Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration
Kreuzwort am 14. April 2019

Auszug – Rückzug – Einzug

Am Palmsonntag erinnern wir uns an den Einzug Jesu in die Hauptstadt Jerusalem. Dort ist viel los. Jesus entscheidet sich bewusst für diesen Ort, an dem für ihn, aber auch für uns Christen, Entscheidendes sich ereignen wird. Wie können wir 2019 eine Ahnung davon bekommen?

In der Hauptstadt spielt sich das Leben in allen Facetten ab: von der tiefsten Freude bis zum größten Elend, große Empathie und Hilfsbereitschaft, gnadenloser Egozentrismus und alltägliche Hartherzigkeit. Jesus kennt das. Noch bevor er überhaupt in der Stadt ankommt, wird er wohlwollend und freudig begrüßt.

Was ist Ihre Hauptstadt? Wo spielt sich bei Ihnen das Wesentliche ab? In der Arbeit, zuhause, in der Familie, bei Freunden? Ist das ein Einzugsbereich Gottes?

Ist der Einzugsbereich Gottes nur auf die netten Seiten des Lebens beschränkt? Schließlich hören wir oft vom „lieben Gott"! In meiner Hauptstadt geht es aber nicht nur nett und lieb zu. Ist das außerhalb des Einzugsbereichs Gottes? Oder eher mein Rückzugsbereich auch vor Gott?

Ich glaube, dass das Bild vom Einzug eine Einladung an mich ist, mich in meiner Hauptstadt mal wieder umzuschauen, was es jenseits der netten Seiten dort so alles gibt. Wo geht es unmenschlich zu? Bin ich selbst nicht auch ein Teil des Ganzen? Nehme ich das überhaupt wahr?

Jesus geht in die Hauptstadt, weil er um unser Menschsein weiß. Mit diesem Weg zeigt er uns: Menschwerdung gelingt eben nur, wenn wir uns den Höhen und Tiefen, dem Gelingen und Misslingen stellen. Kurz nach dem freudigen Einzug in Jerusalem wendet sich das Blatt und die Emotionen kippen in Richtung Hass, Neid, Feigheit und Missgunst.

Der Palmsonntag kann mich als Eröffnung der Karwoche für diese Emotionen sensibilisieren. Das kann gelingen, wenn ich meine Haupt - Stadt nicht nur im Kopf habe. Es geht um mein Herz, als den Sitz meiner Emotionen. Wenn mein Glaube nur im Kopf sitzt, kann ich auf dem Weg der Menschwerdung nicht viel weiter kommen.

Einzug Gottes in mir kann dann heißen: Alles, was mein Leben ausmacht, vor das unsagbare Geheimnis Gottes bringen. Alles bedeutet dann zunächst meine Licht- und Schattenseiten wahr – nehmen. Und das ist bei Letzteren nicht immer einfach. Und dabei nicht stehen bleiben, sondern: darauf vertrauen, dass Gott nicht lieb ist, sondern die Liebe, die all das umfasst.

Als Vater von vier Kindern habe ich gelernt: Ich kann und will nicht immer nur lieb sein. Es ist ein hartes Ringen um den richtigen Weg. Der Palmsonntag erinnert mich an diesen Prozess des Einübens: Ich bin mit meinen Licht- und Schattenseiten getragen.

Dr. Peter Müller
Fachakademiedirektor

Das Kreuzwort erscheint jeden Samstag im Serviceteil der Lokalzeitung "Main Echo" und online auf der Internetseite der Region Aschaffenburg.

Kreuzwort

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung