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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Inspiration
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Wort zum Sonntag am 18. August 2019

Entschlossen sein und sich verwandeln lassen

Ich bin der Meinung, dass Jesus unbedingt möchte, dass wir die Notwendigkeit, unser Leben zu führen, als Privileg erleben. Dafür entfacht er, beginnend in der Taufe, immer wieder sein "Feuer" in uns.

Evangelium

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Lukas 12,49–53

Die Worte in dieser kurzen Erzählung mitten im Lukasevangelium sind hart, wirken zunächst martialisch und unversöhnlich. Der erste Satz "Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen", ist durchaus eine Kampfansage ... Aber gegen was?

Nun, es ist zunächst spürbar, dass Feuer so lebensspendend wie zerstörerisch sein kann, und dass Segen und Fluch manchmal ganz nah beieinander liegen. Diese Worte sind ganz bewusst gesetzt: in der Mitte des Evangeliums und auf Jesu Weg nach Jerusalem. Diesen Weg geht Jesus entschlossen bis zum Ende. Diese Entschlossenheit muss Jesus ganz ergriffen, ja so entflammt haben, dass er den "Fluch" ("... denn ein Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter" – Dtn 21,23) auf sich nehmen konnte, um ihn für alle zum Segen werden zu lassen.

Diese Entschlossenheit ist gewaltig, sie ist aber kein Aufruf zur Gewalt. Jesus vertritt seinen Standpunkt konsequent und bezeugt ihn durch sein Leben. Er ist mutig, provozierend und unbequem, aber nicht intolerant. Jesus weiß um seine Aufgabe, um seinen Weg, und er weiß, dass er, als Sohn Gottes, Fluch in Segen, Tod in Leben zu verwandeln vermag. Von uns, von seinen Nachfolgern erwartet er, dass wir mit Entschlossenheit zu ihm stehen, dass wir anerkennen und bekennen, dass er das Heil ist.

Diese Entschlossenheit kann "stören", nicht nur als Provokation unsere Mitmenschen, sondern auch unsere eigene "normale" Lebensführung. Vielleicht können wir als Christen nicht "mit den Wölfen heulen" und vertreten Ansichten, die nicht angesehen sind. Vielleicht sind wir "zu" ehrlich, "zu" deutlich in unserem Denken und Handeln und stoßen an Grenzen, selbst in der eigenen Familie.

An dieser Stelle lautet die Aussage des Lukasevangeliums dazu eindeutig: "Dann ist das so!" Die Wahrheit, das, was für mich wahr ist, soll ich leben und bekennen ohne faule Kompromisse.

Dieses Evangelium ist eine klare Kampfansage gegen jeglichen Opportunismus, gegen Strategien und Winkelzüge sämtlicher Art und Rechtfertigung. Es gilt, Farbe zu bekennen!

An dieser Stelle werden wir daran erinnert, dass wir durch das Wasser und durch das Feuer des Heiligen Geistes "... auf seinen (Jesu) Tod getauft sind" (Röm 6,3). Es ist an uns, das Feuer Christi hier und jetzt brennen zu lassen und entschlossen daran festzuhalten, dass auch an uns diese Verwandlung vollzogen wird.

Die Verwandlung von Tod in Leben, von Fluch in Segen lebt schon in den vielen kleinen Schritten unseres Alltags. Als Menschen sind wir privilegiert: Wir dürfen unser Leben führen, das heißt, wir werden zu den Menschen, die wir entscheiden zu sein. Durch kleine und große Entscheidungen.

Ich bin der Meinung, dass Jesus unbedingt möchte, dass wir die Notwendigkeit, unser Leben zu führen, als Privileg erleben. Dafür entfacht er, beginnend in der Taufe, immer wieder sein "Feuer" in uns.

Patrizia Sormani ist Pastoralreferentin und Gemeindeleitung der Gemeinde St. Josef der Bräutigam in Schweinfurt.

Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.

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