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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Kreuzwort am 20. Dezember 2025

Himmlische Chöre

Die Advents- und Weihnachtszeit ist voller Lieder. Solche, die beschreiben, wie sich die Christenheit alle Jahre wieder auf die stille Nacht und über das göttliche Kind in der Krippe freut. Und solche, die von Schlittenfahrten mit klingelnden Glöckchen durch den Winterwald oder dem Trubel in der Weihnachtsbäckerei erzählen.

Lieder, die ganz unterschiedliche Stimmungen ausdrücken, von leise verhaltener Sehnsucht bis hin zu freudigem Jauchzen und Frohlocken. Bei manchen Liedern kann man schon längst nicht nur den Refrain auswendig und möchte aus vollem Herzen mitsingen. Wenn man dann seine eigene Stimme eintauchen lassen darf in den Gesang einer Gruppe oder eines Chores, dann ist das für die meisten Menschen ein beglückend schönes Erlebnis der Harmonie und der Zusammengehörigkeit. Miteinander Singen tut gut. Es setzt stimmungsaufhellende Hormone frei und lindert Stresssymptome. Es kann starke Emotionen ausdrücken und Gänsehaut-Gefühle freisetzen. Es ist Balsam für die Seele. Die etwa 1,5 Millionen Sängerinnen und Sänger, die in Deutschland in weltlichen und kirchlichen Chören gemeinsam musizieren, erfahren das immer wieder. Da sind noch nicht einmal diejenigen mitgezählt, die einfach so miteinander singen bei Gottesdiensten, bei Mitsing-Konzerten, beim Wirtshaussingen und bei Fußballspielen. Überall, wo sich Gleichgesinnte treffen und abstimmen, ihre Stimmen vereinen und sich beim Singen gegenseitig stützen, stärken sie einander. Perfekt muss niemand sein. Zusammen bringen sie zustande, was keiner allein hinbekommt. Gemeinsames Singen ist ein Geschenk des Himmels! Wir sollten es viel öfter tun. Niemand sollte sich aus Scheu zurückhalten oder gar still bleiben, nur weil wir beim Singen etwas von unseren Gefühlen preisgeben und unsere Stimme etwas darüber verrät, was uns berührt und in gewisser Weise verletzlich macht. Verletzlich wie das Kind in der Krippe. Der große Gott macht sich für uns klein und verwundbar, damit wir diese Scheu verlieren. Er macht sich angreifbar, damit wir begreifen, dass er ein offenes Herz hat für uns mit all unseren Stimmungen. Gott wird Mensch, damit wir verletzliche Menschen bleiben dürfen. Wenn das kein Grund ist, nicht nur mit unseren Weihnachtliedern in die himmlischen Chöre mit einzustimmen!

Heike Kellermann-Rupp, evangelische Pfarrerin im Schuldienst