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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Sehnsucht nach Regen

Ich sitze im kühlen Kellerraum. Draußen vor der Tür ist der Hochsommer im Begriff, den diesjährigen Hitzerekord aufzustellen. Vor dem Waldschwimmbad reihen sich die geparkten Autos. Die Besucherzahlen sind ebenfalls rekordverdächtig. Was für ein Sommer! Da ist so viel Freiheit drin. Leichte Kleidung, Leben im Freien, Ferien und süßes Nichtstun, laue Sommerabende im Garten, spielende Kinder in der Kahl im Generationenpark...

Zeitgleich tagt in Berlin der „Dürre"-Gipfel. Das ist die Kehrseite dieses Sommers. Denn Landwirte beklagen in unserem Land enorme Ernteeinbußen wegen Trockenheit und Hitze. Die Existenz der betroffenen Landwirte soll durch finanzielle Unterstützung gesichert werden. Das ist eine besondere Notlage, ein Ausnahmezustand. Keine Frage: Da muss man helfen – bis wieder bessere Zeiten kommen. Denn irgendwann wird er doch da sein, der Wetterumschwung mit Regen und gemäßigten Temperaturen. Und wenn nicht? Woher nehmen wir die selbstverständliche Gewissheit, dass solch ein Dürre-Sommer bei uns nur eine Episode ist, ein Ausreißer – und dann wird alles wieder wie vorher, mit sattgrünen Wiesen und reichen Ernten?

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht", verspricht Gott am Ende der Sintflut (1. Mose 8). Das klingt verheißungsvoll. Es gibt also eine unverrückbare Ordnung der Natur mit stabilen Jahreszeiten und Vegetationsphasen. Gott selbst verbürgt sich dafür. Und doch gibt es in seiner Schöpfung bedrohliche Naturgewalten, denen wir Menschen ausgeliefert sind und die wir nicht in der Hand haben: Dürrephasen über Jahre hinweg, Überschwemmungen und Erdbeben, die Leben vernichten. Das Versprechen Gottes ist also kein Ruhekissen. Und auch kein Freibrief, seine scheinbar unerschütterliche Schöpfung auszubeuten und zu schädigen. Der Klimawandel, der zu Dürren führt, ist hausgemacht. Daran etwas zu ändern, haben wir sehr wohl in der Hand – auch im Kleinen.
Gottes Versprechen lehrt mich Respekt vor seiner Schöpfung. In der ist letztlich nichts selbstverständlich. Wir sind ein Teil von ihr – angewiesen auf das, was wir nicht machen können und zugleich voller Verantwortung für das, was wir in der Hand haben. Den Garten werde ich also nur noch sporadisch wässern – und stattdessen kräftig den Regen herbeisehnen, den ich nicht machen kann.

Eva Güther-Fontaine
Pfarrerin in Alzenau

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