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Impulse

Unterschiedlichste Autoren im Bistum Würzburg veröffentlichen regelmäßig spirituelle Texte in Tageszeitungen, im Internet oder in Druckwerken. Die Interpretationen der christlichen Botschaft bestärken im Glauben, im alltäglichen Leben und regen zum Nachdenken an. Einige dieser Texte stellen wir hier für Sie zusammen.

Verzehren statt aufzehren

An Erntedank können wir eine Antwort darauf geben, dass uns die Erde anvertraut ist, dass wir auf ihr unseren Dienst zu ihrem Segen tun. Im Grunde wissen wir es: Wir dürfen von der Erde leben, doch sie nicht verleben.

Gedanken zum Sonntagsevangelium – 26. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Matthäus 21,28–32

Erinnern Sie sich an den 2. August? Es herrschten seit Tagen hochsommerliche Temperaturen. Zahlreiche Gewitter entluden sich, Überschwemmungen verwüsteten einzelne Regionen. Gleichzeitig herrschten Wassermangel in Rom und katastrophale Dürre in anderen Regionen unserer Erde.

Am selben Tag veröffentlichte ein Umfrageinstitut, dass die größte Sorge der Deutschen aktuell der Klimawandel ist. 71 Prozent empfinden die Erderwärmung als besonders bedrohlich. Angst vor Kriegen und Terroranschlägen rangieren auf den Plätzen 2 und 3.

Dieser Mittwoch war der sogenannte „Welterschöpfungstag“. Das heißt, dass an diesem Tag die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht hatte, die sich innerhalb eines Jahres regenerieren können. Für den Rest des Jahres leben wir von den Reserven der Erde. Also auch an diesem Sonntag, am Fest Erntedank. Ein Tag, den wir auch „Weltschöpfungstag“ nennen könnten.

Das Evangelium nimmt uns mit in ein Streitgespräch. Jesus setzt sich mit seinen Gegnern über einige grundlegende Themen auseinander. Geschickt führt er sie an ihre eigene Lebenshaltung heran. Doch: Lassen sie ihren und seinen Worten Taten folgen? Denken sie über ihre eigene Antwort weiter nach? Kommen sie zur Selbsteinsicht, zu einer Selbsterkenntnis, die ihr Handeln beeinflusst? Leben sie nach dem, was sie sagen und erkennen?

Mich beeindrucken Initiativen, die den oben genannten "Welterschöpfungstag" nicht einfach nur wahrnehmen und dann ad acta legen. Immer wieder neu werden Menschen kreativ, um unsere Erde zu bewahren und angemessen auf ihr zu leben. 

Die "Unverpackt"-Bewegung wendet sich gegen den unbedachten und unnötigen Verbrauch von Ressourcen beim Einkaufen. Unter dem Erntedankmotto "Weiter denken – näher kaufen" will die Katholische Landvolkbewegung weite Wege und volle Autobahnen verhindern.

"Repair-Cafés" unterstützen den langen Nutzen von Geräten und bringen viele talentierte Menschen miteinander in Kontakt. Recycling – Wiederverwertung statt Sondermüll. "Urban gardening" bringt Freude am Gärtnern und Ernten und ein Gefühl für die Kostbarkeit der Früchte zurück in die Haushalte. Jeder Wochenmarkt mit Waren aus der Region ist ein Fest für die Sinne und zeigt, was gerade Saison hat. Eine Alternative zum Kochen ausgefallener Gerichte, bei denen die Zutaten viele Flugkilometer hinter sich haben. "Die Tafel" nutzt Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen. Eine "Nachhaltigkeitsmesse" des Bistums am 22. September weitete den Blick auch auf den Umgang mit unserem Geld. Geldanlagen, die für die Schöpfung einen Mehrwert haben.

An Erntedank können wir eine Antwort darauf geben, dass uns die Erde anvertraut ist, dass wir auf ihr unseren Dienst zu ihrem Segen tun. Im Grunde wissen wir es: Wir dürfen von der Erde leben, doch sie nicht verleben. Diese Einsicht ist das Ja, das in der Bibelstelle erst nach einem Nein kommt. Und jetzt müssen unserem Ja Taten folgen, damit es ein nachhaltiges Ja wird, nachhaltig für die Erde und alle Menschen.

Versuchen wir es jeden Tag neu. Schreiben wir über den Tag "Weltschöpfungstag". Leben wir den Tag so, dass die Schöpfung aufatmet und auflebt. Statt zur Welterschöpfung zur Weltschöpfung beitragen, nach unseren Möglichkeiten und mit Gottes Hilfe, das ist unser Ja – nach einem Nein, dessen Folgen wir erkannt haben.

Gabriele Saft ("gabriele.saft@bistum-wuerzburg.de") ist Pastoralreferentin sowie Mentorin für Theologiestudierende und künftige Pastoralreferenten.

Wort zum Sonntag

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