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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration
Sinn & Religion am 9. August 2019

Der glückliche Augenblick

In diesen Sommertagen werden viele Urlauber einen Berg besteigen, so Frau Margit Rotter.

Jeder, der nach einer anstrengenden Wanderung die Spitze eines Berges erreicht hat, kennt dieses befreiende Gefühl: Die Welt liegt einem zu Füßen.
Am 6. August feierten wir Katholiken das Fest "Verklärung des Herrn". "Da nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija." (Mk, 9,2-5)
Wie oft überkommt auch mich die Sehnsucht, dem Alltag zu entrinnen, nur begleitet von vertrauten Menschen. In solchen Situationen möchte auch ich "drei Hütten bauen", weil es gar so schön ist. Ja, es gibt sie, die uns Menschen innewohnende Sehnsucht, Momente des Glücks zu verewigen. Diesen Augenblick nennen die Griechen Kairos. Goethe lässt Faust sagen: "Verweile doch, du bist so schön..." und in Fußballstadien und nach rauschenden Festen singen wir aus voller Brust "So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehn". Aber wir können die Augenblicke des Glücks nicht festhalten. Aus der leidenschaftlichen Liebe wird die routinierte Ehe. Der niedliche Säugling entwickelt sich zum aufmüpfigen Teenager. Die herrlichen Sommertage werden von Tag zu Tag kürzer. Gar nichts kann festgehalten werden. Nichts bleibt. Und nichts kehrt so wieder zurück, wie es war. Alles, was ich versuche zu binden, werde ich verlieren.
Petrus, Jakobus und Johannes bauen keine Hütte auf dem Berg der Verklärung. Sie müssen hinunter vom Berg, zurück auf den Boden der Tatsachen. Aber etwas bleibt: Die Erfahrung des Augenblicks, die Erinnerung an das Glück. Dieses Feuer wärmt uns an den dunklen Tagen, an denen wir wieder im Tal angekommen sind. Das Erlebte kann uns niemand nehmen. Es motiviert uns, gibt uns Kraft, immer wieder auf den Berg zu steigen. Dieses Wechselspiel von Höhe und Tiefe durchzieht doch unser ganzes Leben, ist das Salz in der Suppe des Alltags.
Für uns Christen ist unser Leben eine Pilgerschaft auf das eine große Ziel hin. Wir irren nicht planlos durch die Welt, getreu dem Motto: "Der Weg ist das Ziel". Die Erfahrung des glücklichen Augenblicks ist der Vorgeschmack auf das Leben bei Gott. Aber davor müssen wir noch einen anderen Berg besteigen. Wir kommen an Golgotha nicht vorbei, um dann für immer in der Liebe Gottes verweilen zu dürfen.

Margit Rotter, Leiterin des Diözesanbüros Würzburg

Der Impuls "Sinn & Religion" erscheint wöchentlich auf der Internetseite der Kirche in der Region Würzburg.

Sinn & ReligionImpuls

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