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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration

Ein Perspektivenwechsel tut not

Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran lädt ein, der Weihnachtsfreude Raum zu geben: "Christ, der Retter ist da!".

Sinn & Religion am 21. Dezember 2018

Mein Lieblingslied im Advent heißt „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!“ Der Jubel im Text von Friedrich Heinrich Ranke und die Melodie von Georg Friedrich Händel machen es für mich zu einem Ohrwurm in den Tagen vor Weihnachten. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Lied verboten. Doch Freude lässt sich nicht unterdrücken, sonst tritt sie nur unter umso größerem Protest hervor.

Ähnlich ist es für mich mit der Vorfreude auf Weihnachten. Es gibt so vieles, was uns die Freude in diesen Tagen des Advents vergällen möchte. Ich muss an den Propheten Zefania denken, der ein Klagelied über die Zustände im Jerusalem seiner Zeit anstimmt. Dann aber nimmt er seinen Gott in den Blick. So gelingt es ihm, inmitten von beschämender Ungerechtigkeit zu einem Perspektivenwechsel aufzurufen. Für Zefania steht Gott für eine Gesellschaft, in der den Menschen wirklich Gerechtigkeit widerfährt. Gott befähigt jeden Menschen, anders zu sein und anders zu handeln. Deswegen ruft Zefania zu einem Jubel aus Protest auf: Juble Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen“ (Zef 3,14, vgl. auch Sach 9,9). Dieser Jubel soll den Unterdrückern in den Ohren gellen.

Drei Tage vor Weihnachten tut ein solcher Perspektivenwechsel not. Die Klage über all das, was uns bedrückt, soll ihren Platz haben. Aber damit darf der Jubel nicht unterdrückt werden, den Weihnachten bringt: „Ich verkünde euch eine große Freude: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren!“ (vgl. Lk 2,10f).

Für mich drückt ein Adventsgedicht von Iris Macke diesen Perspektivenwechsel aus:

Gedanken zum Advent...

Advent heißt warten

Nein, die Wahrheit ist

Dass der Advent nur laut und schrill ist

Ich glaube nicht

Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann

Dass ich den Weg nach innen finde

Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt

Es ist doch so

Dass die Zeit rast

Ich weigere mich zu glauben

Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint

Dass ich mit anderen Augen sehen kann

Es ist doch ganz klar

Dass Gott fehlt

Ich kann unmöglich glauben

Nichts wird sich verändern

Es wäre gelogen, würde ich sagen:

Gott kommt auf die Erde!

Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

Mit dem Propheten Zefania und der Lyrikerin Iris Macke lade ich ein, die Zustände dieser Welt zu beklagen, aber auch der Weihnachtsfreude Raum zu geben: „Christ, der Retter ist da!“

Dr. Jürgen Vorndran

Dompfarrer und Dekan des katholischen Stadtdekanates

Der Impuls "Sinn & Religion" erscheint wöchentlich auf der Internetseite der Kirche in der Region Würzburg.

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