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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Sonntag am 29. November 2020

Wach sein und Gottes Spuren sehen

Die Zeichen der Zeit erkennen – das bedeutet, Gottes Spuren in meinem Leben zu sehen. Was ist mein Auftrag, meine Aufgabe? Wo kann ich meinen Teil dazu beitragen, dass diese Welt ein bisschen lebenswerter wird?

Evangelium

Jesus sprach zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass er nahe vor der Tür ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Markus 13,24–37

Die Zeichen der Zeit erkennen – gar nicht so einfach. Nicht selten sind es negative Bilder, die Menschen in den Sinn kommen. Die Welt wird immer schlechter, lange macht Gott das nicht mehr mit. So höre ich bisweilen. Manchen wird die Situation der letzten Monate vielleicht als so ein Zeichen erscheinen: als Strafe Gottes, die die Menschheit überrollt. Dieses Jahr 2020 war ein Nährboden für Unheilspropheten aller Art.

Die frühen Christen lebten in der (positiven) Erwartung, dass Jesus sehr bald wiederkommen werde. Doch die Jahre vergingen, die junge Kirche wurde zunehmend bedroht. So setzte sich eine andere Glaubensüberzeugung durch. Mit Jesus hat eine neue Zeit begonnen. Himmel und Erde berühren sich. Aber die Erde wird den Himmel nie ersetzen können. Und gleichzeitig fällt uns der Himmel nicht gleich auf den Kopf. Jesu Worte im Evangelium gelten also uns ganz persönlich, Ihnen und mir! Und sie wollen nicht Angst und Krisenstimmung verbreiten, sondern – passend zum Advent – aufrütteln und Mut machen.

„Bleibt wach! Seid wachsam!“ Die Botschaft ist ganz klar. Wir haben eine gewisse Lebensspanne, von der wir Gott sei Dank nicht wissen, wie lange sie reicht. Wenn wir die Frohe Botschaft also kennenlernen, wenn wir etwas begreifen von dem, was Jesus uns aufträgt, was Gott von uns möchte in unserem Leben – dann sind wir dran! Dann gibt es keine Ausreden mehr, kein „Ich hab‘ ja noch Zeit, bis ich mich ändere!“ und kein „Das sollen mal die anderen machen“. Gott traut uns zu, dass wir schon jetzt, hier und heute, an seinem Reich mitbauen. Mit den Mitteln, die wir haben, und wenn es uns selbst auch noch so wenig zu sein scheint.

Die Zeichen der Zeit erkennen – das bedeutet, Gottes Spuren in meinem Leben zu sehen. Was ist mein Auftrag, meine Aufgabe – in der Familie, im Beruf, in meiner Gemeinde oder meinem Verein? In meiner Nachbarschaft, im Ehrenamt, im politischen oder sozialen Engagement? Wo kann ich meinen Teil dazu beitragen, dass sich Himmel und Erde berühren? Dass diese Welt ein bisschen lebenswerter wird?

Achten wir bei allem darauf, dass wir als Christen glaubhaft leben; dass wir leben, was wir glauben. Dann muss ich nicht meinen Glauben vor mir her tragen. Aber ich kann bei Bedarf ohne Scheu Antwort geben, was mir im Leben Halt gibt und mich im Innersten bewegt. Und ich werde bereit sein, wenn Gott mich einmal fragt ...

Weltflucht und Untergangsstimmung haben im christlichen Glauben nichts zu suchen. Damit würden wir Jesu Botschaft verdrehen. Lust am Leben, ein offenes Herz für die Freuden und Leiden der Menschen sind die besten Wegweiser für uns Christen. Nicht weil ich es sage, sondern weil Jesus selbst es uns vorlebt.

Manfred Müller ist Diakon im künftigen Pastoralen Raum Hammelburg

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt

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