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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Sonntag am 15. August 2021

Herzensfreundschaften

Die Coronakrise führte dazu, dass sich unsere Freundschaften auf einige wenige reduzierten, die schon vorher stabil waren. Solche „Herzensfreundschaften“ hielten jene Distanz aus, welche die Pandemie uns abverlangt hat. Oftmals sind sie sogar intensiver geworden. Viele unserer „Alltagsfreundschaften“ hingegen, Verbindungen, die wir in Freizeit oder Verein geknüpft haben, sind uns verloren­gegangen. Corona wurde zum Prüfstein für die Qualität unserer Beziehungen.

Evangelium

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm macht­volle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Lukas 1,39–56

Ich liebe die Texte des Evangelisten Lukas. Ihm gelingt es, auf einfühlsame Weise menschliche Erfahrungen zu schildern und Beziehungen zu deuten. Man geht davon aus, dass Lukas von Beruf Arzt war. Kein Wunder, dass ihm viele Façetten des Lebens vertrauter waren als den anderen Bibelschreibern. Das Evangelium, das wir heute lesen, ist ein gutes Beispiel dafür.

Maria, erfüllt von der Botschaft, dass sie die Mutter von Jesus werden soll, eilt zu ihrer Verwandten Elisabeth. Wie genau dieses Verwandtschaftsverhältnis war, wissen wir nicht. Im Vordergrund steht weniger der Aspekt, dass Maria und Elisabeth verwandt waren, sondern vielmehr die freundschaftliche Verbundenheit zwischen der jungen Maria und der älteren Elisabeth. Nun sind beide schwanger und die Umstände ihrer Schwangerschaften sind bei beiden etwas ganz Besonderes: Beide Frauen haben erfahren, dass Gott neues Leben schenken kann, selbst wenn die Umstände dies auszuschließen schienen. In dieser Zeit stehen sich Maria und Elisabeth wohl näher denn je.

Die Bibel berichtet weiter, dass Maria drei Monate bei Elisabeth bleibt. Eine lange Zeit, in der die beiden Frauen gewiss nicht nur über ihre Erfahrungen mit Gott sprechen. Sicherlich unterhalten sie sich auch vertrauensvoll über ganz alltägliche Fragen und Probleme. Der Gesprächsstoff geht ihnen nicht aus. Sie haben sich ja lange nicht gesehen.

Vielleicht ist es uns im vergangenen Jahr ähnlich ergangen wie Elisabeth und Maria. Durch die Kontaktbeschränkungen haben wir manche guten Freundinnen und Freunde aus den Augen verloren. Wir haben schmerzlich erfahren, dass der Kontakt über soziale Medien nicht ausreicht, um Freundschaften lebendig zu halten. Dazu braucht es das unmittelbare Miteinander, das Gespräch, die physische Nähe. Die Coronakrise führte dazu, dass sich unsere Freundschaften auf einige wenige reduzierten, die schon vorher stabil waren. Solche „Herzensfreundschaften“ hielten jene Distanz aus, welche die Pandemie uns abverlangt hat. Oftmals sind sie sogar intensiver geworden. Viele unserer „Alltagsfreundschaften“ hingegen, Verbindungen, die wir in Freizeit oder Verein geknüpft haben, sind uns verloren­gegangen. Corona wurde zum Prüfstein für die Qualität unserer Beziehungen.

Liebe Leserinnen und Leser! Die bevorstehende Urlaubszeit und die Lockerungen sind eine gute Chance, liebgewonnene Freundschaften neu zu beleben. Vielleicht haben auch Sie jemanden aus den Augen verloren, der Ihnen am Herzen liegt? Nehmen Sie in diesen Tagen doch einmal Kontakt auf! Ein Anruf, ein Brief, eine Mail, verbunden mit der Einladung zu einem Treffen? Und erzählen Sie mir davon, wenn Sie möchten! Meine Mailadresse finden Sie unter diesem Beitrag. Ich wünsche Ihnen beglückende Begegnungen und erholsame Urlaubstage!

Isabella Friedrich ist Gemeindereferentin in der Pfarreien­gemeinschaft Main-Steigerwald und Familienseelsorgerin im Dekanat Haßberge.

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.

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