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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Sonntag am 25. Oktober 2020

Deus caritas – Gott ist Liebe

Liebe den Nächsten – ein freundliches Lächeln hier, ein Anpacken da, eine Spende hier, ein liebes Wort da. Ja, geht. Eigentlich.

Evangelium

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn ver­suchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.     

Matthäus 22,34–40

Ganz simpel ist das Evangelium heute. Es sagt alles, es gibt kein Hintenrum, keine Deutungsschwierigkeiten. Trotzdem, schauen wir etwas genauer hin: Wir sind immer noch in Jerusalem in der Zeit zwischen der gefeierten Ankunft Jesu und seiner Passion. Wieder kommen Pharisäer zu ihm. Diesmal wollen sie Jesu Autorität als Lehrer auf den Prüfstand stellen. Sie stellen ihm eine Frage: „Meister, welches Gebot ist das wichtigste?“ Für die damalige Zeit war das keine besondere Frage. Im Judentum gab es 248 Gebote und 365 Verbote. Da wurde immer wieder diskutiert, ob alle Ge- und Verbote gleichwichtig wären.

Jesus antwortet diesmal klar mit dem Gebot der Gottes- und dem direkt angehängten der Nächstenliebe. Doch macht er damit die anderen Gebote nicht unwichtig. Entscheidend ist hier der letzte Satz des heutigen Evangeliums: „An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“

Das heißt: Alle Gebote lassen sich von diesen beiden herleiten. Diese beiden Gebote sind die Basis für alles andere, was im Gesetz und bei den Propheten steht. Die Basis für alles, was der Mensch im Leben tut. Ohne diese beiden ist alles nichts. Und da komme ich zu mir – kommen Sie da zu sich? Denn an sich ist es ganz einfach: liebe Gott und liebe den Nächsten wie dich selbst.

Was heißt „Gott lieben“? Ich glaube, das muss jeder für sich selbst beantworten, ob er Gott liebt oder nicht. In vielen Schriften bedeutet Gott lieben hauptsächlich, seine Gebote zu befolgen. Also eher ein Tun als ein Gefühl. Ich glaube aber, da gibt es noch mehr.

Liebe den Nächsten – ein freundliches Lächeln hier, ein Anpacken da, eine Spende hier, ein liebes Wort da. Ja, geht. Eigentlich. Denn wie ist das mit dem freundlichen Lächeln oder lieben Wort, wenn ich einen schlechten Tag habe? Oder einfach nur sehr viel um die Ohren? Da gewinnt oft die Ungeduld oder der Ärger; das Gebot der Nächstenliebe ist da ganz leise. Und die Liebe zu sich selbst? Früher stand dieser Satzteil nicht im Mittelpunkt. In der heutigen Gesellschaft ist er schon bedeutender. Oft denke ich: Wenn entweder viele Menschen tatsächlich auf andere so schauen würden wie auf sich – oder andersherum, wenn viele Menschen von ihrer Ich-Bezogenheit wieder ein bisschen wegkämen – dann würde manches vor Ort und in der Welt anders aussehen. Oder wenn ich an schlechten Tagen mal ein bisschen auf mich schauen würde...

Machen wir uns die Gottesliebe nochmal bewusster. Die ist ja keine Einbahnstraße von uns zu Gott. Dass Gott uns liebt, können wir an vielen Dingen oder Erlebnissen festmachen. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt... das ewige Leben hat“ steht im Johannesevangelium. Schon der Wahnsinn!

Uns so geliebt zu wissen, sollte uns doch die eine oder andere Gelassenheit schenken an Tagen, von denen wir glauben, sie seien gegen uns. Uns so geliebt zu wissen, macht aus dem Gebot der Gottesliebe ein „Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht“, wie Papst Franziskus in „Deus Caritas est“ schreibt. Uns so geliebt zu wissen, macht unsere Gottes- und Nächstenliebe erst möglich.

Um auf Jesus zurückzukommen: Wie kein anderer lebte er in seiner Verkündigung die Gottes- und Nächstenliebe. Sein Kreuzestod zeigt die Liebe zu seinem Vater und den Menschen. Er macht deutlich: Der Mensch gewinnt sein Leben nur, indem er es an andere verschenkt. Lassen Sie zu, dass Sie geliebt sind – und geben Sie diese Liebe weiter!

Claudia Nowak ist Pastoralreferentin in der Pfarreiengemeinschaft „St. Kilian, Haßfurt“

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.

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