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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
Inspiration
Kreuzwort am 22. Juni 2019

STARKMACHER

Das Leben spielt überraschende Querpässe und fordert uns heraus: Ein Fehltritt setzt mich Wochen außer Gefecht. Das ruhig gestellte Bein darf vorerst kein Gaspedal bewegen. Oder: Ich feiere runden Geburtstag mit der „5“ oder “6“ vorne dran. Es ist nicht mehr zu leugnen: Ich spiele mitten in der „zweiten Halbzeit“ und Fragen zum Rest des Lebens tauchen auf. Oder: Ich erlebe einen Konflikt im Betrieb. Mit Herzklopfen melde ich mich in der Teambesprechung zu Wort. Neue Schritte oder Krisenbewältigung sind angesagt. Eine Schlüsselkompetenz besteht darin, die eigenen Netzwerke anzuzapfen.

Ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen kann helfen, sich neu zu sortieren. Mich machen vor allem Menschen stark, deren Lebenshaltung mich beeindruckt. Wenn ich Stress habe oder etwas Unvorhergesehenes meinen Plan durcheinander bringt, kommt mir meine Oma Christine in den Sinn. Sie ist 94 Jahre alt geworden. Sie war noch ein Kind, als ihre Mutter starb. Das Leben in der rauen Rhön war geprägt durch die Jahreszeiten und harte Arbeit. Auf dem Bauernhof gab es genug Essen, aber kein Geld für eine Ausbildung. Ich erinnere mich an ihren leuchtenden Blick, wenn wir Enkelkinder zu Besuch kamen. Zum Abschied gab es fünf Mark. Die hatte sie sich vom Mund abgespart. Ihr Gottvertrauen war unerschütterlich. Ihr selbstgebackenes Brot mit Kruste und die Marmelade aus Hagebutten waren ein Traum. Wenn ich auf ihr Foto schaue, strahlen ihre Herzenswärme und Zufriedenheit wie damals. Ich lächele und atme auf.

Wenn ich einen Konflikt oder Ungerechtigkeit erlebe und mich frage, ob ich mich einmischen soll, denke ich an Daoud Nassar. Daoud ist palästinensischer Christ. Er wohnt in Bethlehem und bewirtschaftet mit seiner Familie einen Weinberg mit Olivenbäumen und vielen Früchten. Seit über zwei Jahrzehnten versuchen israelische Behörden, sein Land zu enteignen. Er führt einen Rechtsstreit, aber lässt sich auf keine Provokation ein. Das Motto seiner Familie empfängt die Besucher in mehreren Sprachen auf Steinen am Eingang des Weinbergs: „Wir weigern uns Feinde zu sein." Daoud ist für mich ein moderner Prophet. Er durchkreuzt das Spiel der Mächtigen und hält fest am Traum, dass ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern möglich ist. Sein Projekt „Zelt der Völker" ist ein Begegnungszentrum für Menschen vor Ort und aus aller Welt. Mit jedem gespendeten Olivenbaum wird die Hoffnung gepflanzt, dass Menschen fähig sind, Brücken zu bauen statt Mauern. Wenn ich vor einem Problem stehe, stelle ich mir Daoud vor, wie er hinter mir steht und mir Rückenstärkung gibt. Augenblicklich wächst mein Mut und mein Problem ist nur noch halb so groß.

Liebe Leserinnen und Leser,
solche Starkmacher aus der Schatzkiste Ihrer Begegnungen wünsche ich Ihnen, wenn das Leben Sie herausfordert. Sie erden uns und machen mutig.

Burkhard Fecher, Gemünden
Pastoralreferent, Ehe-, Familien- und Lebensberater

Das Kreuzwort erscheint jeden Samstag im Serviceteil der Lokalzeitung "Main Echo" und online auf der Internetseite derRegion Aschaffenburg.

Kreuzwort

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