnade erschienen. Im Dunkel dieser Welt ist sie erschienen, in dem viele im Blick auf die Nachrichten der vergangenen Wochen, Monate und Jahre den Glauben an die Menschheit verloren haben. Weihnachten sagt: Was auch immer Menschen tun, Gott glaubt an den Menschen. In Jesus Christus zeigt er uns, dass der Mensch über sich hinauswachsen kann, dass er mehr sein kann.</p><p><strong>Seine liebevolle Zuwendung will alle zu Kindern Gottes machen</strong></p><p>Im Stern von Betlehem leuchtet uns auf, dass der Herr der Welt sich uns liebevoll zuwendet. Er richtet sein Reich nicht auf mit Gewalt, mit dem Soldatenstiefel und dem blutgetränkten Mantel, wie es so eindrücklich in der Lesung hieß. Er kommt nicht mit dem Stock des Treibers und dem Joch, das er anderen auf die Schulter legt. Nein, in dieser Nacht zeigt er uns einen anderen Weg des Miteinander auf. Er kommt als wehrloses Kind. Er kommt ohne Waffen, weil sein Halt der himmlische Vater selbst ist. In Christus will er unser aller Vater werden, uns zu seinen Kindern machen. Ja, er will, dass in Christus alle Menschen gerettet werden.</p><p><strong>Was uns anzieht, hat auch die Kraft, uns zu erziehen </strong></p><p>„Die Gnade erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit loszusagen“, schreibt der Apostel Paulus weiter. Wir dürfen uns von der Gottlosigkeit los-sagen, weil Christus die Zusage Gottes an uns Menschen ist. Das Licht dieser Nacht zieht uns an. Es will uns neugierig machen auf diese andere Weise, als Mensch zu leben. Was die Kraft hat, uns anzuziehen, hat auch die Macht, uns zu erziehen, uns umzuformen und zu neuen Menschen zu machen. Das geht nicht über Nacht, sondern braucht Zeit und Geduld. Drei Dinge legt uns der Apostel deshalb heute Nacht ans Herz. Wir sollen „besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben“.</p><p><strong>…besonnen – im Sinn von zur Besinnung kommen</strong></p><p>Mit „besonnen“ meint der Apostel nicht eine diffuse Besinnlichkeit oder weihnachtliche Stimmung, die uns süßlich einhüllt. Besonnen sind für ihn vielmehr die, die durch das Licht dieser Nacht zur Besinnung gekommen sind, und zwar in einem dreifachen Sinn.</p><p>Besonnen sind zuerst die, denen das Licht dieser Nacht überhaupt erst den Sinn geschärft hat für das Ausmaß der Dunkelheit, an das wir uns alle gewöhnt hatten.</p><p>Besonnen sind zweitens die, die voller Dankbarkeit an der Krippe stehen, weil sie spüren, dass ihr Sinn nicht hinreicht, das Wunder zu ermessen, dass Gott uns heute Nacht so nahe gekommen ist in diesem göttlichen Kind.</p><p>Besonnen sind drittens die, die nachdenklich geworden sind. Die darüber nachsinnen, was dieses Wunder für uns, für mich persönlich bedeutet. Die ernsthaft fragen, wie ich mein Leben ändern müsste, wenn das wirklich wahr ist, was ich, was wir alle heute Nacht in der Krippe sehen durften.</p><p>Weihnachten bringt uns zur Besinnung. Es will eine Welt, die wie von Sinnen erscheint, wieder im Sinne Gottes zur Umkehr rufen.</p><p><strong>…gerecht – im Sinne von Maß nehmen an Gottes Gerechtigkeit</strong></p><p>Deshalb auch fährt der Apostel fort mit der Mahnung, wir sollen gerecht leben. Mit „gerecht“ meint der Apostel diejenigen, die an der Gerechtigkeit Gottes Maß nehmen. Die das Kind in der Krippe zum Maßstab ihres Handelns machen.</p><p>Heute Nacht aber zeigt sich die größere Gerechtigkeit Gottes darin, dass er nicht kommt, um zu strafen, sondern um zu retten. Deshalb sind die Gerechten die, die auf Frieden sinnen und sich für Versöhnung einsetzen – im privaten Umfeld genauso wie in der Gesellschaft und angesichts der weltweiten Konflikte, in denen so sinnlos unschuldiges Blut vergossen wird.</p><p>Heute Nacht zeigt sich die größere Gerechtigkeit Gottes darin, dass er den ersten Schritt auf uns zugeht. Er handelt zuerst, weil er an die Erneuerung der Welt glaubt. Die Gerechten sind also die, die im Blick auf den weihnachtlichen Vertrauensvorschuss den ersten Schritt tun und nicht abwarten, weil sie mit Gott auf Veränderung vertrauen.</p><p>Heute Nacht zeigt sich die größere Gerechtigkeit Gottes darin, dass er uns Menschen nicht beschämt. Gerecht sind deshalb die, die andere nicht beschämen und vorführen. Die sich vielmehr dafür einsetzen, die Würde des Menschen zu wahren, und gerade die Verletzlichen und Schwachen in besonderer Weise schützen. Dazu gehören die Menschen auf der Flucht genauso wie die Menschen am Rand der Gesellschaft. Der Einsatz für Gerechtigkeit fordert aber auch, die Würde des ungeborenen Lebens zu schützen und die Würde der kranken und alten Menschen, denen wir unsere Solidarität nicht verweigern dürfen.</p><p>Heute Nacht zeigt sich die größere Gerechtigkeit Gottes darin, dass er sich nicht von der Gleichgültigkeit lähmen lässt, sondern handelt, auch wenn uns das Kind in der Krippe so unscheinbar vorkommt und so hilflos. Gott lädt uns heute Nacht ein, einfach anzufangen, auch klein anzufangen. Denn ein erster Schritt in die richtige Richtung kann Großes bewirken, auch wenn er uns noch so unscheinbar und hilflos scheint.</p><p><strong>…und fromm – im Sinne von Gott verbunden</strong></p><p>Besonnen, gerecht und fromm sollen wir leben, sagt der Apostel. „Fromm“ meint dabei nicht frömmlerisch oder irgendwelche frommen Gefühle. Sondern fromm ist der, der sich täglich neu bemüht, das Licht dieser Nacht nicht ausgehen zu lassen in seinem Herzen. Der Fromme glaubt jeden Morgen neu an dieses Licht, das seinen Tag erhellen möchte. Er lässt es nicht ausblasen durch die Erfahrungen von Sinnlosigkeit und bösen Taten. Im Gebet an der Krippe vergewissert er sich der Neuschöpfung der Welt an Weihnachten. Das gibt ihm die Kraft, auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung zu warten und diese Hoffnung niemals aufzugeben, weil Christus unser fester Anker ist.</p><p><strong>Ihr seid Gottes auserlesenes Volk</strong></p><p>„Gott hat sich ein auserlesenes Volk geschaffen, das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun“, so schreibt der Apostel Paulus am Ende seines Nachdenkens über das Weihnachtsgeheimnis. Ja, wir sind sein auserlesenes Volk. Heute Nacht pflanzt er den Eifer in unser Herz, um das Gute zu tun. Bitten wir den Herrn, dass dieser Eifer niemals erlahme. Dazu hilft uns das neue Lied, das die Engel an Weihnachten über der Erde angestimmt haben und das ab heute nie mehr verstummen soll: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.“ Freuen wir uns an unserem Gott, singen wir sein Lob und erweisen wir uns als Menschen seiner Gnade. Als Menschen, denen heute Nacht die Gnade Gottes erschienen ist, um alle Menschen zu retten. Amen.</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62827</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2024 18:00:00 +0100</pubDate><title>Weihnachtliche Videobotschaft von Bischof Jung</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachtliche-videobotschaft-von-bischof-jung/</link><description>Würzburg (POW) „Gott nimmt menschliches Leben an und er gibt uns Anteil an seinem göttlichen Leben.“ Das betont Bischof Dr. Franz Jung in seiner Videobotschaft zu Weihnachten. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Gedreht wurde sie von der Videoredaktion des Bistums Würzburg in den Arkaden am Rathaus. Dorthin kommt der 80-jährige Holzbildhauer Hans-Joachim Seitfudem, der dort neben Riemenschneiderkopien auch Engel, Heiligenfiguren und zahlreiche Krippen ausstellt, seit 50 Jahren aus seiner oberbayerischen Heimat Bad Kohlgrub in der Adventszeit. Das komplette Video ist im Internet unter <a href="http://www.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link">www.bistum-wuerzburg.de</a> abrufbar.&nbsp;<br /><br />(0125/0011; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet&nbsp;</em><br />&nbsp;</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Fj5q3Ua6XnM?si=HDqOOVLERUUhrev3" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62780</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2024 17:30:00 +0100</pubDate><title>„Unser Leben mit Gott versöhnen lassen“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/unser-leben-mit-gott-versoehnen-lassen/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung bei der Messe in der Justizvollzugsanstalt Aschaffenburg am Montag, 23. Dezember 2024</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1">Liebe Schwestern und Brüder in Christus,</p><p>wir haben eben die Weihnachtsbotschaft des Propheten Jesaja gehört mit einem Wort, das uns Trost schenkt und uns in dieser schwierigen Lebenssituation aufbauen möchte.</p><p><strong>Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf</strong></p><p>Das Wort vom „Volk in der Finsternis“ können Sie sicherlich nachvollziehen. Denn gerade in diesen winterlichen Tagen lebt man auch im Gefängnis im Dunkeln. Das Dunkel wird zum Ausdruck der Hoffnungslosigkeit und zum Gefühl, allein gelassen zu sein. Gerade vor Weihnachten spüren wir diese Einsamkeit besonders schwer. Wir sehnen uns nach Familie und Geborgenheit. Da erwacht die Sehnsucht nach einem Lichtblick. Heute wird uns gesagt, dass diese Sehnsucht nicht ins Leere geht, sondern ihre Erfüllung findet im liebevollen Blick des Kindes in der Krippe, das uns anschaut.</p><p><strong>Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter, den Stock seines Antreibers zerbrachst du</strong></p><p>Dieses Kind, sagt der Prophet Jesaja, zerbricht das Joch auf der Schulter. Wir kennen dieses Joch. Es sind die Vorwürfe, die wir uns selbst machen. Wir können uns oft selbst nicht vergeben. Es sind die Vorwürfe an andere, die Mitschuld tragen an unserer Situation und die uns vielleicht sogar zum Bösen angestiftet haben. Ein Joch ist sicher auch der Zweifel an sich selbst und am Sinn des Lebens. Ein Joch ist auch die Scham über das eigene Versagen. Ein Joch ist auch der Zwang, nach außen immer stark sein zu müssen und seine eigene Verletzlichkeit nicht eingestehen zu können. Ein Joch ist die Sorge um die Angehörigen. Ein Joch ist aber auch das mit sich selbst eingeschlossen sein, so dass man nicht weglaufen kann vor sich selbst. Das Kreisen um die eigenen Probleme wird zum Antreiber, von dem der Prophet spricht, der uns um unsere innere Ruhe bringt, uns ermüdet und uns bisweilen in den Wahnsinn treibt. Dieses Joch wird an Weihnachten zerbrochen.</p><p><strong>Ein Kind wird uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt</strong></p><p>An Weihnachten feiern wir ein Fest, das große Fest der Neugeburt des Menschen. Was wir nicht selbst machen können und uns vielleicht so sehr wünschen – noch einmal alles auf Null zu stellen, die „Reset-Taste“ zu drücken, noch einmal ganz neu anzufangen – das wird uns an Weihnachten zugesagt. Gott kommt in die Finsternis dieser Welt als Mensch, damit wir mit ihm einen Neuanfang wagen. Dieses neue Leben wird uns geschenkt, wir können es nicht machen, nicht erzwingen, aber wir dürfen es annehmen. Dieses göttliche Kind trägt vier wunderbare Namen, die entfalten, wozu es gekommen ist.</p><p><strong>Wunderbarer Ratgeber: rät, in die Zukunft zu schauen</strong></p><p>Das Christkind als wunderbarer Ratgeber sagt uns: Was passiert ist, kannst du nicht rückgängig machen. Es nützt nichts, mit dem eigenen Schicksal zu hadern und sich aufzureiben mit den unbeantwortbaren Fragen nach dem, was passiert wäre, wenn nicht… An Weihnachten ergeht der Rat, nach vorne zu schauen und die Zukunft in den Blick zu nehmen, die wir mit diesem Kind an der Seite gestalten können und für die wir Verantwortung tragen.</p><p><strong>Starker Gott: gibt die Kraft zu einem Neubeginn</strong></p><p>Das Christkind als starker Gott sagt uns zu, dass wir es mit ihm auch schaffen. In diesem Kind schenkt uns Gott die Kraft zu einem Neuanfang, wenn wir uns auf das besinnen, was wir sind und was wir können. Und wenn wir uns nicht in Gedanken bei dem aufhalten, was nicht geht, was wir nicht können, was wir uns verbaut haben und was uns unmöglich erscheint. Bei Gott ist nichts unmöglich! Das ist der Trost der Christnacht, mit ihm dürfen wir den Neuanfang wagen.</p><p><strong>Vater in Ewigkeit: nimmt uns als neugeborene Kinder an</strong></p><p>In dem Christkind wird Gott unser Vater in Ewigkeit. Aufgrund dieses Neubeginns von Gott her wird auch unsere Würde als Kinder Gottes erneuert. Denn der Mensch ist immer größer als seine Schuld und geht nie darin auf; er kann nie auf sein Versagen festgelegt werden; er ist als Mensch immer mehr. An Weihnachten sagt sich der ewige Vater nicht los von den Menschenkindern, auch wenn sie sich noch so sehr verstrickt haben in Schuld, sondern er nimmt uns an Weihnachten in Jesus Christus an als seine Kinder. Wir sind keine Waisenkinder, sondern Erben Gottes und Miterben Christi, die aus diesem Schatz im Himmel leben. Mit Christus werden wir neu geboren.</p><p><strong>Fürst des Friedens:&nbsp;schenkt uns Versöhnung mit dem Leben</strong></p><p>Das göttliche Kind als Fürst des Friedens lädt uns ein, mit uns selbst und dem eigenen Leben Frieden zu schließen. Das geht nicht auf Knopfdruck und kann nicht befohlen werden, sondern ist ein langer Prozess. Frieden heißt, dass ich mich annehmen kann, weil Gott mich annimmt. Frieden heißt, dass ich mir vergeben kann, weil er vergibt. In der Heiligen Nacht ergeht die Einladung, Frieden zu schließen mit der eigenen Familie und den enttäuschten Erwartungen und Ansprüchen. Frieden zu schließen mit den Menschen, denen ich weh getan habe oder die ich verletzt habe. Frieden zu schließen mit der Gesellschaft und den Umständen, in denen ich aufgewachsen bin und die mich geprägt haben. Frieden zu schließen durch Gerechtigkeit und durch Wiedergutmachung.</p><p><strong>Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, von jetzt an bis in Ewigkeit</strong></p><p>Dieses ewige Reich der göttlichen Gerechtigkeit, in dem man Vergebung erlangt und in dem sich ein neuer Lebensraum eröffnet, ist ohne Ende. Deshalb ist es auch nie zu spät, umzukehren. Der Herr gibt uns Zeit, uns immer neu zu ihm hinzukehren und er freut sich über jeden, der kommt – und sei es noch zur letzten Stunde wie der Schächer am Kreuz.</p><p><strong>Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird das vollbringen</strong></p><p>Der liebevolle Eifer Gottes zu den Menschen hat das vollbracht, der nicht möchte, dass einer verloren geht. Wir schaffen das nicht, aber wir dürfen dieses Angebot annehmen voll Dankbarkeit und indem wir uns und unser Leben mit Gott versöhnen lassen.</p><p>Genau das wünsche ich Ihnen an diesem Weihnachtsfest: die Versöhnung mit dem eigenen Leben und mit den Mitmenschen und mit Gott, der unserer Schwachheit aufhilft und mit dem wir von der Finsternis ins Licht gehen dürfen.</p><p>Frohe Weihnachten Ihnen allen!</p>]]></content:encoded><category>Dokumentationen</category><category>Aschaffenburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62833</guid><pubDate>Thu, 19 Dec 2024 17:01:46 +0100</pubDate><title>„Dass das Licht bei Euch bleibt“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/dass-das-licht-bei-euch-bleibt/</link><description>Zu Gast im Pflegeheim Sankt Helena und dem benachbarten Jugendhilfezentrum Maria Schutz – Bischof Dr. Franz Jung besucht kurz vor Weihnachten zwei Einrichtungen der Caritas in Grafenrheinfeld</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Grafenrheinfeld </strong>(POW) „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, haben die Bewohnerinnen und Bewohner im&nbsp;Pflegeheim Sankt Helena&nbsp;der Caritas-Einrichtungen gGmbH (CEG) zu Beginn der Adventsandacht am Mittwoch, 18. Dezember, gesungen. Und das war durchaus wörtlich zu verstehen: Durch die Tür war kurz zuvor Bischof Dr. Franz Jung gekommen. Vor Weihnachten nimmt er sich immer Zeit für die Menschen im Bistum – und besucht regelmäßig auch Einrichtungen und Dienste der Caritas. Der Besuch in Sankt Helena sei „eine große Freude&quot;, betonte CEG-Geschäftsführer Georg Sperrle.</p><p>Jeder Mensch kenne dunkle Stunden, erklärte der Bischof in der Andacht mit Diakon Klaus Solik. Die Grenzen des Lebens könnten einem bisweilen zu schaffen machen, etwa wenn die Kräfte im Alter nachließen. Doch: „Gott wird in der dunkelsten Nacht geboren“, erklärte Bischof Jung. Mit seinem Licht kehre Hoffnung in die Herzen zurück. Später erteilte der Bischof den Segen und wünschte allen 57&nbsp;Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Einrichtungsleiterin Nina Bauer und ihrem Team ein „frohes Fest“.</p><p>Im Anschluss besichtigte er das Haus, sprach das Tischgebet auf den drei Wohnbereichen und besuchte einige Bewohnerinnen und Bewohner auf ihren Zimmern. Mit Gertrud Göpfert (88) sah er sich alte Familienfotos an. An den Betten zweier besonders auf Pflege Angewiesener betete er. Mit Klara Müller lachte der Bischof herzhaft: Auf ihr langes Leben angesprochen, erwiderte die 100-Jährige trocken, es habe sich „teils-teils“ gelohnt. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, meinte Jung – und beide lachten. Zum Abschied sagte die alte Dame: „Es ist sehr schön, dass Sie mich besucht haben.“ Damit sprach sie sicher auch für das ganze Haus.</p><p>Am Nachmittag ging der Adventsbesuch im benachbarten&nbsp;Jugendhilfezentrum Maria Schutz&nbsp;des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt (OKCV Schweinfurt) weiter. Dort finden aktuell etwa 45 Kinder und Jugendliche eine Heimat. Sie können auf Anordnung des Jugendamtes nicht bei den eigenen Eltern leben oder sind alleine, etwa unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Weitere rund 80 Kinder werden von den Mitarbeitenden teilstationär oder bei Bedarf ambulant betreut, erklärte die Leiterin Stefanie Kimmel. &nbsp;</p><p>Bischof Jung aß zunächst mit Erziehungsleiterin Laura Senft und sechs Kindern der Wohngruppe Kosmos, einer von aktuell fünf, zu Mittag. Die Würstchen in der Linsensuppe waren aus Geflügel, damit auch Kinder muslimischen Glaubens bedenkenlos zugreifen können. Jung war von der „familiären Atmosphäre“ in der Wohngruppe beeindruckt.</p><p>Die neunjährige Laura, die den Besuch des Bischofs „cool“ fand, zeigte ihm neben dem Wohnzimmer später noch ihr Zimmer – natürlich inklusive der selbstgebastelten Weihnachtskarten auf ihrem Schreibtisch. Anschließend gab es einen kurzen Rundgang durch das Zentrum, an dem auch Vorsitzender Kilian Hartmann und Geschäftsführer Frank Kupfer-Mauder vom OKCV Schweinfurt teilnahmen.</p><p>Bei der folgenden Andacht zu Weihnachtsgeschichte und -stern fragte der Bischof in die Runde: „Was ist das für ein Gefühl, wenn man in der Nacht ein Licht sieht?“ „Da kann man was sehen“, antwortete ein Junge. Der Bischof erklärte ihm und allen anderen, dass mit Jesus Christus das Licht in die Welt gekommen sei. „Das ist mein Wunsch für Euch zu Weihnachten, dass dieses Licht bei Euch bleibt.“</p><p><span style="font-size:12pt"><span style="background:white"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:&quot;Times New Roman&quot;,serif"><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">hela (Caritas)</span></span></i></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(0125/0013; E-Mail voraus)</span></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Schweinfurt</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62788</guid><pubDate>Wed, 18 Dec 2024 11:07:59 +0100</pubDate><title>„Ein Platz bleibt immer frei“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/ein-platz-bleibt-immer-frei/</link><description>Weihnachten in der Justizvollzugsanstalt Würzburg – Wie Gefangene die Weihnachtstage erleben</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Manche Menschen verbringen Weihnachten in diesem Jahr nicht im Familienkreis, sondern isoliert von der Außenwelt: in Haft. Gefängnisseelsorgerin Doris Schäfer und Gefangene Sophia Weber, deren Name zum Schutz von der Redaktion geändert wurde, berichten im POW-Interview von ihren Erfahrungen in der Weihnachtszeit im Gefängnis.</p><p><em>POW: Wie läuft Weihnachten im Gefängnis ab?</em></p><p>Sophia Weber: An den Weihnachtstagen ist hier eigentlich nicht viel los, weil wir die meiste Zeit in unseren Zellen verbringen. Normalerweise haben wir zwischen 16.30 und 18.50 Uhr Aufschluss, wo wir beispielsweise kochen können. Und viele Frauen gehen auch zur Arbeit, ich arbeite in der Wäscherei. An Weihnachten sind die meisten Arbeitsbetriebe jedoch geschlossen. Es gibt aber eine Weihnachtsfeier an Heiligabend und einen Gottesdienst. Es werden auch Turniere gespielt, zum Beispiel Tischtennis, oder Kartenspiele wie „Skipbo“.</p><p><em>POW: Was sind Herausforderungen in der Weihnachtszeit im Gefängnis? </em></p><p>Weber: In erster Linie gibt es praktische Herausforderungen für uns Gefangene: Wer kauft was ein? Wer kauft dieses Mal Käse? Wer kauft Eier? Bei unserer Arbeit verdienen wir Geld. Ein Teil davon kommt zu unserem Überbrückungsgeld, für die Zeit nach dem Gefängnis. Der Rest fließt ins Hausgeld. Davon dürfen wir zweimal im Monat einkaufen. Wir bestellen die Artikel über eine Einkaufsliste mit Nummern, zum Beispiel 10720 für eine Packung Bonbons. Dabei sprechen wir uns untereinander ab. Und wir kaufen uns gegenseitig Geschenke. Es gibt auch die Möglichkeit, dass jemand von draußen einem ein „Weihnachtspaket“ einzahlt. Von diesem Weihnachtspaket können wir alles von Hygieneartikeln bis Süßigkeiten kaufen. Das ist quasi wie ein Weihnachtsgeschenk von draußen. Es ist aber auch oft so, dass wir uns gegenseitig Geschenke selber machen, zum Beispiel etwas häkeln. Ich habe mir auch schon was für dieses Jahr überlegt. Ich werde Stirnbänder oder Untersetzer häkeln. Wir dürfen davon leider nichts nach draußen schicken. Nur selbstgemachte Karten, Briefe oder Gedichte. Wir müssen außerdem planen, was wir kochen. Weil weniger Betrieb herrscht, können wir auch die Küche an Weihnachten nicht so lange benutzen wie sonst. Zu den logistischen Herausforderungen kommt hinzu, dass wir unsere Familien vermissen. Vor allem die gemeinsame Zeit. Oder nur mal spontan anrufen, um zu sagen: „Hey, ich vermisse euch. Ich liebe euch.“ Wir dürfen zweimal im Monat telefonieren, das muss man sich dann gut einteilen oder bis Weihnachten aufsparen. Aber auch die gemeinsame Zeit mit den anderen Frauen fehlt an Weihnachten. Hierfür haben wir aber Lösungen gefunden. Wir haben eine gemeinsame Weihnachtsfeier an Heiligabend. Und wir verabreden uns zum Teetrinken. Ein paar Frauen von uns haben das Glück, auf derselben Seite vom Hof zu sein. Wir haben uns überlegt, dass wir uns an Weihnachten in unseren Zellen an den Fenstern verabreden. Dann trinken wir gemeinsam Tee und essen Plätzchen und verbringen dann eben so die Zeit zusammen.</p><p>Doris Schäfer: Die Plätzchen werden teilweise selber gebacken. Einige bekommen die Gefangenen aber auch von Kindern aus der Pfarrgemeinde in Lindleinsmühle, die bei ihrem Kinderbibeltag für uns backen. Das ist immer etwas Besonderes. So sind die Kinder ein Stück weit dabei. Ich glaube, Heimweh spielt eine große Rolle. Meine Erfahrung ist, dass Weihnachten das größere Problem für die Frauen darstellt. Vor allem Frauen, die Kinder haben. Für die Männer ist Silvester das größere Problem, weil sie da Bilanz ziehen und überlegen, was im vergangenen Jahr war. Für viele Männer ist es immer noch schwierig, Gefühle zu zeigen. Die Station wird auch nicht so wie bei den Frauen geschmückt. Es gibt keinen Tannenbaum, weil es immer welche gibt, die ihren Frust daran auslassen. Viele Männer wollen, dass die Weihnachtszeit wie eine ganz normale Zeit rumgeht, damit keine Gefühle hochkommen. Die Frauen sind etwas kreativer und versuchen, sich mehr gegenseitig zu unterstützen.</p><p><em>POW: Spielt das gemeinschaftliche Zusammenleben eine Rolle in der Weihnachtszeit?</em></p><p>Weber: Ja, eine sehr große Rolle. Wir sind zwar eine Zwangsgemeinschaft, aber es ist doch so, dass die Gemeinschaft viel bedeutet. Harmonie ist ganz wichtig. Vor allem sieht man das bei der Weihnachtsfeier. Wir sind auf zwei Stockwerke verteilt und treffen uns mit den Frauen beider Stockwerke, um gemeinsame Zeit zu verbringen. Dann können wir miteinander beten, singen und einfach zusammen sein. Das ist schön und gibt auch nochmal Kraft für Weihnachten und Silvester.</p><p><em>POW: Wie verbringen Sie denn Silvester?</em></p><p>Weber: Auch an Silvester gibt es ein Turnier, im vergangenen Jahr war es Tischtennis. Um Mitternacht stehen wir jeweils an unseren Fenstern, beglückwünschen uns gegenseitig und schauen das Feuerwerk an. Am 1. Januar ist es wie draußen auch, da ruht man sich von der Silvesternacht aus.</p><p><em>POW: Welche Angebote gibt es in der Advents- und Weihnachtszeit?</em></p><p>Schäfer: Ich biete verschiedene Bastelaktionen an, bei denen die Gefangenen selbst Weihnachtskarten basteln können. Entweder als Geschenk für Ehrenamtliche, die sie besuchen, oder für ihre Familien. Gerade für die Kinder ist es schöner, wenn sie eine gebastelte Weihnachtskarte von ihrer Mama bekommen, als eine gekaufte. Neben der Dekoration der Station gibt es auch einen Adventskalender. Die Tütchen sind mit Sprüchen, Rätseln oder Geschichten gefüllt. Bei der Weihnachtsfeier an Heiligabend kommen Ehrenamtliche, die gemeinsam mit den Frauen feiern. Dann wünschen wir uns frohe Weihnachten in den unterschiedlichen Sprachen, die anwesend sind. Aber es fließen jedes Jahr auch Tränen beim Fest. Manche nehmen sich gegenseitig in den Arm und trösten sich.</p><p>Weber: Wir haben auch einen Projektchor, in dem wir weihnachtliche Lieder für den Gottesdienst vorbereiten. Jedes Jahr gibt es im Wechsel einen ökumenischen Gottesdienst mit dem katholischen Bischof oder der evangelischen Regionalbischöfin. In diesem Jahr kommt die evangelische Regionalbischöfin. Und wir dekorieren die Station. Es wird auch ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Wir hängen Schmuck in der Küche auf, wie man es zuhause auch machen würde.</p><p><em>POW: Was sind Ihre Wünsche für die Weihnachtszeit?</em></p><p>Weber: Persönlich wünsche ich mir, dass man sich gegenseitig und die Zeit miteinander wertschätzt. Aber ich finde es auch wichtig, dass man in der Weihnachtszeit an andere denkt. Auch an die Menschen draußen, denen es nicht so gut geht oder die einsam und alleine sind. Ich wünsche mir eine besinnliche Zeit, in der man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.</p><p><em>POW: Wie geht es den Angehörigen in dieser Situation?</em></p><p>Schäfer: Ich weiß, dass es für die Angehörigen nicht leicht ist, weil sie ihre Liebsten im Gefängnis vermissen. Trotzdem ist es für diejenigen, die inhaftiert sind, schwieriger. Draußen hat man meist doch noch andere Leute um sich herum. Klar, ein Platz bleibt immer frei, da leiden viele drunter. Vor allem die Kinder. Aber bei den Insassinnen und Insassen ist das Heimweh größer.</p><p><em>POW: Kann der Glaube Halt geben?</em></p><p>Weber: Ja, mein Glaube spielt hier eine sehr große Rolle. Ich glaube an Jesus und ich glaube auch, dass ich durch seine Kraft und Gnade die Zeit hier bewältige. Natürlich helfen auch die richtigen Menschen wie Frau Schäfer, die eine sehr große Bereicherung für uns alle hier in Haft ist. Mein Glaube gibt mir Kraft und Hoffnung. Ich binde meinen Glauben in meinen Alltag ein, indem ich mich im Miteinander mit den Menschen, auch bei der Arbeit, so verhalte, wie ich denke, dass Jesus sich verhalten würde. In einem respektvollen, liebevollen Umgang miteinander.</p><p class="text-right">Das Interview führte Judith Reinders (POW)</p><p>(5124/1355; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62771</guid><pubDate>Tue, 17 Dec 2024 16:03:23 +0100</pubDate><title>Weihnachtskonzert der Dommusik: „Nine Lessons and Carols“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachtskonzert-der-dommusik-nine-lessons-and-carols/</link><description>Würzburg (POW) Unter der Überschrift „Nine Lessons and Carols“ steht das Weihnachtskonzert mit den Würzburger Domsingknaben am zweiten Weihnachtsfeiertag, Donnerstag, 26. Dezember, um 16 Uhr im Würzburger Kiliansdom.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%">Angelehnt an das international bekannte „Festival of Nine Lessons and Carols“ im King’s College in Cambridge, das von der BBC weltweit ausgestrahlt und von Millionen von Zuhörern verfolgt wird, werden auch im Kiliansdom neun Texte zur Weihnachtserzählung gelesen. Dazwischen erklingt unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller Chormusik unter anderem von David Willcocks, John Rutter und Ola Gjeilo. Begleitet werden die Domsingknaben von Domorganist Professor Stefan Schmidt. Tickets zum Stückpreis von 35, 29, 16, und zehn Euro gibt es bei der Dominfo, Domstraße 40 in Würzburg, bei allen Vorverkaufsstellen, online unter <a href="http://reservix.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">reservix.de</a> sowie an der Konzertkasse.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(5124/1348; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u><span style="text-decoration:none"><b></b></span>Foto abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Veranstaltungen</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62734</guid><pubDate>Mon, 16 Dec 2024 16:35:20 +0100</pubDate><title>Benefiz-Orgelkonzert zum vierten Advent im Kiliansdom</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/benefiz-orgelkonzert-zum-vierten-advent-im-kiliansdom/</link><description>Würzburg (POW) Domorganist Professor Stefan Schmidt beschließt die Reihe der adventlichen Orgelkonzerte mit einem Benefizkontert am Samstag, 21. Dezember, um 16 Uhr im Würzburger Kiliansdom.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Josef Rheinberger sowie Improvisationen. Schmidt ist seit 2005 Domorganist in Würzburg und darüber hinaus ein international gefragter Interpret und Improvisator. Er hat zahlreiche CDs eingespielt, unter anderem mit Werken von Bach, Robert Schumann, Max Reger, Louis Vierne, Maurice Duruflé und Improvisationen. Als Improvisator begleitet er regelmäßig künstlerisch wertvolle Stummfilme. Als Honorarprofessor an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf leitet er im Studiengang Kirchenmusik eine Orgelklasse für Interpretation und Improvisation. Das Benefizkonzert wird in Zusammenarbeit mit der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg veranstaltet. Der Erlös kommt dem Hilfsfonds der Seniorenvertretung zugute. Schirmherr des Benefizkonzerts ist Domdekan Dr. Jürgen Vorndran. Tickets zum Stückpreis von zehn beziehungsweise acht Euro gibt es bei der Dominfo, Domstraße 40, und an der Konzertkasse.</p><p>(5124/1339; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Veranstaltungen</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62686</guid><pubDate>Fri, 13 Dec 2024 09:13:35 +0100</pubDate><title>Weihnachten im Würzburger Kiliansdom</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/weihnachten-im-wuerzburger-kiliansdom-2/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Christmette, Hochamt und Pontifikalvesper – Eröffnung des Heiligen Jahrs 2025 am Silvestertag</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Zur Mitfeier des Weihnachtsfests laden Bischof Dr. Franz Jung, Weihbischof Paul Reder und das Domkapitel in den Würzburger Kiliansdom ein. „Genau in der längsten Nacht des Jahres wird Gott geboren, um sie von innen her zu erleuchten mit seinem Licht“, sagt Bischof Jung. Unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller gestaltet die Würzburger Dommusik die weihnachtlichen Gottesdienste im Kiliansdom mit festlichen Weisen. Das große Weihnachtskonzert am zweiten Weihnachtsfeiertag steht unter der Überschrift „A Festival of Nine Lessons and Carols“. Domorganist Professor Stefan Schmidt begleitet die Weihnachtstage an der Domorgel.</p><p>Die weihnachtliche Messe an Heiligabend und die Christmette, der Pontifikalgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag, der Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag sowie der Pontifikalgottesdienst an Silvester werden auf TV Mainfranken per Kabel, Bibel TV online sowie dem YouTube-Kanal des Bistums übertragen. Der Festgottesdienst am 25. Dezember wird zusätzlich live auf Bibel TV Fernsehen ausgestrahlt.</p><p>Eine weihnachtliche Messe mit Domdekan Dr. Jürgen Vorndran stimmt an Heiligabend, 24. Dezember, um 17 Uhr auf die Feiertage ein. Die Mädchenkantorei des Würzburger Doms unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth gestaltet den Gottesdienst unter anderem mit der „Missa puerorum“ von Josef Gabriel Rheinberger, weihnachtlicher Chormusik sowie Liedsätzen aus Skandinavien und von David Willcocks, John Rutter und Hugo Hammarström. Ab 22 Uhr stimmen die Dombläser und Domorganist Schmidt mit weihnachtlicher Bläser- und Orgelmusik auf die Christmette ein.</p><p>Um 22.30 Uhr zelebriert Bischof Jung gemeinsam mit dem Domkapitel die Christmette an Heiligabend. Die Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Beutmiller singen die „Turmbläsermesse“ von Fridolin Limbacher sowie weihnachtliche Motetten und Liedsätze, unter anderem von David Willcocks, John Rutter und George Woodward. Die Dombläser begleiten den Gesang instrumental.</p><p>Am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, beginnt das Pontifikalamt zum Hochfest der Geburt Christi mit Bischof Jung um 10 Uhr im Kiliansdom. Der Domchor, die Solisten Mechtild Söffler (Sopran), Kea Niedoba (Alt), Marcel Hubner (Tenor) und Simon Tischler (Bass) sowie die Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth begleiten die Messe mit der „Missa Sancti Nicolai, Hob. XXII:6“ von Joseph Haydn sowie weihnachtlichen Liedsätzen. Die Pontifikalvesper um 17 Uhr feiert ebenfalls Bischof Jung. Dazu singt die Schola Cantorum gregorianische Gesänge zu Weihnachten.</p><p>Am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, gestaltet der Kammerchor am Würzburger Dom den Festgottesdienst mit Domkapellmeister Rüth um 10 Uhr im Dom mit der „Messe in F“ von Charles Wood sowie anglikanischer Chormusik zu Weihnachten von John Tavener, Morten Lauridsen und Colin Mawby.</p><p>Um 16 Uhr lädt die Würzburger Dommusik zu einem Weihnachtskonzert unter dem Motto „A Festival of Nine Lessons and Carols“ in den Dom ein. Unter der Leitung von Domkantor Beutmiller musizieren die Würzburger Domsingknaben. Es werden neun Texte zur Weihnachtserzählung gelesen. Dazwischen erklingt Chormusik, unter anderem von David Willcocks, John Rutter oder Ola Gjeilo. Begleitet werden die Domsingknaben von Domorganist Schmidt. Karten zum Stückpreis von 35, 29, 16 und zehn Euro sind erhältlich bei der Dominfo, Domstraße 40 in Würzburg, an den bekannten Vorverkaufsstellen und online unter reservix.de sowie an der Konzertkasse.</p><p>Am Heiligen Abend, 24. Dezember, feiert Bischof Jung um 12 Uhr eine Weihnachtsandacht in der Würzburger Wärmestube. Weihbischof Reder nimmt am gleichen Tag um 14 Uhr an der Weihnachtsfeier für Alleinstehende des Caritasverbands für die Stadt und den Landkreis Würzburg im Generationen-Zentrum Matthias Ehrenfried in Würzburg teil. Das Weihnachtsessen der Gemeinschaft Sant’Egidio, zu dem Arme und Bedürftige eingeladen sind, findet heuer an verschiedenen Orten statt. Bischof Jung besucht am ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, einen davon.</p><p>Am Silvestertag, 31. Dezember, eröffnet Bischof Jung im Bistum Würzburg das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr 2025. Die Feier beginnt um 15.45 Uhr mit einem Impuls im Würzburger Neumünster. Angeführt vom sogenannten „Synodenkreuz“ ziehen die Gläubigen dann in den Kiliansdom, um dort um 16 Uhr miteinander das Pontifikalamt zum Jahresschluss zu feiern.</p><p><em><strong>Stichwort: Weihnachten</strong></em></p><p>Am 25. Dezember feiert die Kirche das Hochfest der Geburt Jesu. Neben Ostern und Pfingsten gehört Weihnachten zu den Hauptfesten der Christenheit. Das Wort selbst heißt so viel wie heilige, geweihte Nacht. Im Evangelium nach Lukas wird als Ort der Geburt Jesu Betlehem genannt, genauer gesagt die Felder vor der Stadt Davids. In der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt befindet sich heute die Geburtskirche.</p><p>Warum Weihnachten an diesem speziellen Termin begangen wird, ist unter Wissenschaftlern strittig. Als wahrscheinlich gilt die These, dass das Fest der Geburt des Herrn bewusst auf den Tag der Wintersonnenwende gelegt wurde, der bis dahin unter Heiden dem „unbesiegbaren Sonnengott“ gewidmet war. Somit wurde der Termin umgedeutet auf Jesus als das „Licht der Welt“. Die im Termin grundgelegte Lichtsymbolik hat als äußeres Zeichen einen Niederschlag im Christbaum gefunden, der seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar ist. Bis ins 20. Jahrhundert hinein fast nur in katholischen Gegenden verbreitet war die Weihnachtskrippe, eine szenische Darstellung der Geburt Jesu mittels Figuren. Der heilige Franziskus gilt als Begründer dieses Brauchs.</p><p>Mit dem Weihnachtsfest beginnt die Weihnachtszeit. Sie dauert bis zum Fest der Taufe des Herrn, das am Sonntag nach Dreikönig gefeiert wird. In der Volksfrömmigkeit wird das Ende der Weihnachtszeit mit Mariä Lichtmess, dem Fest der Darstellung des Herrn, am 2. Februar gesehen.</p><p>(5124/1323; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62595</guid><pubDate>Mon, 09 Dec 2024 12:05:43 +0100</pubDate><title>„Ein Stück Heimat“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/ein-stueck-heimat-1/</link><description>Pfarrer Walenty Cugier von der Polnischen Katholischen Mission Würzburg erzählt von polnischen Weihnachtsbräuchen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bunt verzierte Weihnachtskarten, kunstvoll bemalte Kerzen und Oblaten mit weihnachtlichen Motiven: Pfarrer Walenty Cugier, der für die Polnische Katholische Mission in der Diözese Würzburg zuständig ist, präsentiert Weihnachtsschätze aus seiner Heimat Polen. Seit 2000 lebt er in Deutschland, bis 2005 war er in Hamburg tätig, bevor er ins Bistum Würzburg kam. Er persönlich verbinde mit Weihnachten viel Arbeit. Vor allem die Vorweihnachtszeit sei geprägt von Terminen und Verpflichtungen. In Polen sei es noch sehr verbreitet, vor Weihnachten zur Beichte zu gehen. „Die Menschen stehen Schlange, um zu beichten“, sagt er. An Heiligabend hält er mindestens zweimal die Christmette. Dafür ist er viel unterwegs. Er fährt über 70 Kilometer bis Aschaffenburg oder Miltenberg, um dort mit den Menschen in der polnischen Gemeinde zu feiern.</p><p>Zwischen den Christmetten hat er Zeit für das Abendessen, zu dem ihn meist gleich mehrere Familien zu sich nach Hause einladen. Das Essen spiele eine wichtige Rolle beim polnischen Weihnachtsfest. „Regional gibt es Unterschiede, aber das Essen bedarf einer großen Vorbereitung. Früher servierte man zwölf Gänge in Anlehnung an die zwölf Apostel. Das machen viele Familien heute nicht mehr.“ Wichtig sei aber, dass das Essen fleischlos bleibt, weil Heiligabend als Fastentag gilt. Anstelle von Festtagsbraten würde „Karp“ serviert, das ist Fisch. Genauso wie „Barszcz“, eine Rote Beete-Suppe, „Pierogi“, gefüllte Teigtaschen, oder „Makówki“, ein Dessert mit Mohn.</p><p>Eine besondere Tradition ist der zusätzliche Platz, der am Tisch beim Abendessen eingedeckt wird. „Ein Platz bleibt immer frei, falls jemand kommt. Maria und Josef haben auch einen Platz gesucht, aber alles war voll. Wir wollen mit dem freien Platz zeigen, dass jeder herzlich eingeladen ist, um gemeinsam mit uns zu feiern“, erklärt Cugier.</p><p>An Weihnachten stehe in Polen die Familie im Vordergrund. Familienbesuche würden bis zu Maria Lichtmess am 2. Februar geplant. Auch die Weihnachtslieder würden bis in den Februar hinein gesungen. Generell sei Musik ein wichtiger Teil der polnischen Weihnachtstradition. Die beliebten Weihnachtslieder werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: Kolędy und Pastorałki. Während Kol<span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">ę</span></span>dy religiöse Weihnachtslieder sind, sind Pastorałki meist unterhaltsame Volkslieder.</p><p>Cugier erzählt, dass viele polnische Familien aus Würzburg eigentlich in deutschen Gemeinden zur Messe gehen, jedoch an Heiligabend extra in der polnischen Gemeinde feiern. Für ihn persönlich ist Weihnachten ein besonderes Fest: „Jesus kommt als Mensch zu uns. An Weihnachten sind wir Gott ganz nahe.“ Für ihn ist die geistliche Vorbereitung auf Weihnachten wichtig. „Ich freue mich, mit den Menschen zusammen zu feiern. Obwohl die polnischen Familien sich mit der Beichte und den Gottesdienstbesuchen anders auf Weihnachten vorbereiten als viele deutsche Familien, wird es langsam weniger. Viele fahren bereits an Heiligabend in den Urlaub und kommen nicht mehr zur Messe.“ Darum freue er sich umso mehr, mit denen zu feiern, die da sind.</p><p>Ob er etwas aus seiner Heimat Polen vermisst, wenn er Weihnachten in der Diözese feiert? Cugier lacht: „Eigentlich ist alles gleich. Seelsorge ist in Polen und in Deutschland ähnlich. In Polen muss ich nur nicht so weit fahren, um zur Christmette zu kommen. Aber ansonsten gibt es kaum Unterschiede. Die polnische Gemeinde in Würzburg ist wie ein Stück Heimat in Deutschland.“ Ob er eines Tages zurück nach Polen geht, weiß Cugier noch nicht. „Vielleicht nach der Pensionierung. Aber ich bleibe offen und will da sein, wo die Menschen mich brauchen.“</p><p class="text-right">jr (POW)</p><p>(5024/1310; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62561</guid><pubDate>Fri, 06 Dec 2024 10:33:59 +0100</pubDate><title>Kirchenradio am Sonntag: An andere denken im Advent</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/kirchenradio-am-sonntag-an-andere-denken-im-advent/</link><description>Würzburg/Aschaffenburg/Schweinfurt/Miltenberg (POW) „Advent, Advent“ lautet das Motto in den Hörfunksendungen des Bistums Würzburg am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember.</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">Warum es manchmal nicht einfach ist, im Advent Streit und Zwietracht einmal beiseite zu legen, darüber hat sich der Autor der Reihe „Hör mal zu“ Gedanken gemacht. Im Adventshörspiel „Die Sternguckerin findet einen hellen Stern“ trifft die Sternguckerin auf ihrem Weg viele verschiedene Menschen. In der Reihe „So schmeckt Weihnachten“ geht es diesmal in die Ukraine. Dort werden für Heiligabend traditionell bis zu zwölf Gerichte vorbereitet. In Adventskalendern findet man meist Schokolade, Kosmetik oder kleine Geschenke. Einen neuen Ansatz hat der Kalender „Der andere Advent“. Außerdem hat eine Gruppe in Kitzingen eine Aktion gestartet. Sie sammelt Lebensmittel und Spiele und verteilt sie vor Weihnachten an Bedürftige. Ohne den Duft von Glühwein, Lebkuchen und Tannenzweigen wäre die Weihnachtszeit nur halb so schön. In der Sendung „Gott und die Welt“ geht es deshalb auch um die Düfte von Weihnachten. Der Veranstaltungstipp in der Sendung „Cappuccino – Ihr Kirchenjournal am Sonntagmorgen“ führt in das Kloster Oberzell. Dort kann man sich in der Weihnachtszeit von einer Schwester durch das Kloster führen lassen. In der Sendung „Kreuz und quer – PrimaTon Kirchenmagazin“ wird ein Adventskonzert in Bad Kissingen mit Klassikern und schwedischen Weihnachtsliedern vorgestellt. Das Besondere: Bei manchen Songs darf das Publikum mitsingen. Die Sendung „Cappuccino – Ihr Kirchenjournal am Sonntagmorgen“ läuft jeweils sonntags von 8 bis 10 Uhr auf <a href="http://www.meincharivari.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Radio Charivari Würzburg</a>. Ebenfalls sonntags von 8 bis 10 Uhr sendet <a href="http://www.radioprimaton.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Radio PrimaTon Schweinfurt</a> die Sendung „Kreuz und quer – PrimaTon Kirchenmagazin“. Das Kirchenmagazin „Gott und die Welt“ auf <a href="http://www.primavera24.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Radio Primavera</a>&nbsp;ist jeweils sonntags von 7 bis 8 Uhr zu hören.</span></p><p>(5024/1301; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62559</guid><pubDate>Fri, 06 Dec 2024 10:25:28 +0100</pubDate><title>„Figuren, die einem täglich begegnen“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/figuren-die-einem-taeglich-begegnen/</link><description>Bildhauer Günter Metz schnitzt Krippenfiguren nach dem Vorbild Rhöner Persönlichkeiten</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Langenleiten</strong> (POW) Der Geruch von Holz und Farbe steigt einem sofort in die Nase, wenn man die Werkstatt von Günter Metz in Langenleiten (Landkreis Rhön-Grabfeld) betritt. Der 82-Jährige betreibt seit über 60 Jahren Handarbeit mit Tradition: die Krippenbaukunst. Er schnitzt Weihnachtskrippen und Heiligenfiguren aus Lindenholz, Kiefer oder Eiche. „Bosnische Linde eignet sich am besten“, sagt er und nimmt einen Schäfer, an dem gerade arbeitet, zur Hand. Er zeigt auf die Unterseite der Holzfigur und erklärt, wie man das Alter des Baumes anhand der Jahresringe ablesen kann. „Die dunklen Ringe stehen für den Winter, die hellen für den Sommer. Zählt man die dunklen Ringe, erhält man das Alter des Baumes.“</p><p>In seinem Beruf gibt es keine Hochsaison. Obwohl Krippen bekanntlich zu Weihnachten aufgebaut werden, hat Metz das ganze Jahr über Aufträge. Dadurch, dass alle Figuren handgefertigt sind, kann es bis zu einem Jahr Lieferzeit kommen. „Für eine Krippenfigur mit 23 Zentimetern brauche ich je nach Tagesform zirka zwei bis drei Tage. Das ist allein für das Holz.“ Danach bemalt seine Frau Anni die Figuren. „Meine Frau ist meisterhaft darin. Es gibt keinen, der es so gut kann wie sie. Wir sind ein gutes Team geworden über die Jahre.“ Seine Frau arbeitete als Bankkauffrau, bevor sie in den 1990er Jahren anfing, die Figuren zu bemalen, zu lasieren und zu vergolden.</p><p>###GALERIE###</p><p>Das Können von Metz hat sich über die Jahre herumgesprochen. „Ich habe noch keinen Cent für Werbung ausgegeben“, erzählt er. Es seien einfach immer Aufträge reingekommen. „Die Leute kommen aus allen Himmelsrichtungen.“ Seine Figuren stünden überall in Deutschland, zum Beispiel in Fulda, Mainz oder Osnabrück. Aber er habe auch schon Figuren nach Schweden geschickt und einen heiligen Urban in die USA verschifft.</p><p>Die Holzschnitzerei sei sein Traumberuf. Sein Großvater betrieb eine Schreinerei, und schon in seiner Kindheit habe er den Geruch von frisch bearbeitetem Holz geliebt. Mit der Schule sei er dann zum ersten Mal in der Holzschnitzschule in Bischofsheim gewesen. „Mein Lehrer hatte ein gutes Gespür für die Talente seiner Schüler. Er sagte: ,Das wäre doch was für dich, Günter‘ – und mein Interesse war geweckt.“ Ab dem 1. Dezember 1956 radelte Metz täglich 15 Kilometer nach Bischofsheim. „Ohne Gangschaltung“, wie er betont.</p><p>Jetzt sitzt Metz an seiner Werkbank und schnitzt am Ohr des Schäfers. „Wer keine Ohren und keine Hände schnitzen kann, der taugt nichts“, sagt er und lacht. Diesen Spruch habe der Leiter einer großen Bildhauerei in München immer gesagt, bei der er nach seinem Abschluss arbeitete. Er bekam das Angebot, bei der Wiederherstellung der zerstörten Münchener Residenz mitzuwirken und dort längerfristig zu bleiben. Er entschied sich jedoch für das freie, kreative Arbeiten und eröffnete in Langenleiten seine eigene Bildhauerwerkstatt. „Ich war der jüngste Meister Bayerns“, erzählt er voll Stolz. „Seine Meisterprüfung konnte man damals erst mit 24 Jahren machen. Für die Eröffnung der Werkstätte bekam ich eine Ausnahmegenehmigung. Ich war erst 21.“ Was ein guter Bildhauer brauche, seien genaue Beobachtung, Zeichnungen und eine gute Umsetzung. „Man braucht acht bis zehn Jahre, bis man gut ist. Ein Großteil ist Fleiß, nur Talent reicht nicht aus. Man muss auch mit sich selbst zufrieden sein. Ich war nie ganz zufrieden.“</p><p>Die sorgfältig aufgereihten Schnitzmesser in verschiedenen Größen und Formen auf seiner Werkbank zeugen von der präzisen Arbeit, die das Handwerk erfordert. Ob er sich schon einmal geschnitten hat? Metz zieht wortlos die Schublade unter der Werkbank heraus. Darin befinden sich Pflaster. Dann zeigt er seine rechte Hand, an deren Zeigefinger eine Fingerkuppe fehlt. „Da habe ich nicht gut aufgepasst. Mein Sohn war vier Jahre alt und wollte, dass ich ihm ein Schwert schnitze. Dabei ist ein Stück von meinem Finger in der Hobelmaschine steckengeblieben.“</p><p>Seinen Sohn Klaus, der mittlerweile 56 Jahre alt ist, beschreibt Metz als „großes Talent“. Er ging von 1984 bis 1987 bei ihm in die Lehre und wurde später Bundessieger im Holzbildhauerhandwerk. Er studierte an der Kunstakademie in Nürnberg und arbeitet heute unter einem Dach mit seinem Vater. Metz schätzt den Austausch mit seinem Sohn. Sie würden sich gegenseitig zu Rate ziehen und gäben sich sowohl Lob als auch Kritik. Sein Sohn ist der einzige, den Metz in all den Jahren ausgebildet hat: „Es gibt kaum mehr Menschen, die sich für den Beruf interessieren.“</p><p>Neben der Werkbank und den Figuren steht auch eine andere Leidenschaft von Metz in der Werkstatt: sein Akkordeon. Das Knopfakkordeon spiele er jeden Tag, weil die Musik ihm Freude bringe.</p><p>Was Metz in seiner Werkstatt produziert, wird in einer Ausstellung im vorderen Teil des Hauses präsentiert. Dort finden sich wahre Schätze aus seiner Arbeit der vergangenen 67 Jahre. Auch seine allererste Krippe, die er mit 15 Jahren gemacht hat. „Sie ist unverkäuflich“, sagt er, während er zwischen den kleineren und großen Krippen, Marienfiguren, Engeln und Tieren steht, die er alle in der Vergangenheit geschnitzt hat. In den einzelnen Figuren können Personen aus dem echten Leben erkannt werden. „Das macht meine Figuren aus, dass sie einem jeden Tag auf der Straße begegnen können.“ Da ist zum Beispiel die Figur des Rhönschäfers, der früher die Schafe im Ort gehütet hat. „Er hat sie morgens abgeholt und abends wieder zurückgebracht. Er war ein Original. Wie er nach seinem Hund rief und wie er leicht gebückt umherlief. Das ist mir in Erinnerung geblieben.“ Auch andere Bilder aus seiner Kindheit und Jugend sind im Holz verewigt. Zwischen den Figuren befindet sich auch ein Junge mit einem Kalb. „Die Buben mussten damals die Kälber auf die Waage bringen, bevor sie verkauft wurden“; erinnert er sich, während er die Figur in seinen Händen hält.</p><p>Neben den Figuren der Rhöner Leute sind auch die Gesichtszüge seiner eigenen Familienmitglieder in den Krippenfiguren zu erkennen. Sein Enkel Kilian stand beispielsweise als Baby Modell für eine Figur des Jesuskinds. Auch seine Lieblingsfigur stammt aus dem eigenen Familienkreis. Es ist die Oma seiner Frau, deren Enkel sich hinter ihr versteckt. Von seinen Kunden nimmt Metz ebenfalls Porträtaufträge an. Wenn er gute Fotos bekommt, reproduziert er daraus ihre Gesichter. „Ein guter Holzschnitzer kann nach Fotos arbeiten“, sagt er.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/102-rhoner-krippenkunst/embed?context=external&amp;theme=default" style="border: 0" frameborder="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p>Die beliebtesten Figuren sind nach wie vor die Heilige Familie. Maria wird bei ihm immer als junges Mädchen dargestellt, Josef als junger Mann. Die Figuren variieren in ihrer Größe. Seine größten Holzfiguren waren eine 2,40 Meter große Madonna für eine Pfarrei in der Schweiz und ein 2,60 Meter großer heiliger Andreas für die Diözese Mainz. Viele seiner Krippen finden sich auch in der Region wieder. Auf dem Kreuzberg baut er jedes Jahr selbst die Krippe in der Klosterkirche auf, gemeinsam mit seiner Familie. „Solange es noch geht, mache ich das. So gefällt es mir am besten“, sagt Metz. Die Krippe bleibt in der Weihnachtszeit in Bewegung. Die schwangere Maria wird vor Heiligabend ausgetauscht, der Wirt aus der Herbergsszene wird weggenommen und die Heiligen Drei Könige kommen später hinzu. Auch die Kirche in Langenleiten trägt seine Handschrift. Der Kreuzweg, der Altar und der Ambo sind in seiner Werkstatt entstanden.</p><p>Einen persönlichen Bezug zum Glauben hat Metz durch seine katholische Erziehung. Er hat sich sein Leben lang ehrenamtlich engagiert. Nicht nur als Feuerwehrkommandant, sondern auch als Mitglied der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats. Seine Tochter Petra arbeitet als Gemeindereferentin in der Diözese.</p><p>An Ruhestand denkt Metz noch lange nicht. Dafür habe er zu viele Ideen, die er noch umsetzen wolle. Er spricht von einem „inneren Antrieb“, wenn er künstlerisch gestalten kann. „Ich höre erst auf, wenn es nicht mehr geht.“</p><p class="text-right">Judith Reinders (POW)</p><p>(5024/1287; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/ZU578krpKv4?si=cWdAuB0tWR7k_axZ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p>]]></content:encoded><category>Reportagen</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62512</guid><pubDate>Wed, 04 Dec 2024 16:07:14 +0100</pubDate><title>„Welche Werte sind mir wichtig?“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/welche-werte-sind-mit-wichtig/</link><description>13. Adventsinstallation vor dem Jugendhaus Sankt Kilian</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Miltenberg </strong>(POW) Bis zum Dreikönigstag am Montag, 6. Januar 2025, ist die aktuelle Adventsinstallation vor dem Jugendhaus Sankt Kilian in der Bürgstädter Straße in Miltenberg aufgebaut. Sie beschäftigt sich mit dem Motto des Friedenslichts aus Bethlehem „Vielfalt leben. Zukunft gestalten“, schreibt Lukas Hartmann, Leiter Tagungsbetrieb.</p><p>Die Installation besteht aus zwei Wandelementen: Die linke Seite greift den ersten Teil des Mottos „Vielfalt leben“ auf. Interessierte können aus einer Auswahl an Werten ihre eigene Wertepyramide zusammensetzen: „Welche Werte sind mir persönlich für das Zusammenleben in der Familie, in der Schule, im Ort, in der Welt wichtig? Welches Fundament braucht es, damit unsere vielfältige Gesellschaft gut zusammenleben kann?“ Auf der rechten Seite wird der zweite Teil des Mottos „Zukunft gestalten“ behandelt. „Welche Träume habe ich von meiner Zukunft? Welche politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen müssen wir meistern, um eine (gute) Zukunft zu haben?“ Die Mind-Map kann mit persönlichen Ideen und Forderungen gefüllt werden. Alternativ kann man auch digital an der Installation teilnehmen.</p><p>Niklas Schmitt, Lina Hörnig und Emilia Kern, die aktuell ihren Bundesfreiwilligendienst im Jugendhaus leisten, haben die Installation vorbereitet: „Wir leben in einer Welt, in der uns oft nur das auffällt, was uns voneinander unterscheidet: Geschlecht, Lebensalter, Hautfarbe, Herkunft. Instinktiv gehen wir gegenüber allem Unbekannten auf Abstand. Was wir nicht kennen, können wir nicht einschätzen. Wenn wir also einen weiteren Blick wagen und nicht auf Abstand gehen, können wir möglicherweise Gemeinsamkeiten entdecken.“ In einer Welt, die sich im steten Wandel befinde, sei es wichtiger denn je, Vielfalt zu ermöglichen und als Chance zu sehen. Jeder Mensch bringe einzigartige Perspektiven, Fähigkeiten und Erfahrungen mit, die die Gesellschaft bereichern. „Wenn es gelingt, die Unterschiede der Menschen als Stärken zu nutzen, ist der erste Schritt für eine gerechte Welt gemacht.“</p><p>(5024/1292; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62445</guid><pubDate>Sat, 30 Nov 2024 23:30:30 +0100</pubDate><title>Ein Moment der Stille im Trubel des Alltags</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/ein-moment-der-stille-im-trubel-des-alltags/</link><description>„Nacht der Hoffnung“ im Neumünster mit besonderer Atmosphäre – Orgelmusik, Impulse, Stille und Gebet – Einstimmung auf das Heilige Jahr 2025</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Das Neumünster ist in grünes Licht getaucht, auf der Balustrade des Treppenaufgangs flackern Schalen mit großen Ölbrennern. Davor und auf dem Kiliansplatz verteilen Teams von Helferinnen und Helfern Kerzen an die Passanten. Ein Plakat mit der Aufschrift „Nacht der Hoffnung“ lädt an diesem Samstagabend, 30. November, dazu ein, sich von 17 bis 21 Uhr auf das Heilige Jahr 2025 einzustimmen. Mitten im Trubel des ersten Adventswochenendes und der langen Einkaufsnacht nutzen viele Menschen die Gelegenheit, bei Orgelmusik, Stille und Gebetsimpulsen einen Moment innezuhalten, vor dem Altar eine Kerze zu entzünden und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Nach dem Abschluss mit dem „Gebet der Hoffnung“ und dem eucharistischen Segen verlassen die meisten die Kirche mit einem Lächeln. „Schön war’s!“, ist im Vorbeigehen zu hören.</p><p>###GALERIE###</p><p>Das Innere der Kirche ist in farbiges Licht getaucht. Im Eingangsbereich können die Besucherinnen und Besucher ihre Gedanken und Hoffnungen auf Postkarten schreiben und unter Bibelkärtchen mit verschiedenen Sprüchen wählen. Wer mag, nimmt als Erinnerung einen Schlüsselanhänger mit dem Anker als Hoffnungszeichen oder eine kleine Streichholzschachtel mit der Aufschrift „Nacht der Hoffnung“ mit. „Ihr macht das so schön, ich danke Ihnen“, sagt eine junge Frau zu den Helfern.</p><p>Vor dem eucharistischen Brot in der auf dem Altar aufgestellten Monstranz flackert ein stetig wachsendes Kerzenmeer. Meditative Orgelmusik, Impulse zu Themen wie „Nacht“ und „Hoffnung“ sowie stille Zeiten wechseln sich ab. Wer mag, kann in der Kilianskrypta noch tiefer in die Stille eintauchen oder an verschiedenen Orten im Neumünster mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin sprechen. Eine kleine Gruppe trifft sich mit Bischof Dr. Franz Jung zum Glaubensgespräch in der Chorkrypta. Die Frohe Botschaft im Advent sei, dass die Seele schon immer erhoben sei zu Gott, sagt der Bischof. „Jetzt im Advent kommt er uns entgegen und macht uns Mut.“ Wenn man unter Ängsten leide oder depressiv sei, sei es gut, jemandem zum Reden zu haben. „Deshalb gibt es im Advent auch die Einladung zum Beichten, um aus dem Kreisen um sich selbst herauszukommen und wieder Kraft zu schöpfen.“ Zum Abschluss der Nacht sind alle eingeladen, ein Weihrauchkorn in eine Schale mit glühender Kohle zu legen.</p><p class="Zwischenberschrift"><em><strong>Bischof Jung: „Mitten in den Krisen ist Gott uns näher, als wir vermuten“</strong></em></p><p>Zum Beginn der „Nacht der Hoffnung“ feierte der Bischof einen Pontifikalgottesdienst. „Seit Jahren haben wir den Eindruck, nur noch von Krise zu Krise zu taumeln“, sagte er. Die Worte aus dem Evangelium – „Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden“ – klängen zeitlos angesichts der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, der zunehmenden Polarisierung und Radikalisierung, der angekündigten Entlassungswellen und der vielen Krisen, von der Migrationskrise bis zur Energie- und Klimakrise. Doch das Evangelium sage überraschenderweise genau das Gegenteil: Die Erschütterung sei Vorbote des Kommens des Messias. „Alles, was passiert, will seinem Reich den Weg bereiten in unsere Welt. Advent heißt, zu glauben, dass mitten in den Krisen uns Gott näher ist, als wir vermuten, und dass gerade dann, wenn alles ins Wanken zu geraten scheint, er der Halt unseres Lebens sein will.“</p><p>Es gebe die Versuchung, sich durch Rausch und Trunkenheit zu betäuben oder in die Arbeit zu stürzen, um sich abzulenken. Die erschreckende Zunahme der Suchtkranken – Alkohol- oder Drogensucht, Internet- oder Kaufsucht – zeige, wie sich Menschen vor der Realität in Scheinwelten flüchteten. „Die Angst, all dem nicht gewachsen zu sein, ist real, und hier gibt es nichts zu beschönigen“, sagte Bischof Jung. Doch hinterlasse diese Flucht eine immer größere Leere. Still zu werden, zu wachen und zu beten, sei der Schritt in die „heilige Nüchternheit“. „Im Gebet erbitten wir vom wiederkommenden Menschensohn Kraft und Zuversicht.“ Er sei den Menschen in allen Krisen und Erschütterungen nahe. „Wacht und betet, lenkt Euch nicht ab, damit der Herr in diesen Wochen auch in Euer Leben kommt.“</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(4924/1279; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Pilger der Hoffnung</category><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62434</guid><pubDate>Sat, 30 Nov 2024 15:33:36 +0100</pubDate><title>Aus Tannenzweigen wird ein Kranz</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/aus-tannenzweigen-wird-ein-kranz-1/</link><description>Tipps zum Adventskranz-Selbermachen von Profis aus dem Blumengeschäft</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Tannenduft, Weihnachtsdekoration und grüne Zweige: Im Blumenhaus Nagengast herrscht viel Trubel. Bereits Anfang November haben die Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft begonnen. Und zur Vorweihnachtszeit darf eines nicht fehlen: Adventskränze. Wer jetzt noch einen Adventskranz selbst binden möchte, sollte sich vorher einige Gedanken machen: Welches Material wird verwendet? Wie wird der Kranz bis Weihnachten frischgehalten? Wie kann der fertige Kranz dekoriert werden? Karin Neyderek, die den Blumenladen seit 2009 betreibt, und ihre Mitarbeiterinnen zeigen, wie aus einzelnen Tannenzweigen ein fertiger Kranz entsteht.</p><p>Neyderek steht in dem engen Raum im hinteren Teil des Blumenladens, in dem die Blumengestecke vorbereitet werden, und packt neue Ware für die Weihnachtszeit aus. „Guckt mal, wie süß“, sagt sie und holt eine kleine Rehfigur aus einem Pappkarton. Zwischen Weihnachtskugeln und Kunstschnee wird Platz zum Adventskranzbinden gemacht. „Für das Selberbinden zuhause empfehle ich Edeltanne“, erklärt Neyderek. Diese würde sich lange halten und gut trocknen. Ihr Grün sei nicht so intensiv, jedoch hätten ihre Nadeln einen silbrig-grünen Schimmer. „Ein sattes Grün hat hingegen die Nordmanntanne. Die benutzen wir hier auch.“ Bei gemischten Kränzen sollte unterschiedliches Grün verwendet werden. Neben Tanne würden sich Eukalyptus, Efeu oder Zypresse eignen. „Man sollte darauf achten, frische Zweige zu verwenden, damit sich der Kranz auch bis Weihnachten hält.“</p><p>Auf einer Tischplatte bereitet eine Mitarbeiterin die Utensilien vor. Ein Kranz aus Stroh, grünes Wickelband, Bindedraht sowie eine Gartenschere. Sie stellt eine Dose mit Nadeln dazu. „Die sind zum Feststecken, damit der Kranz auch gut hält.“ Vor dem Binden nimmt sie den Strohkranz in die Hand und umwickelt ihn mit dem Wickelband. Dadurch ist das Stroh verdeckt und nicht zwischen den Tannenzweigen sichtbar. Danach steckt sie das Band mit den Nadeln im Kranz fest.</p><p>„Jetzt geht es los“, die Mitarbeiterin legt einen großen Stapel Tannenzweige vor sich ab. Die Zweige sind unterschiedlich groß. Sie nimmt jeweils einen Zweig in die Hand und schneidet ihn zurecht. „Die Tannenzweige müssen in unterschiedliche Längen geschnitten werden“, erklärt sie. Dabei sollten kleine, mittlere und große Zweige abgeschnitten werden. Sie entfernt die Stiele, damit der Kranz nicht zu dick wird. Nach und nach stapeln sich Tannenreste auf dem Boden. „Am besten benutzt man möglichst dünne Zweige.“ Sie sortiert die zurechtgeschnittenen Zweige und legt sie vor sich auf dem Tisch ab.</p><p>Für die richtige Bindetechnik legt sie einen der größeren Zweige außen an den Strohkranz an. Danach nimmt sie einen kleineren Zweig und legt ihn auf gleicher Höhe wie den größeren Zweig auf der Kranzinnenseite an. „Nach innen hin benutze ich immer kleinere Zweige“, sagt sie. Sobald die gesamte Stelle des Strohkranzes mit Zweigen bedeckt ist, umwickelt sie diese mit dem Blumendraht und zieht ihn zwei- bis dreimal möglichst fest. „Am besten bindet man immer von innen nach außen.“</p><p>Im Anschluss sucht sie einen neuen Zweig von ihrem Stapel. Sie legt erneut einen größeren Zweig an die Kranzaußenseite an. Die neue Schicht Grün wird dabei leicht über die vorherige Schicht gelegt. „Die Zweige sollten sich immer überlappen, damit keine Lücken entstehen“, erklärt die Mitarbeiterin und zeigt, wie sie die Zweige oberhalb der vorherigen Schicht anlegt. Diese Technik wiederholt sie, bis der ganze Kranz einmal umwickelt wurde. „Das dauert jetzt etwas“, sagt sie zwischendurch. „Es ist etwas mühselig, aber wenn man es richtig macht, sieht der Kranz am Ende schöner und voller aus.“ Wichtig sei es, den gesamten Kranz einmal zu umrunden. Zum Ende hin sollten die Tannenzweige dabei unter die Zweige vom Anfang geklemmt werden, sodass möglichst alle Lücken geschlossen werden. „Sollten trotzdem Lücken entstehen, kann man sie noch nachträglich mit Tannengrün füllen.“</p><p>„Fertig“, sagt sie nach rund einer halben Stunde und hält den Kranz hoch. Jetzt muss nur noch der Draht befestigt werden. Sie kürzt den Draht, formt ihn zu einer Schlaufe und dreht diese mehrmals ein. Dann steckt sie das Ende des Drahtes in den Strohkranz. „Das ist wichtig, damit keine Verletzungsgefahr entsteht“, erklärt sie.</p><p>Um den fertigen Adventskranz bis Weihnachten frisch zu halten, gibt es noch ein paar Tipps. „Wenn der Kranz noch nicht gebunden wurde, kann man die einzelnen Tannenzweige nochmal anschneiden und in Wasser hängen“, erklärt Neyderek. „Der fertige Kranz kann nach draußen gelegt werden, zum Beispiel in den Garten. Dadurch bleibt er feucht und länger frisch. Je nachdem, wie lange der Kranz draußen liegt, sollte man ihn zwischendurch wenden.“</p><p>Der fertige Adventskranz wird anschließend noch dekoriert. Beispielsweise mit kleinen Weihnachtskugeln, die an den Tannenzweigen festgesteckt werden. Auch kleine Figuren wie das Reh oder kleine Geschenke können in den Kranz gesteckt werden. Um ihn noch weihnachtlicher zu gestalten, kann man ihn beispielsweise mit Kunstschnee bedecken oder mit Geschenkband umwickeln.</p><p>Was nicht fehlen darf, sind die vier Kerzen für die Adventssonntage. Bei der Auswahl der Kerzen empfiehlt Neyderek sogenannte „Safe-Candles“. „Das sind Sicherheitskerzen, die durch eine Aluscheibe oder einen Kunststoffrand am Ende von selbst gelöscht werden. Wenn die Kerze ausbrennt, fällt der Docht in flüssiges Wachs und die Flamme erlischt.“ Neben den selbstlöschenden Kerzen zeigt sie noch einige Kerzenhalter und Metallplatten, die ebenfalls zum Schutz verwendet werden können. „Wichtig ist natürlich, dass der Adventskranz niemals unbeaufsichtigt brennt.“</p><p class="text-right"><em>jr (POW)</em></p><p>(4924/1277; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62426</guid><pubDate>Fri, 29 Nov 2024 11:59:06 +0100</pubDate><title>Ordensleute gestalten Instagram-Adventskalender zum Heiligen Jahr</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/ordensleute-gestalten-instagram-adventskalender-zum-heiligen-jahr-1/</link><description>Münsterschwarzach (POW) Mit einer gemeinsamen Kampagne zum Heiligen Jahr laden Ordensleute aus unterschiedlichen Gemeinschaften in ganz Deutschland dazu ein, sich gemeinsam auf den Weg zur Krippe zu machen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>In Videos auf dem Instagram-Account von <a href="http://www.instagram.com/orden.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">orden.de</a> erzählen sie, was Hoffnung ganz persönlich vor dem Hintergrund der eigenen Spiritualität bedeutet. Aus dem Bistum Würzburg werden unter anderem die Erlöserschwestern, die Ritaschwestern, die Oberzeller Franziskanerinnen sowie die Abtei Münsterschwarzach jeweils einzelne Impulse geben. Die Ordensgemeinschaften greifen damit zugleich ein zentrales Thema von Papst Franziskus auf: An Weihnachten wird dieser mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom ein „Heiliges Jahr“ eröffnen. Es wird unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ stehen und ein Jahr der Versöhnung sein. Die Videos werden ab dem ersten Adventssonntag, 1. Dezember, täglich veröffentlicht und laden ein, sich mit dem Thema Hoffnung auseinanderzusetzen und gemeinsam hoffnungsvoll auf Weihnachten zuzugehen.</p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Pilger der Hoffnung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62411</guid><pubDate>Thu, 28 Nov 2024 14:17:00 +0100</pubDate><title>„Wer dem Christkind schreibt, bekommt auch eine Antwort“</title><link>https://www.bistum-wuerzburg.de/bistum/trauer-um-bischof-em-paul-werner/detail-2/ansicht/wer-dem-christkind-schreibt-bekommt-auch-eine-antwort/</link><description>In der Weihnachtspostfiliale Himmelstadt werden Briefe vom Christkind verschickt – Rosemarie Schotte leitet seit 30 Jahren die Weihnachtspostfiliale</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Himmelstadt </strong>(POW) Gelbe Postkisten mit bunten Briefen stapeln sich in der „Weihnachtspostfiliale Himmelstadt“. Goldene Sterne hängen von der Decke, unter einem Schild mit der Aufschrift „Weihnachtsbäckerei“ sitzen bärtige Wichtelfiguren mit Zutaten für Plätzchen. Mit viel Liebe zum Detail erwacht hier eine Weihnachtswelt zum Leben. Inmitten tausender Briefe, die Kinder aus aller Welt an das Christkind in Himmelstadt adressieren, steht Rosemarie Schotte (84). Seit 1994 leitet sie die Weihnachtspostfiliale.</p><p>Bereits in den 1930er Jahren schrieben Kinder Wunschzettel an das Christkind und schickten sie nach Himmelstadt. Seit 1986 ist Himmelstadt offiziell Weihnachtspostamt. Schotte war 1993 erst als Helferin dabei, bevor sie ein Jahr später die Organisation übernahm. „Es hat mich nicht mehr losgelassen“, erzählt sie. „Was schreiben die Kinder? Was sind ihre Bitten? Welche Probleme haben sie?“ In ihrer Wahrnehmung haben die Sorgen der Kinder im Laufe der Zeit zugenommen: „Es geht viel um Mobbing, Probleme in der Schule und Corona. Das tut einem dann auch weh. Das ist nicht wie im Büro, wenn man hier die Briefe beantwortet. Es geht einem nahe.“</p><p>In diesem Jahr wird Schotte zum 32. Mal den Dienst als Oberhelferin für das Christkind übernehmen. Sie und ihr Team von Ehrenamtlichen entwickeln die Abläufe immer weiter. In jedem Jahr falle ihr etwas auf, was man beim nächsten Mal anders machen könnte.</p><p>Ihre Familie wird auch in die Arbeit im Weihnachtspostamt eingebunden. Ihr Mann hilft beim Sortieren der Post, und ihre Tochter bei der Deko. „Ich schreibe vor, wie dekoriert werden soll“, sagt sie bestimmt. Trotz ganzer Sonntage, die sie bereits in den Aufbau gesteckt haben, sei die Weihnachtspostfiliale immer noch nicht fertig aufgebaut.</p><p>###GALERIE###</p><p>Der Ablauf sei immer ähnlich: Ihr Mann öffnet die Briefe, bevor sie gelesen werden. Dann werden sie sortiert. Dabei gibt es eine Kiste mit den „Problembriefen“. Die beantwortet Schotte selbst. „Dann muss ich überlegen: Reicht der Standardbrief? Oder muss eine individuelle Antwort geschrieben werden?“ Anfangs schrieb sie die „Problembriefe“ immer von Hand. „Ich war fasziniert. Ich habe bis in die Nacht geschrieben“, sagt Schotte. In diesem Jahr schaffe sie das nicht. Jetzt beantwortet sie die Briefe auf dem Laptop und druckt sie mit selbstgestaltetem Rahmen aus. In den ersten Jahren beantworteten sie und ihr Team rund 4000 Briefe. Mittlerweile sind es bis zu 80.000 im Jahr. Der Standardbrief wird jährlich von ihr geschrieben, ihn bekommen alle Kinder: „Wer dem Christkind schreibt, bekommt auch eine Antwort.“ Der Himmelstädter Weihnachtssonderstempel wird auch von ihr entworfen und das Briefkuvert selbst gestaltet. „Auf dem Stempel müssen immer Himmelstadt, das Christkind, Kinder und Briefe zu sehen sein.“ Die Antworten werden eingetütet, mit dem Stempel und einer Briefmarke versehen und zurückgeschickt.</p><p>In diesem Jahr kamen bereits Briefe aus China, Taiwan, Russland, der Ukraine, Polen, Italien, Frankreich, Neuseeland und Australien an. Schotte denkt, dass sich das Himmelstädter Weihnachtspostamt vor allem durch Mundpropaganda rumspricht. Viele würden aber auch im Internet nach der Adresse des Christkinds suchen und dabei auf Himmelstadt stoßen.</p><p>Insgesamt helfen etwa 40 Personen bei der Weihnachtspost. Dabei hat Schotte einen Stamm von Helferinnen und Helfern, die seit vielen Jahren mitarbeiten. Einige sind aus Altersgründen oder wegen Schwangerschaft in diesem Jahr nicht dabei. In ihrem Team hat Schotte auch eine Frau, die Lehrerin für Englisch und Französisch ist. Sie hilft ihr, manche Briefe zu lesen und zu beantworten. Eine andere Helferin ist Griechin. Herausfordernd wird es, wenn Briefe in anderen Sprachen kommen. Aber auch dafür gibt es Lösungen. „Im vergangenen Jahr kamen 268 Briefe aus dem Partnerbistum Óbidos in Brasilien. Der brasilianische Bischof hat sie uns persönlich überreicht. Die Briefe waren alle auf Portugiesisch. Wir haben sie mit KI übersetzt und alle Kinder haben eine Antwort bekommen.“ Schotte war von den Wünschen der brasilianischen Kinder besonders überrascht: „Nur zwei der 268 Kinder wünschten sich etwas Materielles. Alle anderen wünschten sich Frieden, Liebe, das Ende der Kriege und dass es keine Naturkatastrophen mehr geben soll.“ Die deutschen Antworten habe Schottes Enkelin mithilfe von KI ins Portugiesische zurückübersetzt.</p><p>Schottes Arbeit stößt auf große Anerkennung von außen. Im vergangenen Jahr erhielt sie beispielsweise in München den Bayerischen Verdienstorden vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Im Jahr 2019 wurde sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen. Neben der Weihnachtspostfiliale engagiert sich Schotte auch anderweitig ehrenamtlich. Sie und ihr Mann unterstützen derzeit einen neunjährigen Jungen aus der Ukraine.</p><p>Wie lange sie das Amt in der Weihnachtspostfiliale noch leiten wird, weiß Schotte noch nicht. „Ich bin immer gerne dabei“, sagt die 84-Jährige. „Wenn es der Kopf zulässt, mache ich es im nächsten Jahr gerne wieder.“</p><p class="text-right"><em>jr (POW)</em></p><p>(4924/1264; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Advent und Weihnachten</category></item></channel></rss>