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Trauer um Bischof em. Paul-Werner

Das Bistum Würzburg trauert um Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele. Er starb am Freitagabend, 10. Mai, im Alter von 91 Jahren in Würzburg. Dem Kiliansbistums stand er von 1979 bis 2003 vor.

Dokumentation

„Es ist unser Glaube an Jesus, der uns befreit“

Predigt von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann in der Totenmesse für Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele am Freitag, 17. Mai, in der Seminarkirche Sankt Michael in Würzburg

Liebe Schwestern und Brüder,

diese österlichen Wochen sind geprägt von der Freude an der spektakulären Auferstehung Jesu Christi. Wir werden nicht müde, die vielen Begegnungen mit dem Auferstandenen durch die Berichte der Zeuginnen und Zeugen und deren Konsequenzen zu bedenken. Von daher fällt der Tod unseres lieben Bischofs Paul-Werner in diese, von unserer Hoffnung auf die eigene Auferstehung, geprägte Zeit.

Für ihn, den Dogmatiker und Ökumeniker, den großen Kämpfer für das richtige Verstehen der Heiligen Schrift, war sein ganzes Leben auf diesen Grundpfeiler unseres Glaubens ausgerichtet. Das heutige Evangelium macht die Unsicherheit der Jünger Jesu deutlich, die nicht leicht verstehen konnten, was Jesus mit seinem Weggehen und Wiederkommen meinte. Thomas brachte es ins Wort: „Wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir den Weg kennen?“ Denken nicht auch heute viele unserer Mitmenschen so? Die Frage nach der Gottessohnschaft Jesu Christi, seiner Auferstehung von den Toten und unser Weiterleben nach dem Tode ist eine existentielle. Den Himmel können wir uns kaum vorstellen. Was also ist zu tun? Die Angst der Jünger vor einer ungewissen Zukunft und der Unsicherheit, den richtigen Weg zu finden, ist auch oft heute unsere Angst. Und die Antwort darauf lautet damals wie heute: „Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Es ist unser Glaube an Jesus, der uns befreit. Darum ist Vertrauen, das mit Hoffnung verbunden ist, eine unserer Hauptaufgaben, die Bischof Paul-Werner unermüdlich verkündet hat.

Er war der große Ökumeniker, der mit der Antwort Jesu darauf hingewiesen hat: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Er sah alle Christen durch die eine Taufe miteinander verbunden und drängte auf ein geschwisterliches Miteinander. Sein Einsatz war weltweit. Darüber ist in diesen Tagen schon vieles gesagt worden.

Ich möchte auf eine weitere, ebenfalls wesentliche Grundeigenschaft seines Lebens zu sprechen kommen: seine Liebe zur Kunst und Kultur. Er war nicht nur ein begeisterter Musikhörer, sondern auch ein aktiver Musiker. Gerne spielte er Klavier. Mit dem Würzburger Komponisten Berthold Hummel war er nicht nur befreundet, sondern mit ihm gestaltete er selbst das Oratorium „Der Schrein der Märtyrer.“ Er wusste, dass der heutige Weg der Evangelisation auch über Kunst und Kultur geht.

So beteiligte er sich immer aktiv an der Feier der Aschermittwoche der Künstler. In der Kunst werden die Fragen der Menschen gestellt, die von uns als Kirche auch Antworten erwarten. So etwa formulierte der französische Künstler Paul Gauguin auf dem Rahmen eines seiner Tahiti-Bilder: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ – Die in der Frage der Jünger „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ schon implizierte Antwort war auch für Bischof Paul-Werner Motor seines Interesses an der Unterstützung unserer Kultur.

Mit dem westfälischen Künstler Heinrich Gerhard Bücker befreundet, pflegte er einen lebenslangen Austausch über die Kunst. So beriet er ihn auch in der Themenwahl der zu gestaltenden Kirche Sankt Michael, in der nun Bischof Paul-Werner aufgebahrt ist. Die nach dem Krieg wieder aufgebaute Seminarkirche wurde unter das große Thema der Offenbarung des Johannes gestellt. Bischof Scheele erstellte das theologische Gesamtkonzept, das der Künstler gestaltete.

Im Chorbereich sehen wir an der Altarwand Christus inmitten der sieben Leuchter und der sieben Sterne, dem Sinnbild der Gemeinden der Urkirche, und darüber die heilige Stadt Jerusalem, das Ziel unseres irdischen Pilgerweges.

Im Jahre 2003 eröffnete Bischof Scheele das Würzburger Diözesanmuseum „Museum am Dom“. Seine Offenheit zeitgenössischer Kunst gegenüber ließ ihn neben der Freundschaft zu Gerhard Heinrich Bücker viele weitere Kontakte zu lebenden Künstlern finden. Er erkannte die Chance, über die Auseinandersetzung mit der Kunst Glaubensfragen anzusprechen und damit Antworten auf die Fragen heutiger Menschen geben zu können.

Er wusste sehr wohl, dass sich auch in der Kunst die Transzendenz Gottes offenbart. Mit großem Einfühlungsvermögen machte er auf die Gerinnung des Göttlichen in der Kunst aufmerksam. Viele Bücher, die er akribisch geschrieben hat, zeugen von dieser Haltung.

Wir sind Bischof Paul-Werner zu großem Dank verpflichtet. Er hat über die aktiven Bischofsjahre in Würzburg hinaus Bleibendes hinterlassen. Möge Gott ihn nun das schauen lassen, auf das er gehofft und auf das er unermüdlich hingewiesen hat. Amen.   

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