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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Sonntag am 30. Mai 2021

Zu "Selbstläufern" werden

Jesus macht seine Jünger zu Selbstläufern. Es ist jetzt an der Zeit, dass sie sich selbst auf den Weg machen. Sie suchen sich jetzt ihre Wirkungsstätten, ihre Gesprächspartner und ihre Taten selbst aus. Sie haben von Jesus gelernt und gehört, worauf es ankommt. Und nun sind sie am Zug, das umzusetzen.

Evangelium

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Matthäus 28,16–20

Nun geht die Zeit für die Jünger mit Jesus zu Ende. Sie stehen da und haben im Gespür, dass es nun Zeit ist, Abschied zu nehmen. Sie sehen ihn noch ein letztes Mal und haben ganz gemischte Gefühle dabei. Den einen ist ganz ehrfürchtig zumute und sie fallen vor Jesus nieder, die anderen werden von Zweifeln gequält. Abschiednehmen ist selten einfach. Gerade wenn eine großartige Zeit hinter einem liegt und die Zukunft ungewiss ist, dann schmerzt das Ende sehr.

Ich kann das gut nachvollziehen. Ich bin auch nicht sonderlich gut mit Abschieden. Das Vertraute loszulassen und Liebgewonnenes nicht mehr zu haben, fällt mir schwer. Doch ich bin davon überzeugt, dass unser Leben nur gelingen kann, wenn wir immer wieder Abschied nehmen und den Blick hoffnungsvoll nach vorne wenden. Nur im Wandel und Neubeginn können wir wachsen und reifen.

Und so geht es auch den Freunden Jesu. Bisher waren sie „Mitläufer“. Sie sind bei Jesus mitgegangen und sind ihm nachgegangen. Jesus zeigte den Weg, er setzte Zeichen und übernahm das Wort in Gesprächen. Doch diese Zeit ist jetzt vorbei. Jesus macht seine Jünger zu „Selbstläufern“. Es ist jetzt an der Zeit, dass sie sich selbst auf den Weg machen. Sie suchen sich jetzt ihre Wirkungsstätten, ihre Gesprächspartner und ihre Taten selbst aus. Sie haben von Jesus gelernt und gehört, worauf es ankommt. Und nun sind sie am Zug, das umzusetzen. Nur wenn sie den Mut haben, aufzubrechen und Zeugen des Evangeliums zu werden, kann die Geschichte weitergehen.

Doch sie sind nicht alleine auf ihren Wegen. Jesus verspricht ihnen: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Ist das nicht großartig? Jesus ist bei jedem Einzelnen dabei, so kann sich die frohe Botschaft viel schneller und viel weiter verbreiten, als wenn Jesus alleine unterwegs wäre. Erst durch den Abschied Jesu ist es möglich, noch viel mehr Menschen zu erreichen.

Vielleicht sollte ich einmal überlegen, von was ich mich verabschieden muss, um meinen Blick zu weiten. Wo vertraue ich anderen und lass‘ andere agieren und reden, ohne selbst aktiv zu werden? Wann bin ich eher ein Mitläufer und mache mich nicht selbst auf den Weg? Was könnte ich tun, um das Evangelium weiterzutragen? Ich bin davon überzeugt, dieser Auftrag Jesu geht an alle Getauften. Jede und jeder ist von Jesus ausgesandt, neue Jünger und Jüngerinnen zu finden und von der Botschaft Jesu zu erzählen. Jesus möchte keine Hinterherläufer und keine Nachmacher. Er befähigt jede und jeden Einzelnen, aufzubrechen und mit anderen über Gott ins Gespräch zu kommen.

Wir müssen uns nur trauen und vielleicht auch das eine oder andere Vertraute hinter uns lassen, um so neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken. Ich bin persönlich gefragt, Optionen zu finden, wie ich die unendliche Liebe Gottes in diese Welt tragen kann und den Menschen in meinem Umfeld zeigen kann, dass Jesus auch ihr Freund sein möchte. Dazu will ich mit denen ins Gespräch kommen, die noch nicht so viel von Jesus wissen, die noch auf der Suche sind, die etwas abseits stehen. Und vielleicht muss ich dazu auch neue Orte und Worte finden, die für diese Menschen besser verständlich sind.

Machen wir uns auf, verabschieden wir uns, wo es nötig ist, trauern wir nicht dem Vergangenen hinterher, sondern schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft. Werden wir Botschafterinnen und Botschafter Jesu und glauben wir daran, dass seine Zusage auch uns gilt: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Monika Pickert ist Gemeindereferentin und Jugendseelsorgerin für die Region Schweinfurt.

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt

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