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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration

Buße und Hingabe

Jom Kippur gehört zu den bekanntesten jüdischen Feiertagen, so Dr. Josef Schuster.

Jom Kippur gehört zu den jüdischen Feiertagen, die in der nicht-jüdischen Welt am bekanntesten sind. Und das hat einen traurigen Grund: den Jom-Kippur-Krieg. Allerdings ist es so, dass viele Menschen eigentlich nicht wissen, was Jom Kippur ist, sondern den Begriff nur mit diesem Krieg assoziieren, bei dem 1973 Israel von Ägypten und Syrien an eben diesem Feiertag überraschend angegriffen wurde. Die Gegner Israels hatten gehofft, den jüdischen Staat am höchsten Feiertag am leichtesten vernichten zu können. Der verlustreiche Krieg dauerte zwar nur knapp drei Wochen bis zum Waffenstillstand, hinterließ aber ein Trauma in Israel.

Für alle Juden weltweit ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, ein bedeutender Feiertag. In diesem Jahr fällt er auf den kommenden Mittwoch.

Selbst Juden, die sich als säkular bezeichnen und unterm Jahr nicht die Synagoge besuchen, finden sich an Jom Kippur doch dort ein. Auch in Deutschland nehmen sich die meisten Juden an diesem Tag frei, um den Feiertag angemessen begehen zu können. Und jüdische Kinder können an Jom Kippur von der Schule abgemeldet werden.

Der Feiertag wird also von fast allen Juden begangen, obwohl es wahrlich kein einfacher Tag ist. Im Gegenteil, Jom Kippur verlangt uns einiges ab. Da ist zum einen das Fast-Gebot. Vom Vorabend des Feiertags bis zum darauffolgenden Abend darf nichts gegessen und getrunken werden. Ausnahmen gelten – wie in vielen Religionen an Fasttagen – für Kinder, Schwangere, Kranke und alte Menschen.

Was manchen Menschen ebenso schwer fällt wie das Fasten ist der Verzicht auf extensive Körperpflege, ebenfalls ein Gebot an Jom Kippur. Auch das Liebesspiel, sprich: Sex, soll an Jom Kippur nicht stattfinden.

All diese Feiertagsgebräuche leiten sich aus Ritualen im Tempel ab, also aus Zeiten vor rund 3.000 Jahren. Heute muten sie vielleicht merkwürdig an – sie bilden jedoch den Rahmen für das, was Jom Kippur wirklich ausmacht: Buße und Hinwendung zu Gott.

Die äußeren Gegebenheiten des Feiertags sind schon nicht leicht, die inneren Herausforderungen sind in Wahrheit viel größer. Die Gottesdienste an Jom Kippur ziehen sich über den ganzen Tag. Im Mittelpunkt stehen dabei das Bekenntnis der Sünden sowie die Bereitschaft zur Umkehr. Jom Kippur bildet den Abschluss der zehn Bußtage ab Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahrsfest. Stand dort die Aussöhnung mit den Mitmenschen im Zentrum, so geht es an Jom Kippur um das direkte Verhältnis zu Gott. An diesem Tag kann der Mensch die göttliche Verzeihung erlangen.

Das Schöne an Jom Kippur ist: Buße und Fasten dürfen belohnt werden. Der Feiertag wird traditionell mit einem festlichen Essen abgeschlossen. Und das schmeckt nach seelischer Entlastung und 24 Stunden Fasten immer doppelt so gut!

Der Autor Dr. Josef Schuster ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Der Impuls "Sinn & Religion" erscheint wöchentlich auf der Internetseite der Kirche in der Region Würzburg.

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