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Wir trauern um Papst em. Benedikt XVI.

Das Bistum Würzburg trauert um Papst em. Benedikt XVI. Er starb am Samstagmorgen, 31. Dezember, im Alter von 95 Jahren im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan.

„Ein Mann ohne Zweideutigkeit“

Bischof Jung feiert Pontifikalrequiem für verstorbenen Papst em. Benedikt XVI. – „Er vermochte vielen Menschen Halt und Orientierung zu geben“ – Vielfältige Verbindungen zwischen dem verstorbenen Papst und dem Bistum

Würzburg (POW) Bei einem feierlichen Pontifikalrequiem am Neujahrsabend am Sonntag, 1. Januar, im Würzburger Kiliansdom hat das Bistum Würzburg Abschied von Papst em. Benedikt XVI. genommen, der am Samstagmorgen, 31. Dezember 2022, im Alter von 95 Jahren gestorben war. Bischof Dr. Franz Jung würdigte den Verstorbenen als „einen Mann ohne Zweideutigkeit“, dem jedes Pathos fremd gewesen sei. Mit dem Bischof konzelebrierten Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Weihbischof Ulrich Boom, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran und Dompfarrer Domkapitular Stefan Gessner. Rund 500 Menschen feierten den Gottesdienst im Kiliansdom mit, weitere rund 550 verfolgten die Feier live auf dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg. Der Gottesdienst wurde zudem auf TV Mainfranken per Kabel übertragen. Vor und nach der Feier nutzten viele Menschen die Gelegenheit, sich in das im Dom ausgelegte Kondolenzbuch einzutragen.

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In seiner Predigt skizzierte Bischof Jung die vielfältigen Bezüge zwischen Papst Benedikt XVI. und dem Bistum Würzburg. Der „Papa emeritus“ sei durch die Person des Würzburger Bischofs Josef Stangl mit dem Bistum verbunden gewesen. Dieser habe den damaligen Regensburger Theologieprofessor Joseph Ratzinger am 28. Mai 1977 im Liebfrauendom zum neuen Erzbischof von München und Freising geweiht. Nur zwei Jahre nach der Bischofsweihe, im Jahr 1979, starb Bischof Stangl. Bischof Jung zitierte aus der damaligen Traueransprache von Erzbischof Ratzinger: „Bischof Stangl war ein Mann ohne Pose und ohne Pathos. Er war auch inmitten einer zerrissenen Zeit und einer vielfach polarisierten Kirche ein Mann ohne Polemik. Er brauchte dies alles nicht, weil seine große Güte Frucht eines tiefen Glaubens und einer tiefen, im Gebet gefundenen Nähe zu Christus war. So war sein Standort ohne Zweideutigkeit.“ Diese Würdigung könne man auch auf Papst Benedikt selbst beziehen, sagte Bischof Jung. Auch der verstorbene Papst sei aufgetreten als Mann ohne Pose: „Jedes Pathos war ihm fremd und jeden Kult um seine Person lehnte er ab. Seine Verkündigung entbehrte der Polemik, da sie aus einer tiefen, sich aus dem Gebet nährenden Nähe zu Christus speiste. Er war in der Tat ein Mann ohne Zweideutigkeit.“ Auf diese Weise habe er es vermocht, vielen Menschen Halt und Orientierung zu geben, sagte der Bischof. Papst Benedikt sei ob seiner Klarheit geschätzt worden, „auch wenn man seine Position nicht teilte“.

Weiter erinnerte Bischof Jung an den letzten offiziellen Besuch des damaligen Kardinals Ratzinger in Würzburg zur 400-Jahr-Feier des Würzburger Priesterseminars im Jahr 1989. In seiner Festrede über die „Perspektiven der Priesterausbildung heute“ habe er die zentralen Themen seiner Theologie benannt, die auch für das Denken des späteren Papstes maßgeblich gewesen seien. So habe Kardinal Ratzinger unter anderem dargelegt, dass es im Priesterseminar nicht nur um die Vorbereitung auf einen Beruf gehe, sondern um die Vertiefung einer Berufung und die „Bildung zum rechten Menschensein“. Dazu gehörten Eigenschaften wie Gemeinschaftsfähigkeit, Großzügigkeit, Geduld, Vertrauen, Klugheit, Diskretion, Empathie „sowie eine gute Portion Frustrationstoleranz“. Der Kardinal habe in seiner Rede aber auch an das Gebet des römischen Messkanons erinnert, in dem als Titel für die Priester das Wort „Sünder“ erscheine. Dass der Priester und Geistliche immer auch Sünder sei und Sünder bleibe, sei eine Wahrheit, die durch das Bekanntwerden der Fälle sexuellen Missbrauchs gerade durch geweihte Amtsträger dramatisch an Aktualität gewonnen habe, sagte Bischof Jung: „Es geht um eine reale Bedrohung, nicht nur für minderjährige Schutzbefohlene, sondern um eine Bedrohung der Sendung der Kirche überhaupt.“ Auch Papst Benedikt sei in seinen letzten Amts- und Lebensjahren mit dieser „furchtbaren Realität“ konfrontiert worden.

Ein wichtiger Bezugspunkt des emeritierten Papstes zu Würzburg sei das Zentrum für Augustinus-Forschung (ZAF) gewesen. „Seit seiner Dissertation über den heiligen Augustinus kreiste das Denken Joseph Ratzingers um die theologischen Einsichten des großen Kirchenvaters, von dessen ungebrochener Aktualität er immer überzeugt war.“ Ebenso wichtig sei ihm die persönliche Verbundenheit mit dem 2021 verstorbenen Augustinerpater Cornelius Petrus Mayer gewesen, dem Gründer und langjährigen Leiter des ZAF. Regelmäßig habe Papst Benedikt dessen Hauptwerk, das große Augustinus-Lexikon, konsultiert. Aber auch die Dimension des Schönen habe im theologischen Denken dieses musisch begabten Menschen eine wichtige Rolle gespielt: „Liturgie, so wurde er nicht müde zu betonen, muss dem Menschen über die Erfahrung des Schönen den Blick für das Göttliche öffnen.“ So erinnerte Bischof Jung auch an die Kirchenoper „Augustinus – ein klingendes Mosaik“, die das Bistum dem Papst zu dessen 85. Geburtstag schenkte und die 2012 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo aufgeführt wurde. In seinen Dankesworten habe Papst Benedikt von einer „wohl einmaligen“ Aufführung gesprochen und allen Beteiligten von Herzen gedankt. „Im Herrn ruhe er nun aus von all seinen Mühen und in Dankbarkeit werden wir seiner gedenken“, schloss Bischof Jung: „Danke, Papst Benedikt.“

Die Choralschola der Würzburger Dommusik begleitete das Requiem musikalisch.

sti (POW)

(0123/0035; E-Mail voraus)

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