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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Wochenende

Ein Licht, das mitgeht

Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen, so Schwester Angela Zehe.

Manchmal gibt es diese kurzen Augenblicke, in denen etwas aufleuchtet. Ein Moment der Ruhe. Ein Wort, das trifft. Eine Erfahrung, die Mut macht. Sie verändern nicht sofort alles – aber sie bleiben im Gedächtnis und bleiben wirksam.

Die biblische Geschichte von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, die am zweiten Fastensonntag gelesen wird, erzählt von so einem Augenblick. Jesus zieht sich mit einigen seiner Freunde zurück. Für einen Moment sehen sie ihn in einem neuen Licht. Sie spüren: Hier ist mehr als das, was man sehen und erklären kann. Jesus leuchtet, Gott ist spürbar nah, für einen Augenblick ist alles klar. Ein Moment intensiver Gottesnähe. Auch wir kennen diese „Tabor-Erfahrungen“: Augenblicke, in denen alles Sinn ergibt. In denen Gott nah ist. In denen das Leben weit wird.

Petrus möchte diesen Moment festhalten – verständlich, das kenne ich auch. Doch dieser wunderbare Moment bleibt nicht.

Der Weg führt zurück in den Alltag. Dorthin, wo wir Sorgen tragen, Entscheidungen treffen müssen und das Leben oft widersprüchlich ist. Die Geschichte verschweigt das nicht. Sie zeigt: Glaube heißt nicht, dem Alltag zu entfliehen, sondern der Kraft der Wandlung, der Kraft des Lichtes, zu trauen.

Die Verklärung schenkt keine einfachen Antworten. Sie gibt Orientierung. Das Licht vom Berg soll mitgehen – hinein in den ganz normalen Tag.

Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: in der Hoffnung, dass wir nicht allein unterwegs sind. Und dass selbst ein kurzer Moment des Lichts genügt, um weiterzugehen. Denn Gott ist da – auch dann, wenn gerade nichts strahlt.

Mich ermutigen und stärken solche Erfahrungen, wie sie die Jünger auf dem Berg Tabor gemacht haben und die ich selbst kenne.

Ich wünsche uns auf dem Weg der Vorbereitung auf Ostern hin die Erfahrung dieses Lichtes, das mitgeht. Das Licht das einlädt, sich einzulassen auf den Weg Jesu – letztendlich auf das Geheimnis unseres Glaubens: durch das Dunkel zum Licht; durch das Ja zu Durchkreuzungen zum Ostermorgen.

Schwester Angela Zehe OSA, Generaloberin