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Viel Zustimmung, aber auch Bedarf an Nachjustierung

Diözesanrat diskutiert Planungen zu Pastoralen Räumen – Bischof wirbt für Zustimmung – Außerordentliche Vollversammlung als Hybridveranstaltung

Würzburg (POW) Bis zum Diözesanforum am 24. Oktober sollen die Pastoralen Räume im Bistum Würzburg geographisch umschrieben sein. Mit großer Mehrheit hat der Diözesanrat der Katholiken am Samstag, 4. Juli, bei einer außerordentlichen Vollversammlung die leitenden Kriterien zu deren Festlegung als schlüssig und nachvollziehbar bewertet. Dort, wo es aus den jeweiligen Dekanaten keine Zwei-Drittel-Zustimmung von Seelsorgekonferenz und Dekanatsrat gibt, soll bis dahin eine Nachjustierung erfolgen, zum Beispiel in einer vertieften Diskussion mit den Gremien. Ein abschließendes Votum will der Diözesanrat bei der Vollversammlung im Herbst dieses Jahres abgeben. „Wichtig ist, dass wir die neuen Strukturen dann auch mit Inhalten füllen“, sagte Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf und erhielt viel Applaus dafür.

Bischof Dr. Franz Jung machte sich im Diözesanrat für die vorgestellten 39 Pastoralen Räume als Gestaltungs- und Strukturraum für die hauptamtlichen Kräfte stark. Diese Einheiten würden gewährleisten, dass die Gläubigen vor Ort angesichts sinkender Zahlen bei den pastoralen Kräften mittelfristig hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger als Ansprechpartner hätten. „Ich hoffe, dass wir den Termin der offiziellen Festlegung im Oktober halten können. Zugleich bin ich mir aber bewusst, dass mit der jeweiligen geographischen Umschreibung nicht alle restlos zufrieden sein werden“, erklärte der Bischof.

Weil die Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats wegen Corona abgesagt wurde, diskutierten die Delegierten den aktuellen Zwischenstand der diözesanen Strukturreform bei einer außerordentlichen, eintägigen Veranstaltung. Rund 60 Personen nahmen, auf zwei Räume verteilt, im Würzburger Burkardushaus an der Sitzung teil, die übrigen etwa 40 Teilnehmer waren über das Internet zugeschaltet.

In seinem Wort an die Delegierten blickte Bischof Jung auf die Ereignisse seit der Herbstvollversammlung zurück. Unter anderem erklärte er, er rechne in Folge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die viele Menschen durch die Corona-Pandemie hätten, mit einem weiteren Anstieg der Kirchenaustritte. Das werde zu spürbaren Ausfällen in der Kirchensteuer führen. Zugleich lud er ein, die vielen positiven Erfahrungen und Anregungen aus dem Corona-Lockdown zu sammeln und an ihn weiterzuleiten. Mit Blick auf den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und den teilweisen Rückzug des Kölner Weihbischofs Dr. Dominikus Schwaderlapp daraus merkte Bischof Jung an: „Ich hoffe nicht, dass dieses Beispiel Schule macht, auch wenn es in gewissen Kreisen gefeiert wird.“ Ähnlich kommentierte auch Diözesanratsvorsitzender Wolf den Vorgang (siehe eigener Bericht).

Bischof Jung verwies darauf, dass das Abschlussdokument von Papst Franziskus zur Amazonassynode auch für das Bistum Würzburg und seine aktuellen Überlegungen wichtige Anregungen liefere, da es eine soziale, kulturelle, ökologische und kirchliche Vision für einen Raum entwerfe. Zur Aufarbeitung der Fälle sexualisierter Gewalt im Bistum kündigte der Bischof zum Herbst den Beginn einer unabhängigen Studie zur Erfassung der Vorgänge an. Nachdem das Bundesverfassungsgericht am Aschermittwoch das Verbot des assistierten Suizids aufgehoben hat, warb der Bischof unter anderem für ein verbessertes Angebot im Bereich der Palliativmedizin. Schmerzfreiheit lasse bei Menschen den Wunsch nach Suizid zurücktreten.

Domkapitular Christoph Warmuth, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, betonte, bei „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“ gehe es letztlich darum, im Nahbereich lebendige Gemeinschaften zu fördern. In den Pastoralen Räumen sollten den Menschen Orte und Gelegenheiten für Glaubens- und Gotteserfahrung geboten werden, die für sich vor Ort keinen Bezugspunkt hätten. „Ziel ist die Präsenz und Erreichbarkeit von Kirche in einer ländlichen Diözese.“ Erhalten bleiben solle die Ebene der Pfarreiengemeinschaft mit einer überschaubaren Anzahl von Gemeinden und Gemeinschaften und einer verlässlichen Ansprechperson, sagte Warmuth. In den Pastoralen Räumen werden alle Hauptamtlichen mit zwei Standbeinen tätig sein: einmal als Ansprechpersonen für eine Untereinheit, zugleich im Pastoralen Raum als Verantwortliche für ein pastorales Feld oder ein Projekt. Beim Zuschnitt der jeweiligen Räume seien unter anderem Faktoren wie Arbeits- und Schulorte, Orte der Freizeitgestaltung und medizinischen Versorgung, aber auch die Zahl der Katholiken, die Arbeitsfähigkeit der Teams, geschichtliche Entwicklungen und Verbindungen, politische Zugehörigkeit, pastorale Schwerpunktorte und die ökumenische Zusammenarbeit in den Blick genommen worden.

Die Seelsorgekonferenzen der Dekanate und die Dekanatsräte haben in der großen Mehrheit von 33 Fällen zu den vorgeschlagenen Pastoralen Räumen mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit ein zustimmendes Votum abgegeben. Besonders große Zustimmung gab es nach den Worten von Monika Albert, Referentin für Pastorale Entwicklung, in den Dekanaten Bad Neustadt und Haßberge. „Dort hat man schon immer mit einem weiteren Blick gedacht, auch weil die Gegenden schon seit jeher personell nicht so gut versorgt waren wie andere Teile des Bistums.“ Unter anderem deswegen umfassten dort schon länger die Dekanate die Landkreisebene.

Keine Mehrheit bei Seelsorgekonferenz und Dekanatsrat gab es nach Auskunft von Albert zum Beispiel im Dekanat Miltenberg. Dieses umfasst rund 30.000 Katholiken und soll künftig ein Pastoraler Raum sein. Moniert wurde dort vom Dekanatsrat unter anderem, dass die Entfernungen zu groß seien. So müsse ein Hauptamtlicher aus Amorbach im Odenwald viel zu lange fahren, um beispielsweise in Altenbuch im Südspessart eine Veranstaltung zu besuchen. Geteilt war das Votum von Seelsorgekonferenz und Dekanatsrat von Aschaffenburg-West beim Zuschnitt des Dekanats auf einen Pastoralen Raum. Sowohl Befürworter als auch Gegner in beiden Gremien führten dort als Begründung die drohende Überlastung der Hauptamtlichen an.

mh (POW)

(2820/0704; E-Mail voraus)

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