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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Wort zum Wochenende

Institution Kirche? Find‘ ich gut!

Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen, so Pfr. Frank Witzel.

Mit 13 Jahren bekam ich Kontakt mit „unserer“ Kirche, der Evang.-Luth. Gemeinde vom „Ökumenischen Zentrum“ in Würzburg-Lengfeld. Ich gehörte dort zum ersten Konfirmationsjahrgang.

Ich lernte danach viele Kirchen und frommen Gruppen kennen von evangelikal und fundamentalistisch bis liberal und basisdemokratisch, ökumenisch bunt eben.

Mit 63 blicke ich zurück und erinnere mich an viele Statements: „Jesus finde ich gut. Die Bibel ist wichtig, auch wenn ich sie nicht lese. Die Kirche als Institution lehne ich ab.“

Ich bin harmoniebedürftig und widerspreche nicht gern. Trotzdem muss ich sagen: Pauschale Institutionenkritik an Kirche, egal welche, ist daneben. Um deren Kurzsichtigkeit zu verstehen, muss man weder gläubig noch kirchlich sein. Ein vernünftiger Blick sieht klar: Um gemeinsame Aufgaben und Projekte gemeinsam anzupacken, braucht es regelbasierte Gemeinschaftsformen. Nur so entstehen Dinge und Prozesse, die größer sind als man und frau selbst. So werden individuelle Grenzen überwunden.

„Einsam bist du klein, machen sie dich ein.“ Dieser alte Sponti-Spruch gilt noch – generell. Jeder Mensch braucht Strukturen, um gemeinsam etwas bewirken, bauen, ermöglichen zu können, das Bestand hat.

Ich will, dass Liebe und Verantwortung stabil sind. So wächst Diakonie, Caritas und andere Organisationen der Wohlfahrt.

Ich will, dass gute Impulse, Deutungen und Botschaften beständig vorkommen. So wachsen kirchliche Gemeinschaften und Kirchen, Bildungshäuser und Mediengesellschaften, die das Evangelium als gute Botschaft vermitteln. Sie kommunizieren: Der Urgrund allen Seins, egal wie er heißt, ist gut. Darum sind Menschen zum Guten berufen und befähigt.

Ich will, dass Institutionen gedeihen, die Liebe, Verantwortung und das Gute im Blick haben. Ich vertraue, dass Gott dafür sorgt, dass sie in allen Wandlungen Bestand haben.

So verstehe ich Jesu Wort, wenn er zum Versager und Sich-Selbst-Überschätzer Petrus sagt: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Matthäus-Evangelium 16, 18)

Wenn mich, was auch vorkommt, das kirchlich Downsizing zum Zweifeln bringt, ermutigt mich das Gedicht von Samuel Becket: "Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better." - „Schon oft versucht. Schon oft gescheitert. Macht nichts. Versuch es wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser.“

Gottes Segen ist bei Petrus, Becket und uns.

Herzlich, Ihr Pfarrer für „Kirche an anderen Orten“, Frank Witzel

Frank Witzel, Evang.-Luth. Pfarrer, Kirche an anderen Orten, Springerdienste im Dekanat Würzburg; Traumatherapeut, Geistlicher Begleiter, NLP-Master, Schwerhörigenseelsorger, Dekanatsbeauftragter „Ehrenamt“, Dekanatsbeauftragter für Motorradfahrer*innen-Seelsorge, Sprecher AG „Motorrad-Evangelisch“, Kunstbeauftragter im Kirchenkreises Ansbach-Würzburg