Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration
Sinn & Religion am 27. September 2019

Der Mensch ist nicht - er verhält sich!

Versuchen wir beim nächsten Ärger hinter die "Verhaltens-Kulisse" zu schauen und fragen: Warum verhält sich mein Gegenüber so?, meint Frank Grohmann.

Haben Sie sich in letzter Zeit mal über einen Mitmenschen geärgert? Vielleicht über die Frau an der Supermarktkasse, die Sie grob anfährt, weil Sie nach Kleingeld in ihrem Geldbeutel kramen? Dann sind auch Sie in einer ganz natürlichen Denkweise verhaftet und schreiben anderen ein bestimmtes Verhalten als Eigenschaft zu und damit ist die Kassiererin an der Supermarktkasse einfach unfreundlich.

Ich möchte Sie zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen. Versuchen Sie einmal einen Tag lang jede Eigenschaftszuschreibung mit "ist" durch ein "verhält sich" zu tauschen. So ist die Kassiererin an der Kasse nicht unfreundlich, sondern sie verhält sich unfreundlich. Wenn Sie dann weiterdenken, drängt sich förmlich die Frage nach dem WARUM dieses Verhaltens auf. Vielleicht hat sie ein krankes Kind zu Hause und es nervt sie, dass sie trotzdem arbeiten muss? Also ein verständlicher Grund.

Zugegeben, die Erklärung bei dieser Sichtweise entschuldigt nicht das unfreundliche Verhalten, kann uns aber dabei helfen, das Fehlverhalten des anderen nicht persönlich zu nehmen. Verbunden mit einem tiefen inneren Durchatmen können wir so Abstand von einem beabsichtigten Gegenangriff nehmen (der ohnehin nichts bringt) und vielleicht sogar Verständnis für den anderen aufbringen.

Ein Vorbild in diesem Verhalten war Jesus. Er hat seine Mitmenschen nicht aufgrund vermeintlicher Eigenschaften verurteilt, sondern ihr Verhalten beobachtet und nach der Ursache gefragt. Betrachten wir die Figur des Zöllners Zachäus in Lukas 19, so galt dieser als unbarmherzig und geldgierig. Ein Leben lang hat er nur Ablehnung erfahren und ist geächtet worden. Nicht zuletzt durch seine kleine Statur war er ein ungern gesehener Zeitgenosse. Jesus dreht den Spieß um. Er verwirrt Zachäus und die umstehenden Menschen indem er auf ihn zugeht und sich in sein Haus zum Essen einlädt. Wir waren damals nicht dabei, aber ich kann mir gut vorstellen, dass Jesus mit Zachäus über sein Leben redete, über seine Berufswahl und darüber, wie es ihm mit der alltäglichen Ablehnung durch seine Mitmenschen geht. Und wer weiß, vielleicht ist Zachäus unzufrieden mit seinem Leben, weil er einst als junger Mann einen anderen Lebensplan für sich hatte und lieber Tonkrüge hergestellt und verkauft hätte.

Lassen Sie uns Jesus als Vorbild nehmen. Versuchen wir beim nächsten Ärger hinter die "Verhaltens-Kulisse" zu schauen und uns fragen: "Warum verhält sich mein Gegenüber so?" Vielleicht bekommen wir eine Einsicht und unser Goll verfliegt. Vielleicht klappt es aber auch nicht. Aber ein Versuch ist es doch alle mal Wert, oder?

Frank Grohmann

Der Impuls "Sinn & Religion" erscheint wöchentlich auf der Internetseite der Kirche in der Region Würzburg.

Sinn & ReligionImpuls

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung