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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Sonntag am 11. Oktober 2020

Ein Festmahl auch für uns

Bin ich – sind Sie – nicht auch eine(r) von denen, die glauben, ihnen gehöre das Himmelreich? Die von Gott geladen sind, aber in ihrem Alltag seine Einladung auch mal vergessen und nicht hören wollen?

Evangelium

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die ein­geladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! Die Die-ner gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.     

Matthäus 22,1–14

Schon im Evangelium des letzten Sonntags waren die Winzer nicht zimperlich im Umgang mit den Knechten und dem Sohn des Weinbergbesitzers. Der heftige Umgang mit anderen geht an diesem Sonntag weiter.

Da sind zunächst die zur Hochzeit geladenen Gäste, die einfach nicht kommen, obwohl die Diener sie extra holen. Diese Gäste gehen auch dann lieber ihren Alltags­geschäften nach, als der Gastgeber – der König! – ausrichten lässt, dass das Essen angerichtet sei. Manche reagieren daraufhin so genervt, dass sie die Diener misshandeln oder gar töten.

Auf der anderen Seite ist es der Gastgeber, der ob dieser Dreistigkeit, einfach nicht an der Hochzeit seines Sohnes teilzunehmen, wohl etwas überreagiert: Er bestraft nicht nur diejenigen, die seinen Dienern zugesetzt haben, sondern er legt gleich deren ganze Stadt in Schutt und Asche. Um dann diejenigen zur Feier einzuladen, die es wohl am wenigsten erträumt hätten, jemals mit dem König und seinem Sohn an einem Tisch zu sitzen: die Menschen von der Straße.

So weit, so gut. Doch manches mutet ziemlich seltsam an bei dieser Geschichte. Zum Beispiel, dass vom König zur Hochzeit Geladene einfach nicht kommen und sogar Diener umbringen. Dass der König so heftig reagiert – und dass das alles scheinbar in so kurzer Zeit passiert, dass die Ochsen sich weiter am Spieß drehen und mit den neuen Gästen das rauschende Fest gefeiert werden kann, als wäre nichts gewesen.

Diese Merkwürdigkeiten könnte man an anderer Stelle diskutieren. Bleibt die Frage: Was sollen wir mit dieser Geschichte anfangen? Wir „übersetzen“ den König mit seinem Sohn in „Gott und Jesus Christus“, das Festmahl in „Himmelreich“ – und fassen uns gleich an die eigene Nase:

Bin ich – sind Sie – nicht auch eine(r) von denen, die glauben, ihnen gehöre das Himmelreich? Die von Gott geladen sind und das an sich auch wissen, aber in ihrem Alltag mit all den Rechten und Pflichten aufgehen, und darüber seine Einladung auch mal vergessen und nicht hören wollen? „Passt jetzt nicht, hab gerade was anderes vor.“

Jesus erzählt vom Zorn des Königs, der die Stadt der Ignoranten und Mörder zerstört. Wir können hoffen und daran arbeiten, dass wir doch nicht zu den „erstgeladenen“ Gästen gehören. Sondern dass wir bei der „zweiten Garnitur“ sind, mit der der Festsaal gefüllt wird.

Doch auch da gilt: anständige Festkleidung! Übertragen für uns: Unser Tun und Handeln soll kein gleichgültiges sein. Wir mögen uns bewusst machen, dass Jesus uns im Gleichnis zeigt: Gott lädt uns ein. Wieder und immer wieder. Und immer wieder ist es unsere Entscheidung.

Das Gleichnis lehrt: Unsere Geschichte – die Geschichte jedes einzelnen – mit Jesus bleibt spannend. Wir können sie nicht einfach abhaken.

Claudia Nowak ist Pastoralreferentin in der Pfarreiengemeinschaft „St. Kilian, Haßfurt“

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.

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