Als Bistum Würzburg setzen wir uns dafür ein, dass Kirche ein sicherer Ort für alle Menschen ist – besonders für Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene. Dafür arbeiten wir in drei Bereichen zusammen: Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Diese Seite erklärt verständlich, was das bedeutet, wie wir grundsätzlich vorgehen – und wo Sie Unterstützung und Kontaktmöglichkeiten finden.
Gemeinsam für eine sichere Kirche
Soforthilfe & Kontakt
Wenn Sie betroffen sind oder einen Verdacht haben:
Sie müssen nicht allein bleiben. Es gibt unabhängige Kontaktmöglichkeiten und Ansprechpersonen, die zuhören, beraten und nächste Schritte erklären – auch wenn Sie unsicher sind.
Wenn Sie im Bistum tätig sind (Haupt- oder Ehrenamt):
Hier finden Sie Informationen zu Schulungen, Schutzkonzepten und Vorgehensweisen bei Grenzverletzungen oder Verdachtsmomenten.
Aktuelle Zahlen
Zahlen der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA)
Von 2021 bis 2025 verzeichnet die UKA für das Bistum Würzburg 71 entschiedene Fälle (Quote: 85,5 Prozent) mit Anerkennungsleistungen in Höhe von 1.559.000 Euro. Das Bistum Würzburg hat seit 2021 insgesamt 83 Fälle eingereicht - davon 12 im Jahr 2025.
In den Jahren von 2011 bis 2020 hat das Bistum Würzburg auf Basis des alten Verfahrens bei früheren Anträgen 124.500 Euro an Anerkennungsleistungen ausgezahlt.
Weitere Informationen finden Sie im Tätigkeitsbericht der UKA.
Zahl der an das Glaubensdikasterium in Rom gemeldeten Fälle
- 2025: eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, die mit Abschlussbericht des Bischofs an das Glaubensdikasterium gesandt wurde.
Unsere Grundsätze für eine sichere Kirche
Wir richten unser Vorgehen an Schutz, Würde und Selbstbestimmung betroffener Menschen aus. Das heißt auch: Wir vermeiden unnötige Belastungen, unnötige Nachfragen und Kommunikationsformen, die Betroffene unter Druck setzen. Unterstützung soll möglich sein – auch wenn jemand unsicher ist oder erst einmal nur sprechen möchte.
Hinweise und Verdachtsmomente werden geordnet aufgenommen, dokumentiert und an die zuständigen Stellen weitergegeben. Wir arbeiten mit klaren Zuständigkeiten und festgelegten Schritten. So geht keine Information verloren, Betroffene werden nicht hin- und hergeschickt, und sie müssen ihre Geschichte nicht mehrfach erzählen. Ziel ist ein Vorgehen, das Schutz sichert, Hilfe organisiert und nachvollziehbar bleibt.
Wir informieren öffentlich über Standards, Zuständigkeiten, Abläufe und Fortschritte. Gleichzeitig beachten wir Grenzen: Betroffenenschutz, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz. Deshalb kommunizieren wir keine Einzelfälle oder Details, wenn dadurch Menschen belastet oder Rechte verletzt würden. Transparenz heißt für uns: verständlich erklären, wie wir arbeiten.
Für Prävention, Intervention und Aufarbeitung braucht es Fachwissen und klare Standards. Wo es erforderlich ist, beziehen wir unabhängige Stellen und Expertise ein. Das dient der Qualität der Verfahren und stärkt Vertrauen in die Arbeit.
Sichere Kirche entsteht nicht allein durch Regelwerke, sondern durch verlässliches Handeln vor Ort. Deshalb fördern wir eine Kultur, in der Grenzen respektiert werden, Fragen möglich sind und Hinweise ernst genommen werden. Verantwortung tragen alle, die Kirche gestalten – im Haupt- und Ehrenamt, in Gemeinden, Einrichtungen und Verbänden.
Prävention
Im Bistum Würzburg ist Prävention verbindlicher Standard in allen Feldern, in denen Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene begleitet werden. Ziel ist, Risiken früh zu erkennen, Grenzen zu klären und sichere Rahmenbedingungen im Alltag zu schaffen. Grundlage sind verbindliche Vorgaben, Schulungsstandards und die systematische Arbeit mit Institutionellen Schutzkonzepten (ISK), die Zuständigkeiten, Regeln, Beschwerdewege und Maßnahmen vor Ort festlegen. Die Präventionsarbeit unterstützt Gemeinden, Verbände und Einrichtungen bei der Umsetzung und sorgt dafür, dass Schutz nicht von Einzelpersonen abhängt, sondern strukturell verankert ist.
Konkrete Angebote, Materialien, Schulungen und Zuständigkeiten finden Sie auf den Unterseiten.
Intervention
Intervention bedeutet im Bistum Würzburg: Hinweise, Verdachtsmomente und Grenzverletzungen werden nach klaren Verfahren aufgenommen, dokumentiert und bearbeitet – mit dem vorrangigen Ziel, Betroffene zu schützen und weitere Risiken zu verhindern. Dafür gelten definierte Zuständigkeiten, Standards für die Informationsweitergabe und verbindliche Abläufe, damit Hinweise nicht versanden und Betroffene nicht zwischen Stellen hin- und hergeschickt werden. Intervention ist zugleich Schnittstelle zur unabhängigen Beratung und – wo erforderlich – zur Zusammenarbeit mit externen Fachstellen und staatlichen Behörden.
Alle konkreten Meldewege, Kontakte und Verfahrensschritte sind auf den Unterseiten gebündelt.
Aufarbeitung
Aufarbeitung ist im Bistum Würzburg als institutioneller Prozess verankert. Dabei arbeiten wir eng mit dem Betroffenenbeirat und externen Fachleuten zusammen. Ziel ist, Verantwortung zu klären, Strukturen zu prüfen und Standards so weiterzuentwickeln, dass Schutz und Prävention dauerhaft gestärkt werden. Im Mittelpunkt steht die Betroffenenperspektive: Aufarbeitung muss traumasensibel sein, Schutzrechte wahren und klare Grenzen für öffentliche Detaildarstellungen respektieren. Aufarbeitung findet auf Bistumsebene und – wo erforderlich – auch in Gemeinden statt, jeweils nach festgelegten Leitlinien, Rollen und Vorgehensweisen.
Standards, Prozessmodelle und die konkrete Umsetzung finden Sie auf den Unterseiten:
Verantwortung: Eine Aufgabe für alle
Sichere Kirche entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen: hinschauen, Grenzen respektieren, Unsicherheiten ansprechen und Unterstützung holen. Prävention, Intervention und Aufarbeitung funktionieren nur, wenn viele mittragen – in Gemeinden, Einrichtungen, Verbänden, Schulen und überall dort, wo Kirche stattfindet.
FAQs
Auf den Betroffenen-Seiten finden Sie unabhängige Kontaktmöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie den niedrigschwelligen Weg: ein erstes Gespräch zur Orientierung.
Ihr Hinweis wird aufgenommen, ernst genommen und nach einem klaren Verfahren eingeordnet. Je nach Lage werden Schutzmaßnahmen, Beratung, weitere Klärung und – wenn erforderlich – externe Stellen einbezogen.
Ja. Sie müssen keine „Beweise“ haben. Wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, Fragen oder Hinweise: Melden Sie sich. Ein Gespräch kann helfen, die Situation einzuordnen und nächste Schritte zu klären.
In vielen Fällen ist ein erster Kontakt auch anonym möglich. Wichtig ist: Je mehr Informationen vorhanden sind, desto besser kann geprüft und geholfen werden – aber Sicherheit und Schutz stehen im Vordergrund.
Sexualisierte Gewalt umfasst Handlungen, die die sexuelle Selbstbestimmung verletzen – von Grenzverletzungen bis zu strafbaren Taten. Wichtig ist: Auch „unterhalb der Strafbarkeit“ können Handlungen schwer belastend sein und müssen ernst genommen werden.
Geistliche Gewalt meint Machtmissbrauch im religiösen Kontext – z. B. wenn Abhängigkeiten, Schuldgefühle, religiöse Deutungen oder Autorität genutzt werden, um Menschen zu kontrollieren, zu manipulieren oder zu verletzen.
Prävention wirkt, bevor etwas passiert: Sie reduziert Risiken und stärkt Schutz. Intervention greift, wenn es Hinweise, Verdacht oder Grenzverletzungen gibt: Dann wird gehandelt mit klaren Abläufen.
Ein ISK ist ein Schutzrahmen für Gemeinden, Einrichtungen oder Verbände. Es beschreibt z. B. Regeln im Umgang, Zuständigkeiten, Risikoanalyse, Beschwerdewege, Schulungen und konkrete Maßnahmen, damit Schutz im Alltag funktioniert.
Es geht um systematisches Lernen der Institution: Strukturen prüfen, Verantwortlichkeiten klären, Standards weiterentwickeln, Kultur verändern – und daraus Maßnahmen ableiten, die dauerhaft wirken.
Betroffenenorientiert heißt: Schutz, Würde, Selbstbestimmung und Bedürfnisse betroffener Menschen sind leitend. Dazu gehört auch traumasensibles Vorgehen und die Frage, welche Kommunikation Betroffene schützt – nicht belastet.
Nein. Aufarbeitung kann auch vor Ort relevant werden. Dabei braucht es klare Prozesse, Begleitung und einen Schutzrahmen, damit Betroffene geschützt bleiben und Gemeinden handlungsfähig sind.
Transparenz ist wichtig – aber sie hat Grenzen, wenn Persönlichkeitsrechte, Datenschutz oder Betroffenenschutz betroffen sind. Darum informieren wir über Standards und Vorgehen; Fall-Details werden nur kommuniziert, wenn das verantwortbar und betroffenenkonform möglich ist.
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Ottostraße 1
97070 Würzburg