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Thomas von Aquin, Ordenspriester, Kirchenlehrer(1274) bzw. Bahnlesungen (Freitag der 3. Woche im Jahreskreis)

Datum
28.01.2022
Liturgische Farbe
weiß
Namenstag
Thomas, Manfred, Caroline
  • Tagesheiliger
  • 1. Lesung
  • Evangelium
  • Tagesheiliger

    Thomas von Aquin

    Ordensmann, Kirchenlehrer
    * um 1226 auf Schloss Roccasecca in Italien
    † 7. März 1274 im Kloster Fossanuova südlich von Rom

    Thomas, geboren als Spross des italienischen Grafengeschlechts derer von Aquino, kam mit fünf Jahren als "Oblate", als gottgeweihtes Kind, zu den Benediktinern ins Kloster auf dem benachbarten Montecassino, wo sein Onkel Abt war, der ihn für eine große Karriere präparieren sollte. Mit 14 Jahren studierte Thomas in Neapel und lernte dort den jungen Dominikanerorden kennen. Gegen den Willen der Eltern trat er 1243 in diesen Orden ein. Um ihn von dieser Entscheidung abzubringen, entführte seine Familie ihn und hielt ihn über ein Jahr lang im eigenen Schlossturm gefangen. Thomas blieb aber unbeugsam. Die Familie beauftragte einer Überlieferung zufolge deshalb eine Frau von betörender Schönheit, um den hauseigenen Häftling endgültig von seinen Überzeugungen abzubringen und zu Sinnenfreuden zurückzuführen, doch selbst diese Methode schlug bei dem glaubensfesten Thomas nicht an
    er jagte die Dame mit einer brennenden Fackel in die Flucht. Mit Hilfe einiger verkleideter Ordensbrüder soll ihm schließlich die Flucht aus dem Familiengefängnis gelungen sein.

    Nach seiner Befreiung folgten 1244 bis 1248 weitere Studien in Bologna, in Paris und in Köln bei Albertus Magnus. Mit philosophisch-theologischen Vorlesungen begann er 1252 die eigene Lehrtätigkeit zunächst in Paris, später in Italien, schließlich in Rom mit verschiedenen Ämtern im Vatikan. Dort entstand sein bekannteste Werk, die bis heute wegweisende "Summa Theologiae", das "Lehrbuch der Theologie". In der "Summa contra gentiles", dem "Lehrbuch gegen die (ungläubigen) Völker", setzte er sich tiefschürfend mit der arabischen Philosophie auseinander.

    Thomas war der wohl größte katholische Theologe aller Zeiten. Er bemühte sich in seinen Werken Glaube und Vernunft, Philosophie und Theologie zusammen zu bringen. Bis zu Thomas stand die Theologie unter dem Einfluss der von Plato beeinflussten Tradition des Augustinus; Thomas ließ sich vom wiederentdeckten Philosophen Aristoteles beeindrucken und versuchte die christliche Lehre in seinen Denkkategorien auszudrücken. Thomas wurde so zum Meister der "Scholastik", dem schulmäßigen und systematischen Ordnen der Lehre der Kirche in einem strengen System. Er war ein glasklarer Denker von höchster analytischer Intelligenz, zugleich aber auch ein frommer Beter und demütig Glaubender. Sonne, Stern und Edelstein, mit denen er dargestellt wird, symbolisieren sein "Geisteslicht", mit der er die Kirche erleuchtete; die Taube aus seinem Mund oder ihm ins Ohr flüsternd symbolisiert seine Weisheit. Die Legende schreibt ihm einen kurzen Dialog unter einem Kreuz zu
    Er habe die Stimme Jesu Christi gehört
    "Du hast gut von mir geschrieben; welchen Lohn verlangst Du?" Darauf Thomas
    "Nur Dich allein, Herr. Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir wie Spreu vor!"

    Für Thomas gibt es zwei Arten des Wissens
    Das Wissen um die Grundlagen des Lebens, das von Gott kommt, und das Wissen über die weltlichen Dinge, das wir durch Anwendung unserer Vernunft erlangen. Glaube und Vernunft seien zwei unterschiedliche Zugänge, beide aber dienten dem Finden der einen Wahrheit. Mit Anselm von Canterbury teilte er die Auffassung, die Existenz Gottes lasse sich auch mit den Mitteln der Vernunft aufweisen. Aber
    "Das Heil des Menschen erfordert, dass Gott ihm Wahrheiten eröffnet, die den Verstand übersteigen." Dass Menschen ein Wissen über "Gut" und "Böse" haben, wurzelt in Gott. Seine berühmte Formel vom "Magddienst der Philosophie" sollte nicht Unterordnung der Philosophie, aber ihren Ertrag für die Theologie deutlich machen. Aufgabe des Menschen ist, mit Hilfe seiner Vernunft Gottes Willen zu erkennen und dann zu tun.

    Thomas ließ sich auch ganz unbefangen auf weltliche Fragestellungen, Impulse anderer Kulturen und Religionen, Anfragen von Nicht-Glaubenden ein. Die Kirche galt ihm als "unfehlbare Führerin", dennoch blieb er auch ihr gegenüber vernunftgeleitet-kritisch
    Die Autorität einer Kirchenführung allein genüge nicht, wichtig seien Argumente, Gründe, die Ergebnisse eines strengen und systematischen Denkens. "Thomas hört zu, prüft, nimmt an und verwirft. Er ist ein neuer Denker, ein selbständiger Denker", urteilte Walter Dirks.

    1273, nach einem mystischen Erlebnis, weigerte er sich, weiter zu schreiben
    "Alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Spreu, verglichen mit dem, was ich geschaut habe", erläuterte der wohl bedeutendeste Theologe und Philosoph des Mittelalters.

    Auf dem Weg zum 2. Konzil von Lyon, wohin ihn der Papst als Berater geladen hatte, starb Thomas in der Zisterzienserabtei Fossanuova; legendäre Gerüchte sprechen von Vergiftung. Er selbst hatte alle Würden immer abgelehnt, nach seinem Tod wurde er aber zum Bischof von Umbrien erklärt. Thomas’ Gebeine wurden am 28. Januar 1369 nach Toulouse überführt.
  • 1. Lesung

    Weish 7, 7-10.15-16 bzw. 2 Sam 11, 1-4a.c.5-10a.13-17

    Daher betete ich und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir. Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm. Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. Mir aber gewähre Gott, nach meiner Einsicht zu sprechen und zu denken, wie die empfangenen Gaben es wert sind; denn er ist der Führer der Weisheit und hält die Weisen auf dem rechten Weg. Wir und unsere Worte sind in seiner Hand, auch alle Klugheit und praktische Erfahrung.
  • Evangelium

    Mt 23, 8-12 bzw. Mk 4, 26-34

    Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

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