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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
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Sinn & Religion am 08. November 2019

Nachdenken über Fragen des Lebens

Der November mit seinen Totengedenktagen lädt ein, über Fragen des Lebens nachzudenken, so Pfarrer Tobias Fuchs.

Auch in diesem Jahr herrschte am Nachmittag des Allerheiligentages beim Friedhofsgang wieder großer Andrang. Ganz entgegen des allgemeinen Trends der sinkenden Gottesdienstbesucherzahlen: Allerheiligen scheint für die allermeisten irgendwie als Pflichttermin auf dem Friedhof gesetzt zu sein. Das Wetter bot dann auch die passende Kulisse dazu: Trüb und regnerisch war es gewesen.

Ausgerechnet in den November und damit in die dunkle Jahreszeit hinein fallen die alljährlichen Gedenktage für unsere Toten: Für Katholiken Allerheiligen und Allerseelen, dann der Volkstrauertag als staatlicher Gedenktag für die Opfer der Kriege und der Ewigkeitssonntag auf evangelischer Seite. Auch wenn wir Meister des Verdrängens sind – im November kommen wir irgendwie einfach nicht daran vorbei, uns mit diesen unangenehmen Fragen rund um das Thema Sterben auseinanderzusetzen. Fragen, mit denen wir uns eigentlich so gar nicht beschäftigen möchten, die uns eher die Stimmung verderben.

Da kommt es doch sehr gelegen, dass es zumindest an diesem Wochenende in den Kirchen und Gaststätten der allermeisten fränkischen Gemeinden bestimmt nicht traurig und nachdenklich zugeht, wenn die Martinikirchweih gefeiert wird.

„Wie freute ich mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir pilgern“ - ja, der Psalm 122 fasst die Freude ins Wort, die die Menschen früherer Zeiten wohl empfanden, als unter Opfern und mit der Hilfe vieler endlich die eigene Kirche am Ort zur Ehre Gottes fertiggestellt war.

Vermutlich eher nachdenklich werden dagegen unsere älteren Brüder und Schwestern im Glauben dieses Wochenende begehen, da in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland zahlreiche jüdische Bethäuser und Synagogen brannten. 81 Jahre ist die Reichspogromnacht nun her – die Bedrohung aber nach wie vor aktuell, wie uns der heimtückische Anschlag auf die Synagoge in Halle vor 4 Wochen gezeigt hat.

Bernhard Lichtenberg, selig gesprochener Berliner Domprobst (sein Gedenktag ist der 5. November), sagte angesichts der brennenden Synagogen in der Hedwigs-Kathedrale: 'Was gestern war, wissen wir, was morgen ist, wissen wir nicht, aber was heute geschehen ist, das haben wir erlebt: Draußen brennt der Tempel: das ist auch ein Gotteshaus!'.

Mit den uralten Worten des zitierten Psalms 122 auf den Lippen zogen bereits die Israeliten zum Heiligtum ihres Gottes Jahwe nach Jerusalem hinauf. Ihn sang vermutlich auch der 12jährige Jesus, als er erstmals zum Tempel pilgerte.

Dieser Psalm erklingt am Wochenende in vielen fränkischen Gotteshäusern, wenn dort festlich „Kerwa“ gefeiert wird.

Und für uns alle kann dieser Psalm eine Einladung darstellen: Zum einen wieder einmal ein „Haus des Herrn“ zu besuchen, um über die drängenden Fragen des eigenen Lebens in der Stille vor Gott nachzudenken. Zum anderen aber auch, um sich im Sprechen der Worte „Wie freute ich mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir pilgern“ solidarisch zu zeigen mit jenem Volk, dessen König David diesen Psalm auf seinem Weg zum Haus des Herrn in Jerusalem vor über 3000 Jahren erstmalig sang.

Pfarrer Tobias Fuchs

Der Impuls "Sinn & Religion" erscheint wöchentlich auf der Internetseite der Kirche in der Region Würzburg.

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